Fastenzeit

Ja, sie hat gerade begonnen und ist wohl Teil unserer westlichen Religion. Es geht sogar soweit, dass viele, auch nicht religiöse Menschen, anfangen auf etwas freiwillig zu verzichten, weil Fastenzeit ist.
Das macht mich irgendwie wütend. In dieser Überflussgesellschaft sich plötzlich auf das Fasten zu besinnen,  scheint mir arrogant und überheblich.

Mich bitte nicht falsch verstehen. Ich habe nichts gegen die Ausübung der eigenen Religion, oder dagegen, sich Regeln für einen bestimmten Zeitraum aufzuerlegen, wie z.B. weniger Fernsehen, kein Alkohol, keinen weißen Zucker, oder nach 18:00h keine Kohlehydrate mehr zu essen, da ist sicher alles in Ordnung. Doch ein Büßerhemd anzulegen, wenn auch nur symbolisch, und dann zu denken, alle Schweinereien der vergangenen Wochen und Monate werden damit weggewaschen, finde ich eigentümlich.
Immer diese Gutmenschen.
Ich sehe mir so gut wie nie das Fernsehprogramm an, nutzen diesen Kasten nur, um mir meine heiß geliebten Serien anzusehen, warum sollte ich darauf verzichten? Was soll es mir bringen mich zu kasteien?
Ich entspanne mich dabei und gerade habe ich eine neue entdeckt, die mir besonders gut gefällt, ich werde demnächst darüber berichten. Also, ich will nicht verzichten! Muss es schon auf diverse Dinge, weil ich sie mir nicht leisten kann, oder das Finanzamt wieder Geld von mir haben will, das ich eigentlich für mich ausgeben wollte.
Alkohol trinke ich eh nicht viel und ohne mein Auto könnte ich meinen Berufsalltag nicht organisieren, also darauf werde ich nicht verzichten. Kaffee brauche ich um wach zu werden und zu bleiben. Blumen auf dem Tisch erfreuen mich. Und das Internet? Nee!
Auf was sollte oder könnte ich verzichten um eine besser Mensch zu werden?
Ach was, will ich da überhaupt?