Aufgeben

Ja, heute Morgen war mir einfach danach und ich bin im Bett liegen geblieben und habe auf meine inneren Stimmen gehört um zu erfahren, was denn los sei mit mir.

Und, was ist es?

OK, dass ich mich, trotz Urlaub, immer noch total erschöpft fühle, klang ja schon das ein oder andere mal an. Doch, dass es so schlimm ist, dass mich so manches, was irgendwie eher unbedeutend scheint, gleich aus der Bahn wirft, habe ich nicht gedacht.
Doch, so scheint es im Moment – ich bin sehr dünnhäutig.

Z.B.

Im Urlaub musste ich für meine Facebook Accounts neue Passwörter einrichten und, obwohl ich dachte, dass über die Cloud alle Passwörter auf allen Geräten angepasst würden, ist das nicht der Fall und ich musste nun wieder, um im Studio nach FB zu kommen, neue Passwörter eingeben. Sowas macht mich kirre. Den, ich kann mir keine Passwörter merken und, dass mit dem Aufschreiben, scheint bei mir auch nicht zu klappen.
Seis drum.
Ich habe ein einfaches aber sicheres Passwort gewählt und hoffe nun inständig das es klappt!!!!
Und ich muss es wieder auf allen Geräten einrichten – fuck!

Was ist es?

Sowas nenne ich eine Kleinigkeit. Nicht, dass meine Schwester, die 10 Jahre älter ist als ich, über eine Kondition verfügt von der ich nur träumen kann, z.B. Was ist in den vergangenen Jahren nur mit mir passiert? Apropos Kondition. Am letzten Sonntag war Marathon hier in Düsseldorf, das hatte ich nicht auf der Agenda – urlabsbedingte Demenz – und habe mich auf den Weg ins Studio gemacht, per Auto. 1 Stunde lang habe ich versucht die abgesperrten Straßen zu umfahren. Bin 2x über den Rhein und alle mir bekannten Schleichwegen gefahren und stand immer wieder vor einer Absperrung. Das wurde dann richtig schlimm, gefühlsmäßig. Durch diese irgendwie aussichtslose Situation hat mich nämlich ein altes Gefühl angetriggert, was mir nicht gleich bewußt wurde, doch mein SEIN beeinflusste. Das hat etwas mit PTBS usw. zutun und würde hier zu weit führen, im Moment.
Im Studio habe ich dann meine Post durchgesehen und einen Bescheid von der Stadt gefunden – über den habe ich schon hier berichtet, der hat mir dann den Rest gegeben.
Montag war dann OMA-Montag, das wirft mich dann ja immer total – positiv – aus der Zeit und ist ein Genuss.
Heute Morgen also nahm ich mir die Zeit nachzudenken, warum ich mich so ohne Antrieb, total überfordert, ohne Motivation und ohne Lust zur Arbeit zu gehen fühlte. Eigentlich sind mir diese Art von Gefühlen unbekannt-

Was ist es?

Die Sache mit meinem alten Studio ist ja bei Gericht und ich bekomme immer Briefe des gegnerischen Anwaltes, die voller Unwahrheiten sind, ja, das ist wie Kindergarten, wenn es nicht ein deutsches Gericht wäre, würde ich herzhaft lachen können. Bei allem wünschen es endlich hinter mir zu lassen, es  loslassen zu können, geht das eben noch nicht, solange das Urteil nicht gesprochen ist.
Doch damit nicht genug.
Irgendwie scheint das Universum mir etwas mit dem Synonym „Vermieter“ sagen zu wollen, denn auch mit meinem aktuellen Vermieter habe ich Probleme.
Ja, ja ich weiß, das muss auch an mir liegen. Doch, mach Dir selber eine Meinung und sag mir dann, wie ich es hätte verhindern können.

Ich war ja ziemlich verzweifelt, als ich mir ein neues Studio suchen musste und bekam dann einen Anruf von meinem jetzigen Vermieter. Die Räume waren nach über 30 Jahren frei und er wollte mich kennenlernen. Gesagt getan und wir wurden uns einige. Dank einer umfangreichen Renovierung hatten ich einen Mietvertrag für ein kleines, schnuckeliges Studio, ich war glücklich. Auch, wenn sich der Termin meines Umzugs immer wieder verschob. Doch dann stand dieser fest, es wurde der 10. Juli 2015.
Vor meinem Einzug sollte eine Teeküche eingebaut werden und ich brauchte dazu die Maße um bei Ikea die entsprechenden Möbel zu kaufen, die dann vor meinem Einzug noch geliefert werden sollten. Ich bat meinen Vermieter um einen Termin, an dem die Maße genommen werden mussten. Da der verabredete Termin dann doch nicht passte, bat ich per eMail um einen anderen Termin. Da auf meine eMail keine Reaktion erfolgte, rief ich an und vom AB erfuhr ich, dass er nicht in seinem Büro war. Dieses liegt im Hinterhof meines neuen Studios. Ich bat meine Architektin vorbei zugehen, den Handwerkern die Situation zu erklären und die Maße zu nehmen.
Das tat sie dann und als sie dabei war, tauchte der Vermieter auf und machte einen Aufstand und sprach von Hausfriedensbruch.
Ich entschuldigte mich dafür, dass es offensichtlich zu einem Mißverständnis gekommen war und am 10. Juli stand der Möbelwagen schon vor meinem neuen Studio, als der Vermieter die „Übergabe“ genüsslich zelebrierte. Außerdem sprach er davon, darüber nachzudenken, ob er mir eine Abmahnung schicken solle, bezüglich der vorangegangenen Situation. Ich wollte nur einziehen und hatte keine Lust mit ihm zu diskutieren.

