Selfie versus fine art Portrait

365 Millionen Selfies werden pro Tag gemacht und ins Netz gestellt. Das sagt mir, ein Bild von sich selber ist von hoher Bedeutung.

Das Portrait


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Das sind 2 Portraits (gemalt und fotografiert) des amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy

Das Wort „Portrait“ hat seinen Ursprung in der französischen Sprache und bezeichnet seit jeher das Abbild eines Menschen. Ein Portrait versucht in der Regel, die Person nicht nur äußerlich abzubilden, sondern auch ihr Wesen, bzw. ihre Persönlichkeit zum Ausdruck zu bringen.

So ein Portrait war bereits in der Antike beliebt. Damals wurde es gemalt. Im 17. Jahrhundert gewinnt die Portraitmalerei an Bedeutung und jeder Maler bietet sie an. Leisten konnte sich das jedoch nur die wohlhabenden Teile der damaligen Gesellschaft. Das änderte sich mit der Erfindung der Fotografie, im 19. Jahrhundert, denn nun konnte sich fast Jeder leisten, sich fotografisch portraitieren zu lassen.

Welche Rolle spielt die Porträtmalerei noch in der Kunst der Gegenwart? Ich weiß es nicht.

Daguerreotypie

Als die ersten Fotografien auf einer spiegelglatt polierten Metalloberfläche auftauchten, fühlten sich die damaligen Porträtmaler bedroht, weil nun ihre Arbeit preiswerter von anderen gemacht werden konnte. Es war jedoch so, dass die Malerei sich nun wieder anderen Aspekten widmen konnte. Da es die Malerei heute als Ausdrucksmittel immer noch gibt, war die Fotografie nicht ihr Ende, wie befürchtet wurde.

Der Maler und Erfinder Louis Daguerre im Jahr 1844, Daguerreotypie von Jean-Baptiste Sabatier-Blot (1801–1881); die Farbreproduktion gibt das Erscheinungsbild einer unter optimalen Bedingungen betrachteten Daguerreotypie getreu wieder

Digitale Fotografie

Die erste Kamera, die als Vorreiter der heutigen Digitalkamera angesehen werden kann, wurde als „Portable all electronic still camera“ bezeichnet und war ein 1975 von Steve Saison bei Kodak entwickelter Prototyp. Das Potential der Entwicklung wurde jedoch nicht erkannt, und so gilt gemeinhin die 1981 von Sony unter dem Namen Mavica vorgestellte erste kommerzielle Kamera nach demselben Funktionsprinzip als „Ur-Digitalkamera“. Allerdings arbeitete diese Kamera, wie der Name schon vermuten lässt, mit einem Magnetband (auch Video Floppy genannt), welches keine digitale Speicherung der Daten zuließ.
1992, auf der photokina in Köln, präsentierten nahezu alle namhaften Firmen aus den unterschiedlichsten Bereichen ihre Prototypen. Neben klassischen Kameraherstellern wie etwa Kodak und Rollei waren der Videogigant Sony und Leaf ebenfalls mit Digitalkameras vertreten.
Nur zwei Jahre später, 1994, lautete das Motto der photokina schon „digital total“ und machte deutlich, wohin die zukünftige Entwicklung gehen würde. Allerdings übten sich die Verbraucher bei einem anfänglichen stolzen Preis in Zurückhaltung, und so blieb der Kundenkreis für die neuen Kameras in den Folgejahren in überschaubarem Rahmen.

Wir wissen, wie revolutionär die Entwicklung auf diesem Gebiet in den vergangenen 20 Jahren fortgeschritten ist und, dass wir heute ein Telefon haben, das sicher bessere Bilder macht als die erste Digitalkamera es konnte.

Auch ich mache hin und wieder gerne Selfies.

Selfie versus Portrait

Mein Enkel wurde gerade 2 Jahre alt und, wie schon ein Jahr zuvor, bekam er wieder eine dickes Fotobuch mit Fotos, die im vergangenen Jahr entstanden waren. Ein Gast sah sich das Buch an und ich entdeckte dieses Fragezeichen in seinem Gesicht, das dann in dem Satz mündete:
Das sind aber keine Handyfotos?“

Was sagst mir das?

U.a. dass meine potentielle Kunden, die sicher alle ein Handy haben und selber fotografieren, unterscheiden können, zwischen ihren Selfies und hochwertigen fine art Portraits aus einem Fotostudio.

Um was geht es mir?

Darum, das sich die Situation der Fotografie insg. und im besonderen die der Portraitstudios, seit der Erfindung der Digitalkamera stark verändert bzw. verschlechtert hat.
Gute digitale Kameras wurden immer bezahlbarer und inzwischen haben sich viele Menschen entschlossen ihr ambitioniertes Hobby zum Beruf zu machen: Die Fotografie.
Nun gibt es ja viele Bereiche, in denen sich ein Fotografierender austoben kann, ich will mich hier auf das Portrait, der Königsklasse der Fotografie – wie ich finde, beschränken, weil das der Schwerpunkt meiner Arbeit ist.
Ich will nicht unerwähnt lassen, dass viele dieser ambitioniertes Hobbyisten nach ein paar Jahren wieder in ihren ehemaligen Beruf zurückgekehrt sind, weil sie einfach nicht den Erfolg hatten, den sie sich wünschten, als sie starteten. Auch will ich nicht verschweigen, dass sehr viele Seiten- Quer und anders Einsteigende ins Gebiet der Fotografie, richtig gut und wahnsinnig erfolgreich sind. Vor allem, wenn sie Workshops für Männer zum Thema AKT anbieten.
Überhaupt scheinen Workshops gerade sehr angesagt zu sein. Für mich bedeutet das, alle haben begriffen, dass es darum geht etwas NEUES zu lernen, etwas, dass sie bisher noch nicht haben, oder?

Fotoateliers  – Fotostudios …

…haben immer noch den Ruf angestaubt und nicht auf der Höhe der Zeit zu sein.
Warum ist das so?

  • Weil die Besitzer vielleicht so einiges versäumt haben?
  • Ihnen nicht aufgefallen ist, dass die Handys interessantere Fotos machen als sie?

Ich stelle einfach mal die These auf, das sich einige Fotoateliers immer noch als Dienstleister sehen anstatt als Autoren mit eigener Handschrift.


Autorenfotografie

Soweit ich mich erinnere, wurde dieser Begriff von Klaus Honnef aus der Taufe gehoben. Er meinte jedoch etwas anderes damit, als ich aktuell. Ich will mit dem Begriff Autorenfotografie auf folgendes hinweisen:
Wir müssen unsere eigene Handschrift entwickeln, die unverkennbar immer wieder auf uns zeigt.

Wie ich zu Anfang dieses Beitrages feststellte, besteht immer noch ein großes Bedürfnis sich ein Bild von sich selber zu machen – warum auch nicht. So wie die Erfindung der Fotografie im 19. Jhr. das Portrait demokratisierte, scheint es mir, dass das Handy, mit seiner Fähigkeit Selfies zu erzeugen, dies auch für das 21. Jhr. vorgibt.
Das bedeutet jedoch nicht, dass auf die Anfertigung hochwertiger und individueller Portraits verzichtet werden kann, denn nicht immer ist ein Selfie wirklich zielführend.
Das fotografische Portrait ist kontextabhängig. Ich will damit sagen, dass es einen Unterschied macht, ob das Foto als Geschenk oder für die Karriere genutzt wird. Fotografische Portraits übermitteln spezifische Inhalte und/oder Positionen, das tut ein Selfie auch, doch ob letzteres jeden gewünschten oder erforderlichen Zweck erfüllt ist fraglich.

Passfotos! Manche Kollegen behaupten, die würden ihnen die Miete ihres Studios bezahlen, kann sein, ich mache sie nicht. Weil die Qualität, in denen diese gebraucht werden, auch von einem Automaten gemacht werden kann – eine weitere These von mir.

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Das Produkt

Ein Fotostudio bietet „Produkte“ an. Ja, so kann man es nennen. Mir sagte ein Kunde mal, der auch Verkaufstrainer war, ich solle nicht sagen : „ …das kostet!“ sondern „ …das bekommen Sie für…
Fand ich überzeugend.
Ja, ich gebe zu, wir sollten lernen unsere 
Produkte“ zu verkaufen, also die richtigen Worte finden, mit denen wir sie anpreisen, entweder im persönlichen Gespräch, auf unserer Homepage und in unserem Newsletter.

