Sich zeigen

Gesehen werden! Sich zeigen!

Das gilt für die Frauen, die sich vor meine Kamera wagten und ebenso für mich, die diese Portraitserie nun in einer Ausstellung präsentiert. Sich zu zeigen macht auch verletzlich. Auch das gilt für mich und die von mir portraitierten Frauen gleichermaßen.

So langsam sickern die Erlebnisse der vergangenen Tage in mein Bewusstsein und lassen mich nicht schlafen, darum sitze ich hier und schreibe.
Was ebenso in mein Bewusstsein dringt, sind all die positiven Kommentare der Besucher. Wie sehr sie von meinen Fotografien beeindruckt waren, wie gut ihnen meine Arbeit gefallen hat. Und genau das ist der Lohn des sich-zeigens: Anerkennung.

Ja, die habe ich bekommen, in Mengen, was ein wirklich gutes Gefühl ist.

Nachdem die Ausstellungseröffnung nicht so ganz meinen Erwartungen entsprochen hatte, der Besuch war eher zögerlich, so war der Samstag und der Sonntag, an dem lt. Programm die Kunstpunkte stattfanden, ein sehr großer Erfolg, Besucherzahlmäßig. Und auch die Gespräche mit den Betrachtern der Bilder war wunderbar. Und, wenn ich meine Gefühlslagen sortiert bekomme, werde ich das sicher auch genießen können.

Diese Ausstellung war ein Kraftakt, und sie war es wert. Natürlich, es gibt immer Dinge, die ich im Nachhinein anders machen würde, doch, alles ist erst einmal gut gelaufen. Die Präsentation war beeindruckend und, was besonders wichtig ist, die Fotografien sind als das gesehen worden, als das ich sie meinte: Portraits von wunderschönen Frauen.
Mir ist erstmals bewusst geworden, dass es verschiedene emotionale Herangehensweisen an das Thema und somit auch an diese Ausstellung geben kann. Nachdem ich für mich geklärt hatte, dass es mir möglich ist auf Distanz zu gehen, zu der Krankheit und meine Betroffenheit nicht mehr meine Gefühlslage bestimmt, war das Thema für  mich abgeschlossen, jedoch nicht für den Rest der „Menschheit“.

Da gibt es Menschen, Leute, Personen, Frauen und Männer, die wollen sich mit diesem Thema nicht beschäftigen, wollen es nicht in ihrem Alltag haben, wollen weder drüber nachdenken noch drüber reden. Das Thema Krebs bedeutet in ihrem Bewusstsein immer auch Tod.
Wie war es den bei mir, bevor der Prozess in Gang gesetzt wurde und ich eine Haltung dazu entwickeln musste, weil ich sonst hätte nicht an dieser Serie weiterarbeiten können?
Genauso.
Ich wollte mich damit nicht beschäftigen. Jede Nachricht über die Erkrankung bei jemandem den ich kannte, löste Sprachlosigkeit, Hilflosigkeit und die Unfähigkeit angemessen zu reagieren aus. Damit stehe ich sicher nicht alleine. Darum kann es nicht verwundern, dass ich gefragt worden bin, als ich mit meinen Portraits anfing, warum ich dieses Thema in mein Leben hole, ohne Not, ohne selber betroffen zu sein.
Ich konnte es begründen.
Es war die Haltung von Renate, die sich, bevor es die Chemo machte, die Haare vom Kopf rasierte. Das hat mich beeindruckte. Ja Mut und eine Haltung beeindrucken mich. Und darum wollte ich das ins Bild setzen.

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Jede der Frauen aus der Serie, hat mich stark beeindruckt. Zuletzt Kirsten.

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Ich habe es in Gesprächen, während der letzten beiden Tage, immer wieder gesagt, es geht mir in der Portraitserie nicht darum, der Krankheit „Krebs“ ein Gesicht zu geben.
Wie sagt Adolf: „Krebs ist ein Arschloch“. Darum braucht sie keine Wertschätzung. Sie nimmt Frauen ein Stück ihrer Identität, nämlich die Haare und oft auch ihre Brust.