Die kostenpflichtige Abmahnung kam dann ein paar Wochen später.  Rd. € 500,- sollte das kosten, daß ich, in einem Objekt, für das ich schon einen unterschriebenen Mietvertrag hatte, vor meinem Einzug Maße genommen habe.
Ja, ich weiß wie sich das anhört.
Doch, was habe ich getan?
Inwieweit verantwortete ich so ein Verhalten?

Ich habe selbstverständlich nicht bezahlt und es kam, wie sowas kommen muss: nach einem Mahnbescheid wurde Klage erhoben und heute nun habe ich erfahren, dass diese Klage voll umfänglich abgewiesen wurde. 9 Monate hat es gedauert.

Als ich Ende 2010 meinem Herzenswunsch nachging und mir ein Objekt für mein eigens Studio suchte, an dem mein Name stehen würde, hatte ich mit viel Arbeit gerechnet, doch nicht mit sowas, wie ich hier beschrieben habe.

So kann ich an diesem Tag, der mit Gedanken an Aufgeben begann, doch noch fröhlich sein, ein wenig, denn zu dem Thema von-seiner-kreativen-Arbeit-leben-können, will ich jetzt erst garnicht anfangen.

Ach ja, und mein FB-Freunde waren wieder einmal unglaublich liebevoll zu mir – es ist ein gutes Gefühl!

Bildschirmfoto 2016-04-26 um 13.44.57

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2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Beate,

    ich habe dich erst vor kurzem bei Facebook kennengelernt. Ein Zufall, ein Kommentar, deine direkten Worte – du bist mir aufgefallen.
    Deine Webseite besucht, deine eindrucksvollen Bilder bewundert, ein kleines Video von dir gesehen – du warst mir sofort sympathisch.
    Mittlerweile lese ich deine Blogbeiträge und ich bin berührt. Deine Texte sind ehrlich und menschlich. Nun weiß ich, dass ich einen ganz besonderen, großartigen Menschen getroffen habe – ein Mensch, mit all seinen Facetten.
    Lass dich nicht aus der Bahn werfen… Höre auf deine innere Stimme und auf deinen Körper. Wenn er dir zeigt, dass er noch Ruhe braucht, dann schenke ihm Ruhe. Aber vor allem zehre von den kleinen, eigentlich doch so großen Erfolgen. Schöpfe Kraft aus den schönen Augenblicken im Leben. Es gibt mehr als wir oftmals bemerken. Es findet sich alles, Schritt für Schritt und zu seiner Zeit. Wenn die Zeit reif ist, geht eine Tür auf und du wirst wissen wohin dein Weg geht. Du kannst ganz sicher stolz auf dich sein.

  2. Liebe Beate,
    bitte gib nicht auf. Auch ich kenne solche Momente, wenn frau meint, ständig gegen Wände zu rennen. Aber Du machst so eine wunderbare Arbeit, Deine Fotoarbeiten zu betrachten sind ein Hochgenuss, weil sie von Deinem Einfühlungsvermögen und Deiner Liebe tzur Fotografie zeugen. Ich für meinen Teil freue mich auf jeden Blogbeitrag von Dir. Dahingegen ist auf meinem Blog momentan Funkstille, einfach weil ich zwar arbeite und male, mich aber nicht zum Schreiben aufraffen kann und sobald ich mir selbst Druck mache nach dem Motto: „Du musst unbedingt wider in Deinem Blog schreiben…!“ sind die gedanken und der Elan ganz weg. Ich glaube, ab und zu braucht die Seele einfach eine kleine auszeit und die sollten wir ihr gönnen, ohne uns selbst noch zusätzlichen Druck zu machen. Also spüre in Dich hinein, was Dir gut tun würde und dann gebe dem nach…. so versuche ich es auch. Fühl Dich herzlich marmt und ganz liebe Grüße
    Dagmar

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