Marketing – Marketer

Marketing ist wichtig und funktioniert im 21. Jhr. auch anders als noch im 20. Jhr. Das haben leider noch nicht alle, die mit der Fotografie ihren Lebensunterhalt verdienen wollen oder müssen, begriffen. Es wird höchste Zeit sich darauf einzustellen, sich zu informieren und zu lernen.

Erfolg

Das sozial web ist voll von erfolgreichen, selfmade Menschen. Auf seinen unterschiedlichen Plätzen treffen sich erfolgreiche online Marketer, auf die dann alle neidisch blicken. Verkaufsprofis oder die, die den Beruf der Fotografie niemals gelernt haben und erst dazu kamen als Photoshop erfunden wurde. Photoshop ist eine tolle Software und es gibt Künstler, die was ganz Neues und Eigens damit schaffen, sie schaffen jedoch keine Fotografie, wie ich sie meine, vor allem keine Portraits. Ich will ihr Fähigkeiten nicht schmälern, doch es sind Visuell Artist und keine Fotografen – doch eigentlich ist es mir nicht wichtig, wie sie sich nennen. Was ich damit sagen will ist, dass zig tausend Follower oder Likes bei FB keine Aussage über Qualität der Arbeiten sein kann und zu einem wirklich guten Portrait eben mehr Können erforderlich ist als sich mit Photoshop gut auszukennen.

Mainstream – Massengeschmack

Der Mainstream in der Fotografie spiegelt den kulturellen Geschmack einer großen Mehrheit wider. Diese entstand durch die massenhaft ins Netz gestellten Fotos, die massenhaft seit der Erfindung der Digitalen Fotografie erzeugt werden konnten. Das bedeutet jedoch nicht, dass ich als Fotografin mich daran orientieren muss.
Neulich habe ich folgendes geschrieben:

Das Netz/WEB ist voll mit Fotos von jungen, bildhübschen Frauen, oder mit Fotos, die mit Zuckerguß überschüttet zu sein scheinen, glibbrig und klebrig sind, wie ein Lolly.
Sich in solchen Zeiten selber treu zu bleiben, als Fotografin, ist eine echte Herausforderung, ehrlich! Denn die Anderen haben tausende von Fans und scheinen somit alles richtig zu machen, oder? Doch, ich betone es ausdrücklich:
Ich wollte, will und werde niemals dem Mainstreamgeschmack entsprechen.
Auch, wenn ich Spuren hinterlassen möchte auf dieser Welt, möchte ich Fotografien hinterlassen, die menschlich, authentisch und schön sind, die Gefühle zeigen oder ansprechen, echte Gefühle. Alles andere ist nur „modern“, ohne Stil und Klasse.“

..

Um was geht es mir?

Das kann ich noch nicht so einfach in Worte fassen, auch darum, weil es mir auch noch nicht so richtig klar ist.
Ich und auch andere, beklagen den Rückgang von Aufträgen. Die Nachfrage nach unseren Produkten scheint zurückgegangen zu sein. Doch ist es wirklich so, oder haben sich die Ansprüche unserer potentiellen Kunden einfach nur verändert?
Wirken die Bauchladenproduktpalette, die Fotostudios in der Regel anbieten, eher abschreckend auf interessierte Kunden als anziehend?

Ich befürchte, es geht um die Qualifizierung jedes Einzelnen und darum, einen eigene Handschrift zu finden, die sich vom Mainstream abhebt, konsequent abhebt und somit zu etwas Besonderem wird.

Unsere Kunden wollen immer noch ein Portrait von sich, ein Bild, dass sie in ihrer Einzigartigkeit zeigt zeigt. Individuell und was besonderes ist, eben kein Mainstream – davon bin ich überzeugt und auch davon, dass wir unsere Produkte auch auf individuelle und authentische Art und Weise anbieten sollten, so wie es uns entspricht.

Ich habe jedoch keine Ahnung wie das gehen kann/wird.

Vielleicht beginne wir mal damit und fragen uns, warum wir eigentlich in diesen Beruf gekommen sind?

  • Was war der Grund?
  • Warum wollten wir es unbedingt tun?
  • Warum wollen wir immer noch Fotos machen?

Mir würde eine breite Diskussion zu diesem Thema wirklich gefallen.

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smart as photography – Die Wucht des Wandels

Internationale Experten sprachen auf der DGPh-Tagung zur Photographie mit dem Smartphone in Mannheim. Es geht um die Veränderungen und die Zukunft der Fotografie (seit dem 9. Januar 2007, dem Tag, als das erste iPhone vorgestellt wurde). Leider sind die Vorträge alles ziemlich lang und ich habe einfach nicht die Geduld und Zeit mir alles anzusehen und, was besonders anstrengend ist, die meisten Vorträge sind in Englisch gehalten. Es geht auch um das Thema wie sich unsere Kommunikation mit dem SmartPhone verändert hat – sehr interessant. Zum Thema Fotografie habe ich das hier entdeckt:

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Es ist die Zusammenstellung von Fotografien, die mit dem #smartasphotography auf Instagram eingereicht wurden. Rosa Rot, die Herausgeberin des Magazins „The Smart View“, hat dazu aufgerufen und die Auswahl kurartiert.
Ich bin tief beeindruckt.
Es lässt mich, erneut, nachdenken über das was ich als Fotografin mache und wohin es mich führen wird, bzw. soll/kann. Ich meine sowohl mein Business als auch mich als Fotografin.

Und hier zwei von meinen aktuellen iPhone o graphien.

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Nutella ist aus

Das ist eher ungewöhnlich für mich. Was? Das ich um 6:00h in der Früh wach werde und Hunger habe.

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Apropos „Früh“. Ich bekenne mich „schuldig“, habe ich mich gestern doch zu einem „Früh“ eingeladen. Einem Bier, das in Köln gebraut wird. Was mich deswegen schuldig macht?

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Leute, ich wohne in Düsseldorf. In einer Stadt mit einer eigenen Biertradition.

Zurück zu dem, was mich so früh wach werden lässt. Ich denke, es war u.a. die Begegnung mit meiner Vergangenheit, bzw. mit Personen aus meiner Vergangenheit

 

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Im Düsseldorfer Kulturbahnhof Eller war die Finissage zur Ausstellung von Toni Tripp. Diese war von Udo Achten aus dem Nachlass des Fotografen kuratiert worden. Es ist ein sozialdokumentarische Fotografie. Mit Manfred Tripp, dem Sohn von Toni Tripp, habe ich zusammen gearbeitet, eine Zeit lang.img_1403

Dann war da auch noch Klaus Rose und Manfred Vollmer, zwei Fotografen-Kollegen, die ich aus meiner Zeit als Fotojournalistin kenne.

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Wir waren keine dicken Freunde, Kollegen halt, die auch in Konkurrenz standen. Denn, wenn mein Bild genommen wurde, um in einer Zeitung gedruckt zu werden, dann waren es deren nicht. Damals gab es jedoch jede Menge Zeitungen und Magazine die unsere Bilder druckten und die beiden hatten jeweils auch Frauen, die ihnen den Rücken freihielten, also Energie und Zeit genug ihr jeweiliges Geschäft ausbauen zu können. Trotzdem gab es Spannungen hinsichtlich der Annahme, dass der ein oder andere „ältere Rechten“ hätte, also „Erbhöfe“, um für die ein oder andere Zeitschrift zu arbeiten. Als Frau habe ich damals oft schmerzlich den Kürzeren gezogen.

Beide, Vollmer und Rose, sind inzwischen Rentner, wie sie sagen, doch auch noch aktiv, wie auf ihren Homepages zu sehen ist. Es fehlte Manfred Scholz (1934 – 1996), der leider viel zu früh verstorben ist. Das war eine spannende Zeit, ich meine die 70er und 80er Jahre des letzten Jahrhunderts. Es gab Arbeitskämpfe, soziale Auseinandersetzungen und die Frauenbewegung. Alles in einer anderen Qualität als sie aktuelle stattfinden. Die Medien waren noch andere und wir waren es auch. Im Kulturbahnhof Eller lag der Katalog einer Ausstellung aus, an der ich teilgenommen habe: „Düsseldorfer Fotografinnen“. Ich erinnere mich noch gut an die Diskussionen die es im Vorfeld gab. Ich z.B. legte Wert darauf, in meiner Biographie zu vermerken, wann und das ich Mutter geworden bin. Die anderen Frauen wollten das nicht, wollten sich eher „geschlechtsneutral“ darstellen.

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Beate und die alten Männer, wäre diese Episode auch zu überschreiben, denn sie sind älter als ich, einige schon über 80, andere fast. Und da ist auch Udo Achten, der sich das Genick gebrochen hat welches mit einem Stahlstifft geflickt wurde und den ich mir nicht vorstellen kann, ohne ein aktuelles Buch- oder Ausstellungs-Projekt vor der Brust, trotz seiner 73, die er im November wird. Warum hat er eigentlich noch nie was mit mir gemacht? Ich meine eine Buch oder Ausstellungsprojekt – muss ich ihn mal fragen.

Ich habe mich gefreut sie zu treffen und gleichzeitig hat es mir bewusst gemacht, dass ich mich darum kümmern muss mein eigenes analoges Archiv aufzubereiten.
Wieso habe ich dafür noch keine Zeit gefunden?
Dann hat es mir wieder mal bewusst gemacht, dass es gut ist, ab und an aus der Zeit zu fallen und sich anzusehen, wie das eigene Leben bisher verlaufen ist um festzustellen was frau schon alles geschafft hat.

Mir hilft das  mich selber zu verorten, im hier und jetzt.
Doch, was ist mein Bezugssystem?
Mein Leben?
Heute habe ich Kundinnen, die nehmen eine zweistündige Autofahrt auf sich, um von mir fotografierte zu werden. Damals hatte ich mein Fotolabor in meiner Wohnung, war Alleinerziehende, Studentin, und freiberufliche Fotojournalistin.
Meine Leben war immer randvoll. Mein Leben ist immer noch randvoll – oder?

Darüber werde ich mal beim Frühstück nachdenken. Als ich wach wurde, hatte ich Hunger, und zwar auf ein Nutella-Brot, doch, was musste ich feststellen? Siehe Titel dieses Beitrages….

Günter Zint

Bildschirmfoto 2016-06-27 um 10.17.22Marianne Fritzen – 1979 bei ihrer ersten Straßenblockade in Gorleben.  Bild: Günter Zint / Panfoto 

Persönlich getroffen habe ich Günter Zint, weil wir beide Mitglied der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union in der Verdi sind. Ich weiß nicht genau wann ich ihn getroffen habe, es muss in den 70er oder 80er Jahren gewesen sein und er war sehr beeindruckend, als Mensch und als Fotograf. Leidenschaft und Idealismus ist das, was ihn angetrieben hat und wohl auch noch antreibt und seine große Liebe zu St.Pauli.
Diese Art von Fotografen, wie Günter Zint einer war und ist, die ihre Arbeit reflektieren und sich auch engagieren und deren Leidenschaft in allen ihren Arbeiten zu sehen ist, braucht unsere Welt so dringend wie die Luft zum atmen. Bei YouTube gibt es sehr schöne Videos mit ihm, in denen er aus seinem Leben und über seine Arbeit erzählt.

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!
Günter Zint wird heute 75 Jahre alt!

Was ist gute Fotografie? – z.B. Robert Frank

Auch ihn entdeckte ich während meines Studiums.
Was für eine Offenbarung.
Das waren eben noch andere Zeiten, damals 1955, als er das Guggenheim-Stipendium bekam.

Robert Frank reiste durch die USA machte 28.000 Fotos, von denen er 83 zu seinem Buch „Die Amerikaner“ zusammenstellte.


       

Er hat mit seinem Stil Generationen, oder  zumindest die meiner Kommilitonen, beeinflusst, das ist mal klar.

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Bücher von Robert Frank

Was ist gute Fotografie?

Heute gibt es einen Beitrag von Dr. Thomas Soddemann.

Ihn habe ich auch virtuell getroffen und schätzen gelernt. Er ist Software Architekt und im Nebenberuf Fotograf und hat eine eigene Webseite.


Beate fragte mich, ob es bestimmte Fotografien von jemanden gibt, die ich gut finde und warum. Sofort kamen mir natürlich ein paar großartige Fotografen in den Sinn, deren Bilder ich sehr gerne mag – eigentlich vielmehr: geradezu faszinieren. Und zwar so sehr, dass ich sie mir immer wieder ansehen muss. Diese Fotografen (und -innen natürlich) setzen ihre Schwerpunkte allerdings in verschiedenen Genres. So sind sie untereinander nur schwer vergleichbar. Daher war meine Aufgabe zunächst, mich auf eine Art der Fotografie festzulegen.

Dabei war mir eingefallen, dass ich neulich bei issuu.com ein wenig gestöbert hatte. Denn dort sind sehr viele Ausgaben aktueller internationaler Foto-, Mode-, und Kunstzeitschriften online. Insbesondere stößt man da auch auf weniger bekannte aber durchaus genial gemachte Fotografiezeitschriften und Magazine der gegenwärtigen Kunst. Nun, bei dieser kleinen Recherche stieß ich auf die Fotografien von Lottie Davies und Morgan Norman.

Leider hat Lottie Davies genau die Fotos, die mir dort so gut gefielen nicht auf ihrer Homepage. Und wie bei Lottie Davies finden sich auch bei Morgan Norman Fotos im Portfolio, die ich dann doch so gar nicht mag.

Wen finde ich den noch gut?

Zu meinen Lieblingsfotografen gehören sicherlich auch Michael Grecco, Brooke Shaden, die Bechers und natürlich auch Pete Souza. Es blieb also nicht so einfach. Allerdings, Pete Souza hatten wir ohnehin schon.

Zur Zeit beschäftige ich mich selbst intensiv mit Portraits. Und da mag ich nun einmal Portraits, die klar und gezielt eine Persönlichkeitsfacette zeigen bzw. sich auf ein Facette konzentrieren. Das darf gerne übertrieben sein, sogar in surrealer oder comic-hafter Überzeichnung gibt es einige Werke, die ich einfach klasse finde. Solche Portraits sieht man natürlich häufig in der Werbung und nicht selten auch im weiteren Bereich der Modefotografie.

John Keatley ist einer der Fotografen, die diese Art der Fotografie extrem gut beherrschen, aber natürlich auch David E. Jackson oder Brad Trent.

Ebenso findet man die Darstellung von Persönlichkeitsfacetten auch in einer weiteren Art von Portraits, den sog. „environmental portraits“. Das sind Portraits, die in der „natürlichen“ Umgebung der porträtierten Person entstehen.

Und jemand, der trotz seiner jungen Jahre ein Meister darin ist, heißt Joey L. aus NYC. Bei ihm verschwimmt die oft die Grenze zwischen Reportagefotografie und Kunst. In seinen Portraits schafft er es eine starke Bindung zwischen Betrachter und Darsteller herzustellen. Dabei zeichnen sich seine Portraits in den freien Arbeiten durch eine recht einfache Lichtsetzung meist in Kombination mit gegebenen Licht aus. In seinen Auftragsarbeiten wird die Lichtsetzung allerdings mitunter dann komplexer. Für mich gehören seine Werke definitiv in die Kategorie „Ich muss immer wieder hinsehen.“.

Gestoßen bin ich auf ihn übrigens mit seinem Projekt über die Holy Men in Indien. Der Filmemacher Cale Glendening hatte seinerzeit Joey begleitet und einen Film über das Projekt gedreht:

Varanasi, India: „Beyond“ from Cale Glendening on Vimeo.

Joey war aber auch in anderen Teilen der Welt unterwegs und aktuell sogar mit Peschmerga-Kämpfern in Syrien: „Guerrilla Fighters of Kurdistan„. Vor allem dieses Projekt hat mich wahnsinnig beeindruckt.

Guerrilla Fighters of Kurdistan from Joey L on Vimeo.

Was ist gute Fotografie? – z.B. Warren Richardson

Peter Meyer, der hier etwas über das „World Press Photo of the Year“ von Warren Richardson schreib, ist mir durch sein Streetfotografie aufgefallen, schwarz-weiß, was sonst. Diese habe ich via Facebook entdeckt.


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Über dieses Foto ist bereits viel (negatives) berichtet worden. Aber ich versuche zu erklären, warum ich mich trotzdem für dieses Foto entschieden habe.