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Mit meinen Portraits will ich zeigen, dass diese Frauen wunderschön sind, trotz dieses vermeintlichen Mangels.

Bildschirmfoto 2016-08-28 um 20.23.10Die Besucher meiner Ausstellung sagten immer wieder, wie sehr die Frauen auf meinen Fotografien strahlen würden, es schien, als würden sie von innen leuchten. Das Funkeln in ihren Augen wurde ebenso bemerkt, wie die Lebensfreude in ihren Gesichtern. Ja, ihre Power und ihren Willen zum Leben, sei in meinen Portraits  sichtbar.

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Doch zurück zu den verschiedenen emotionalen Befindlichkeiten, die wiederum Gründe dafür liefern, sich meine Ausstellung anzusehen oder eben auch nicht.

Es gibt die Menschen, die mit dem Thema Krebs konfrontiert waren und es überwunden haben und nun nicht mehr darüber reden oder sich damit beschäftigen möchten, die interessiert das alles nicht mehr, verständlicherweise. Sie wollen leben, ohne Beeinträchtigungen, ohne dunkle Wolken oder Befürchtungen.
Wie gut ich das verstehen kann.
Diese Personengruppe sind auch nicht die Zielgruppe dieser Arbeit.
Wer dann?
Eine berechtigte Frage, die ich auch schön des Öfteren beantwortet habe. Mein Portraits sind Mut-mach-Portraits für Frauen, die aktuell in diese Situation gekommen sind, denen gerade der Boden unter den Füßen zu schwinden scheint. Die befürchten, ihr Leben ist jetzt zu Ende. Die Angst haben und es zu befürchten ist, dass diese Angst sie ab sofort jeden Tag beherrschen wird und ihnen die Haare vom Kopf frisst. Mein Portraits soll ihnen zeigen, dass es möglich ist, der Angst die Haare vom Kopf zu fressen, also den Spieß einfach umzudrehen. Die Ausstellung hat mir gezeigt, dass genau das möglich ist.

Besucher haben von „mutig“ gesprochen, beim Betrachten meinte Fotografien. Sie haben dabei vorrangig mich gemeint. Also die Fotografin, die sich mit diesem Thema beschäftigt.
Ist es mutig von mir?
Ich hatte mir bis dato dahingehend keine Gedanken gemacht, ehrlich nicht. Doch, ich weiß inzwischen, was gemeint ist. Mich mit so einem Thema zu exponieren ist mutig, denn, wie ich schon beschrieben habe, gibt es eine beträchtliche Anzahl von Personen, die sowas nicht sehen wollen. Die wollen letztendlich mich und meine Arbeit nicht sehen, was fatale Folgen für mich haben kann. Weil es dann, an der für mich so wünschenswerten, Anerkennung und Zustimmung fehlt.
Also ja, ich bin mutig.
Doch ich bin es auch gerne, weil diese Portraitserie einen Inhalt hat, sich etwas von Bedeutung annimmt, nicht an der Oberfläche rumdümpelt und somit selber zu etwas wird, das Bedeutung hat.
Ja, diese Portraits haben eine Bedeutung. Die Kraft und Stärke dieser Frauen hat für mich eine Bedeutung.

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Da stehe ich nun, durch die Rotznase meines Enkels mitten in einer Sommergrippe mit Ischiasproblemen und leide. Muss mir jedoch bewusst machen, dass das angesichts dessen, was diese Frauen durchmachen, bzw. durchgemacht haben, doch eher Peanuts sind. Das ich mich glücklich schätzen kann, in meiner Familie noch keinen Fall von Kebse erlebt zu haben und selber nicht betroffen bin. Das ist großartig und wunderbar. Ich liebe mein Leben.
Durch die Arbeit an dieser Portraitserie habe ich gelernt, dass ich in der Lage bin in Distanz zu gehen, obwohl ich beim Shooting selber sehr nah dran bin, an dem Thema, an den Frauen. Das ist eine gute Erfahrung. Dann habe ich gelernt, was es den Frauen bedeutet, wenn diese Fotos veröffentlicht werden und sie mit Lob überschüttet werden. Ihr Schönheit, ihre Stärke und ihr Mut werden gelobt. Die Frauen werden umarmt von zigfacher Zuwendung und Anerkennung, von Gefühlen, von denen dann immer auch ein wenig auf mich überschwappen.

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Ja, es macht mir gute Gefühle etwas von Bedeutung zu tun. Darum ist es richtig an dieser Portraitserie zu arbeiten und sie zu zeigen. Und genau drum werde ich mich in den kommenden Tagen und Wochen kümmern. Ich will dafür sorgen, dass sie gezeigt und gesehen werden, meine Portraits, meine Arbeit.

Heißt es DAS Problem oder MEIN Problem?

Problem

Diesen Beitrag habe ich am 2. September verfasst. Es ging mir da wirklich nicht gut und daher habe ich ihn auch nicht direkt zur Veröffentlichung frei gegeben. Doch, da ich ja authentisch bleiben möchte, mache ich das nun, da es mir wesentlich besser geht und ich immer noch in den Erinnerungen des Wochenendes bade, an dem meine Ausstellung wirklich viele Besucher hatte.
Mein Mutter sagte immer: „Es wird nie so heiß gegessen, wie es gekocht worden ist.“


Es ist 2:57h, in 4 Stunden weckt der Wecker und ich kann nicht schlafen. Ob es an dem Kaffee lag, den ich um 17:30h noch getrunken habe oder an dem anschließenden Sekt, oder an der laufenden Nase, die ich von meinem Enkel geerbt habe? Ich weiß es nicht.
Die Nase läuft, die Augen brennen, der Hals juckt und ich kann nicht schlafen und komme ins Grübeln über mein Leben.

Die Ausstellung! Ja, auch die könnte der Grund sein, oder vielmehr die damit einhergehenden Gefühle. Vielleicht fehlt mir auch einfach nur jemand zum Reden, wer weiß. Ich sollte die Gefühle benennen, sie vor mich hinstellen, betrachten und als erledigt befinden, oder?
Claudia hat auf ihrem Blog so auf die Ausstellung aufmerksam gemacht:
Diese Ausstellung von Beate Knappe erforderte viel Mut. Alle diese Frauen und Beate hatten ihn. Ein tolles, sehr kraftvolles Projekt! Hingucken kann man noch bis zum 7. September!“

Sowas tut gut.

8:11h
Die Nacht liegt hinter mir, ich habe nicht gut geschlafen, sollte im Bett bleiben….
Meine Augen brennen, meine Nase läuft und in meinem Hals kratzt es.
Ich bin die letzten Monate doch tatsächlich von sowas verschont geblieben, doch nun hat es mich erwischt und ich fühle mich schlecht, einfach nur schlecht. Und ich habe das Gefühl, das liegt nicht nur ab dieser laufenden NASE.

Nehmen wir meine Ausstellung. Es kann sein, dass ich keine gute Pressearbeit geleistet habe, weil ich das schlicht und einfach nicht kann und nicht das Geld habe, Jemanden zu bezahlen, der das für mich macht. So habe ich z.B., zu meinem Projekt „Silbergrau – das bin ich!“, an die Redaktion von FrauTV geschrieben und eine eMail zurück bekommen, die den gleichen Inhalt hatte wie die Mail, die ich aktuell bekommen habe, als ich der Redaktion von meinem Projekt „Fuck You Cancer“ geschrieben habe. Da komme ich doch ins Grübeln und stelle fest, eMails werden garnicht erst gelesen, sondern mit einem vorgefertigten Text abgefertigt. Das ist deprimierend.


