Maskulines Personalpronomen

Warum rege ich mich eigentlich so auf?
Sollte ich mich nicht nur um das kümmern, was in meinem direkten Umfeld passiert?
Bin gerade etwas verunsichert und da poppt dieses Bild in meiner FB Timeline auf. Ich denke: Klasse!

Es fühlte sich für mich falsch an, als ich las, dass eine Verband für Portraitfotografen eine Veranstaltung ankündigte bei der europäische Fotografen auftreten. Ok, ich hatte wohl überlesen, dass sich das Ganze eh nur an „Fotografen“ wendet:

LIVE PORTRAIT CONTEST – Spannung pur!
Der LIVE PORTRAIT CONTEST (LPC) ist einer der interessantesten Wettbewerbe für Portraitfotografen seit 15 Jahren in Europa.“

Was mich daran stört?
Wo fange ich an?
Vor über 20 Jahren habe ich schon mal diese Diskussion geführt und in meiner Diplomarbeit, 1995, heißt es:

Die Fotografie zieht sich wie ein roter Faden durch meine Biographie. Da Namen von Fotografinnen oder Nachrichten über ihr Leben und ihre Arbeiten nicht Gegenstand meiner handwerklichen Berufsausbildung waren, wundert es nicht, daß Fotografen wie Robert Cape und Henri Cartier-Bresson zu Vorbildern meines beruflichen Selbstverständnisses wurden…

Was will ich heute damit sagen?
Es kann doch nicht sein, dass im 21, Jhr. immer noch die Sprache des Patriarchats gesprochen wird (Patriarchat beschreibt ein System von sozialen Beziehungen, maßgebenden Werten, Normen und Verhaltensmustern, das von Vätern und Männern geprägt, kontrolliert und repräsentiert wird.) Dass wenn die männliche Form benutzt wird, Frauen „mit gemeint“ sind z.B.
NEIN
Ich bin eine Fotografin, eine Frau und ich will in der Sprache vorkommen. Den unsere Sprache ist Ausdruck unseres Denkens und unser Denken formt unsere Realität.
Sexismus hat viele Spielarten und ist eine Folge von fehlender Gleichberechtigung, von schiefen Machtverhältnissen und Dominanz. So sollte dann auch verständlich sein, dass eine Veranstaltung, in der an prominenter Stelle nur Männer (Fotografen) auftreten, nur klar macht, dass die Fotografie eine Männerdomäne ist – oder es keine qualifizierten Fotografinnen gibt?

12418116_992458400790264_7471436850660222993_n

Auch, wenn ich es mit 11) halten wollte, also fern von Drama und Negativität, musste ich sagen was ich meinte, auch, wenn es nicht allen Recht war 2), 3) und 4) – wollte ich meinem Instinkt vertrauen.

Und es kam, wie es immer kommt. Frauen haben mir geantwortet und mir erklärt, es sei „Zufall“. Sie würden sich sehr auf die Veranstaltung „freuen“, usw. Mein Versuch  einer Erklärung wurde als „ bla la bla“ tituliert.
Ach, wie ich das kenne.
Ich würde die „Hintergründe“ nicht kennen. Der Verband sei nicht „frauenfeindlich“. Ich solle an andere Stelle diskutieren. Und dann hat eine Mann ein Machtwort gesprochen:
Ich möchte euch alle bitten, diese Diskussion an anderer Stelle weiterzuführen – da es sich hierbei inzwischen nicht mehr um eine Diskussion die Fotografie betreffend handelt, was nun mal die Grundlage dieser Gruppe ist – ich akzeptiere jede Meinung und jede Ansicht, nur muss auch irgendwann mal gut sein!“
Es war nicht klar, wen er mit „alle“ meinte, denn an der Diskussion hatten nur Frauen teilgenommen, egal.

Warum fühle ich mich nur so „angepisst“? Nicht durch diese Diskussion, sondern durch den Anlass dazu?
Es hat vielleicht damit zu tun, dass ich so eine Diskussion schon lange nicht mehr geführt und irgendwie angenommen hatte, sie sei obsolet geworden und nun feststellen muss, wie naiv ich bin.
Vielleicht sollte ich mich nur um das kümmern, was aktuell in meinem nächsten Umfeld anfällt?
Irgendwie empfinde ich so eine Ankündigung als „mein nächstes Umfeld“. Ich sollte da noch mal drüber nachdenken.
Ich musste mir anhören, dass es im Moment wichtiger sei sich gegen den Rassismus zu wehren und dann käme erst der Sexismus. Nö, sehe ich anders! Habe in einem anderen BlogPost schon was dazu geschrieben.

Ach ich weiß es nicht – das Leben ist so unendlich kompliziert.

 

Diese Webseite benutz Cookies. Wenn Sie die Webseite weiter nutzen stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.

Lesen Sie mehr
%d Bloggern gefällt das: