The Bletchley Circle

Das ich ein Serienjunkie bin, ist mehr als bekannt, und als Petra Weber vom Krimikioks heute einen Tipp postete, konnte ich nicht widerstehen und musste es mir ansehen. Die Mini-Serie läuft gerade auf Netflix und es geht um englische Agentinnen, die einst auf dem englischen Landsitz Bletchley Park stationiert waren. Bletchley Park war der Sitz der britische Kryptoanalytiker (engl.: codebreakers), deren Aufgabe war es den deutsche Nachrichtenverkehr zu entschlüsseln.
Ein wenig fühlte ich mich an „The Imitation Game – Ein streng geheimes Leben“ erinnert.“

Und auch an „Enigma – das Geheimnis“

In „The Bletchley Circle“ geht um hochintelligent und mit besonderen intellektuellen Fähigkeiten ausgestattete Frauen, die während des Krieges ihre speziellen Fähigkeiten und Begabungen einsetzten um den Feind, also Deutschland, und seine Kriegspläne zu erkennen und, wenn’s gut lief, sie zu vereiteln.
1952 sind diese Frauen mit Stricken, Kochrezepten, Mutterschaft und Haushalt zwar beschäftigt, doch geistig völlig unterfordert. Es scheint sie nicht zu stören, wenn „ihr Platz“ generell der zu Hause bei Kind und Bügelwäsche zu sein hat. Unfassbar, oder?
In dieser Serie sind die Frauen keine tollkühnen, unbesiegbaren Emanzen oder gar weibliche James Bonds, nein. Sie fügen sich, doch sie hören nicht auf, ihre geistigen Fähigkeiten zu nutzen, auch wenn sie immer wieder an der männlichen Überheblichkeit scheitern und einfach nicht ernst genommen werden.
Es geht um Profiling und intuitive Lösungsansätze.
Die Handlung spielt in einer Zeit, in der Frauen (in Deutschland bis 1962) kein Bankkonto ohne Genehmigung des Ehemannes eröffnen durften und erst 1969 (in Deutschland) als geschäftsfähig eingestuft wurden, sogar zur Aufnahme einer Arbeit (lt. Gesetz bis 1977) die Genehmigung ihres Mannes einholen mussten.
Ich bin in diesen Jahren aufgewachsen und fragte mich, wieso sie mich nicht mehr geprägt haben? Wieso ich mich so anders entwickelt habe? Warum mir ein selbstbestimmtes Leben so wichtig ist.

Meine Mutter fällt mir ein. Sie hat ihren ersten Mann im Krieg verloren und niemals eine Zeit erlebt, in der sie sich an einen großen, starken Mann anlehnen durfte. Als älteste Tochter musste sie früh Verantwortung übernehmen, denn ihre Mutter hatte einen verunfallten Ehemann zu pflegen. Dann war sie Witwe und war verantwortlich für ihre Tochter, meine Schwester und ihre Schwester, die auch ihren Mann verloren hatte und deren Kinder. Auch in der Ehe mit meinem Vater, musste sie Stärke zeigen. Sie war das Frauenbild, an dem ich mich orientierte und abarbeitete. Interessant.

  • Veröffentlicht in: News

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