Nachtrag:
FrauTV hat auf ihrem FacebookBlog auf meine Ausstellung hingewiesen. Das hat für ganz schöne Verbreitung gesorgt und ich sage Dankeschön!!!


 

Dann habe ich die Presse eingeladen meine Ausstellung zu besprechen – nix ist passiert. Am Abend meiner Ausstellungseröffnung war schräg gegenüber, auf der anderen Straßenseite, auch eine Ausstellunseröffnung in einer neuen, recht kleinen Galerie. Dort tummelten sich ein mehrfaches an Besuchern als bei mir waren. Sowas stimmt nachdenklich.
Dann sind da, dir mir vertrauten Saboteure, die sagen, dass ich es nicht anders verdient hätte. Das ich es überhaupt nicht verdient hätte und, dass ich nicht gut genug sei.

Was soll ich tun?

Vor ein paar Tagen habe ich ein Interview mit Sabine Asgedom gesehen. Darin spricht sie davon, dass es Gründe gibt, warum sie die Anerkennung für das was sie tut, von außen braucht. Das fand ich unglaublich gut, denn genau so sehe ich das auch. Ich habe mich jedoch immer dafür gescholten, es so zu sehen und mich mit der Erkenntnis, dass ich, bzw. ich für meine Arbeite, gelobt werden will, schlecht gefühlt. Es heißt, dass ich innen, also in mir drin, ein Gefühl haben muss, das mich und meine Arbeit anerkennt und wichtig findet und lobt.

Doch genau das habe ich nicht.

Inzwischen weiß ich und fühle es auch, dass ich gute Arbeit mache, meinen eigenen Stil habe usw., doch erst dann, wenn das auch von anderen gesehen wird, macht es mich glücklich und zufrieden. Erst dann ist es wirklich die Bestätigung dafür, dass das was ich mache auch gut ist und Bedeutung hat.
Bekomme ich die Art der Anerkennung nicht, fühle ich mich schlecht, leer, bedeutungslos. Ich frage mich dann, warum ich es mache. Warum ich überhaupt etwas mache, wenn es doch keinen Menschen interessiert.

Dieses „keinen Menschen“ kränkt sicher all die, die meine Arbeit gut finden und mir das auch sagen. Dafür möchte ich mich entschuldigen, den so ist das nicht gemeint. Ich weiß das zu schätzen, wirklich, wie z.B. so ein Kommentar : Mal zur Abwechslung ein richtig ehrliches Foto hier. Erfrischender Kontrast zu den ganzen anderen Bildern von „post production Schönheiten“, finde ich. Bravo.“ Oder:

Jon Kerrin Great use of the light and shadows. Well shote Beate

Gabriel ☀☀☀ Adorable Image ☀☀☀. I love it. Keep up the good work! 🙂

Dieser Kommentar wurde auf 500px geschrieben. Einer Plattform, auf der meine Arbeit, so scheint es mir, auch geschätzt und gelobt wird, meist wenige Sekunden nach dem ich ein Foto hochgeladen habe. Dort nehme ich mir auch gerne die Zeit und verteile meinerseits ein „Like“ bei Fotografien, die mir wirklich gut gefallen.

Auch bei FB habe ich viele Kontakte, die meine Arbeit schätzen und loben. Und auch hier, auf meinem Blog bekomme ich wertschätzende und motivierende Kommentare, dafür bin ich unendlich dankbar.
Es geht mir nicht nur um ein Like bei FB oder auf anderen Plattformen, obwohl dieses „Like“ auch sehr wohltuend ist. Irgendwie fehlen mir gerade die Worte um zu beschreiben um was es mir geht, was mir zu fehlen scheint. Ich will nicht, dass es sich nach Neid und Missgunst anderen gegenüber anhören, weil es das nicht ist. Ich gönne anderen ihren Erfolg, die Anerkennung, und die Beachtung die sie bekommen. Es ist nur so, dass ich den Eindruck habe, sie auch zu verdienen, sie aber nicht zu bekommen. Ich und meine Arbeit wird nicht in dem Maße beachtet, wie andere es erleben – so scheint es mir.

Ja, ich komme ins Wehklagen und zur Beschreibung eines Mangels. Doch genau den empfinde ich. Warum darf ich den dann nicht auch benennen? Weil, aufgrund des Gesetzes der Resonanz, ich somit nur noch mehr Mangel anziehen? Kann sein, dann ist es so. Also bin ich selber Schuld an dem Umstand nicht beachtet zu werden? So einfach ist das?

Auch, wenn ich sage, ich brauche mehr Anerkennung, hört sich das eher nazistisch und total ICHbezogen an. Dann ist es eben so. Was ich brauche ist ANERKENNUNG und zwar solange ich noch lebe, nicht, wenn ich tot bin.

12:00h – es geht mir schlecht und ich gehe jetzt für ein paar Stunden ins Bett

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Kirsten

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Wie alle Frauen mit Glatze, die ich bisher fotografiert habe, hat auch Kirsten, 41, diese Superkraft. An die kann sie sich bei Belieben andoggen und auftanken. Kirsten, hat drei Töchter, 2, 8 und 15 Jahren alt und lebt in einer Patchworkfamilie.

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Auch mein Bedürfnis nach Romantik konnte sie mit der Geschichte stillen, wie sie ihren zweiten Mann kennengelernt hat, ich liebe solche Geschichten.

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Bei Kirsten wurde das zweite Mal Brustkrebs diagnostiziert.

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Im Oktober 2014 ist Kirsten das erste Mal an Brustkrebs erkrankt. Die Diagnose lautete: Befallene Lymphknoten, und beidseitig Brustkrebs. Triple Negativ, G3, mit hohem Ki-Wert und hormon positives DCIS. Der Gentest ergab BRCA 2. Sie ließ sich beide Brüste abnehmen ohne Aufbau und hatte eine Strahlentherapie. Ihr wurden die Eierstöcke sowie die Gebärmutter entfernt.

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Als sie heute in mein Studio kam, hatte sie gerade die vierte Chemo hinter sich. Ihre Augen strahlten. Vor allem, als sie über ihre Töchter sprach. Sie ist eben eine stolze Mutter von drei Töchtern. Die müssen sich, wenn sie alt genug sind, untersuchen lassen und Entscheidungen treffen.

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Kirsten ist eine wunderschöne, beeindruckende Frau, voller Kraft und Mut, sie hat mich tief beeindruckt.

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Jeder dieser Begegnungen macht mich demütig und dankbar der Tatsache gegenüber, dass ich bereits so alt werden durfte wie ich heute bin und, dass es in meiner Familie, im Gegensatz zur Kerstins Familie, keine Krebserkrankung gegeben hat.

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# 63 Claudia Gölz – Silbergrau – das bin ich

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Die Friseure hat sie jeweils gewechselt, wenn sie ihr den Vorschlag machten, sich doch die Haare zu färben. Eine Frisur findet sie nicht auschlaggebend für ihre Persönlichkeit. Ja, eine kluge und aparte Frau, diese Claudia, 58 Jahre alt und Journalistin. Sie ist seit 14 Jahren Witwe und ebenso lange werden ihre Haare schon grau.
Als sie in mein Studio kam, waren ihre Haare zusammengesteckt. Als sie die Spange löste, stand plötzlich eine andere Frau vor mir.

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Übersicht 2016

# 1 – # 48

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Kinder sind unsere Zukunft

Ich reagiere sehr empfindlich darauf, wenn in meiner Timeline, bei FB, Fotos von gequälten Kreaturen auftauchen. Dabei mache ich keinen Unterschied, ob es sich z.B. um Kinder oder Tiere handelt  – ich will es nicht sehen. Weil es nichts verändern, nichts an dem Leid, nichts an dem Grund für das Leid und überhaupt, es verändert sich dadurch leider nichts. Ich jedoch sehe dieses Foto, es brennt sich in mein Gedächtnis ein und mir geht es schlecht, das will ich nicht.
Darum habe ich dieses Video zusammengestellt:

Kinder sind unsere Zukunft.

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Kann nicht oft genug gesagt und geschrieben werden…

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Dear Portrait Photographers,
You do not cure cancer.
You don’t have the power to stop the path of a tornado
or make rain fall on a land covered in drought.
You take pictures of people.

And although you aren’t performing surgery or landing a spaceship on a comet
You still have a gift to share.
And that gift affects lives
For in front of your cameras stand people
And people, well, they often wear masks disguised as a smile
And beneath those smiles are the hidden things

The unspoken insecurities:
“I’m fat”
“I’m ugly”
“I’m not worthy of having my picture taken.”
“I’m going to hate these.”

You won’t know this, of course
Because most won’t share it
I mean, who can blame them?

But rest assured those feelings are there
More often than not
And they bounce around in the minds of those you’d least expect.

It is your job to create images that silence those fears
Images that prove those fears unfounded
Images that shout louder than the lies our insecurities whisper
Images that say:

“You are perfect.”
“You are beautiful.”
“You are deserving of attention.”
Your gift, dear portrait photographers, may not save lives
But never doubt its importance

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Body in disguise

Es sind inzwischen 3 Jahre vergangen, seit dem ich diese Fotos gemacht habe und ich finde, es wird mal wieder Zeit um mit diesem Schlauch zu experimentieren.

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Diesmal würde ich gern die Begriffe wie „destruction„,“slice“ und „cocoon“ hinzufügen.

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Bei Interesse an einer Zusammenarbeit einfach ein eMail an mich.

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Marzena

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In Polen geboren ist sie und hat das Löten als Handwerk erlernt, bevor sie nach Deutschland kam, um in Wuppertal Kinder zu betreuen. Das ist inzwischen 20 Jahre her und seit 2007 ist sie mit dem Familienvater verheiratet und die beiden haben inzwischen 4 Enkel. Sie ist eine quirlige Frau, mit strahlenden Augen und sie mag Grünkohl, auch, wenn sie der Meinung ist, das polnisches Essen besser ist, als das, was wir hier in Deutschland kochen.
Sie trägt eine Perücke und, wie jedesmal, wenn die Frauen sie abziehen, entdecke ich eine ganz besondere Schönheit; ja wirklich. Ich sehe nicht Krankheit oder Leid, nein Schönheit mit einem Strahlen, einem ganz besonderen Strahlen.

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Im April 2010 wurde bei ihr, oberhalb der linken Brust, eine Krebsgeschwulst von 4 cm Größe entdeckt. Diese wurde Brusterhaltend entfernt, ebenso Lymphknoten. Sie bekam eine Chemotherapie und ging von da an regelmäßig zu den Nach- und Vorsorgeuntersuchungen, 2x im Jahr.

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Ihre Ärztin meinte, sie müsse nicht mehr so oft kommen, doch mit diesem Gedanken konnte Marzena sich nicht anfreunden. Wie Recht sie hatte, erfuhr sie dann im März 2016. Da wurde in der gleichen Brust ein 8 mm großer, wieder sehr bösartiger Krebs entdeckt. Am 10. Mai wurde ihr ein großer Teil der linken Brust abgenommen und seit dem bekommt sie wieder eine Chemotherapie.

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Sie und ihr Mann nehmen das Ganze mit viel Humor, denn nach der Behandlung des Krebses, wird die rechte Brust in der Größe angepasst, also verkleinert. Als die Haare anfingen auszugehen, war es auch ihr Mann, der ihr die Glatze rasierte.

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Wie immer, nach so einem Shooting, bin ich tief bewegt und beeindruckt.

Marzena wünscht sich, das mehr Frauen, in ihrer Situation, mutig sind und daran glauben, dass sie den Krebs besiegen werden – was ich ihr von ganzem Herzen wünsche.

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