Zuerst einmal ist es ein SW-Foto. Ich mag vorwiegend SW-Fotos. Das kann ich nur schwer erklären, warum ich meist nur SW-Fotos mag. Aber Farbe hat für mich immer etwas oberflächliches. Sicher, es gibt auch gute Farb-Fotos. Aber für mich sind es meist SW-Fotos, die mich wirklich bewegen. Alle Fotos, die meine Generation geprägt haben, waren SW-Fotos. Das hat sicherlich auch mit meinem Alter zu tun. Die Generation, die jetzt mit dem Smartphone aufwächst, wird sich sicherlich später für Farb-Fotos entscheiden. Aber mein Blick auf die Welt ist durch SW-Fotos geprägt worden. Und ich liebe nunmal SW-Fotos!
Dann ist das Foto sehr dunkel, mit sehr viel dunklen Schatten. Ich mag diese Art von SW-Fotos. Dadurch bekommt ein Foto für mich „Tiefe“ und „Prägnanz“. SW-Fotos tut es sehr gut, wenn sie etwas dunkler sind, sei bekommen dadurch mehr „Tiefe“. Dazu kommt die Körnigkeit und die leichte Unschärfe des Fotos, das die Dramatik dieses Foto noch steigert. Sicherlich tut auch die Situation auf dem Foto einiges dazu: Es ist Nacht, eine Flüchtlingsfamilie versucht mir ihrem Kind einen Stacheldrahtzaun irgendwo auf dem Balkan zu überwinden. Die Dunkelheit der Nacht, die Gehetztheit im Blick des Vaters, der das Kind durch den Zaun zu den Armen der Mutter trägt alles zu dem Gesamteindruck des Bildes bei.
Es ist schon vor der Veröffentlich des Gewinnerbildes vermutet worden, daß ein Bild mit Flüchtlingen, wahrscheinlich sogar mit einem Kind, diesen Wettbewerb gewinnen würde. Viele Kritiker fühlten sich nach der Benennung des Gewinners bestätigt. Aber was spricht dagegen, ein solches Foto einzureichen? Die unglaubliche Flüchtlingssituation auf dem Balkan und in Griechenland bestand und besteht immer noch. Nur weil ein solches Thema bereits tausend mal in der Presse und in den Nachrichten war, bedeutet doch nicht, daß man darüber nicht mehr mit solchen Fotos berichten soll. Der Krieg in Syrien dauert schon 5 Jahre und es wird immer noch über ihn berichtet.

Und ein gutes Foto zeigt in der Einzelartigkeit eines einzelnen Moments (Das macht ja die Fotografie, sie hält einen einzigartigen Moment fest!), was solche eine Situation für jeden Menschen an Emotionen bedeutet: Angst, Gehetztheit und Verzweiflung. Und das kommt perfekt in dem Foto von Warren Richardson rüber. Pure Emotion!
Ich habe sehr viel Respekt vor den Fotografen, die überall auf der Welt in Krisen und in Kriegen solche Bilder machen. Die Welt ist nicht „heil“ und sie braucht solche Fotos, um immer wieder auf diesen Zustand hinzuweisen. Solange die Welt so ist, wird es solche Fotos geben. Mag auch die Kritikerszene sich darüber negativ äussern, „but that´s the real life“!

Peter Meyers Fotos sind auch hier zu finden fotocommunity

Was ist gute Fotografie? – z.B. Nan Goldin

Jana März, die heutige Autorin, kenne ich nur virtuel. Ich glaube, es war ein WordPressProblem duch das wir erstmal in Kontakt kamen. Seit dem bekomme ich ihren Newsletter und sehe was sie so macht und finde es interessant.
Als ich ihren Beitrag zu Nan Goldin laß, hat mein Herz gehüpft, den diese Fotografin kenne und schätzee ich ebenfalls.


 

Als mich Beate fragte, ob ich nicht ein Lieblingsbild von einem Lieblingsfotografen vorstellen könnte, da sagte ich spontan zu. Wie das so ist mit der Spontanität, fiel mir erst beim Heraussuchen auf „Wen nehme ich denn nun?“ Annie Leibowitz hat schon mein Kollege ausgesucht, denn sie mag ich mit ihren aufwändigen Fantasy-Monumentalbildern sehr. Und dann konnte ich mich nicht zwischen Hiroshi Sugimoto (Seascapes bzw. Diorama Serie) und Nan Goldin entscheiden. Beide sind unglaublich stark und doch so unterschiedlich. Letztendlich möchte ich eines meiner Lieblingsbilder von Nan Goldin vorstellen.

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Durch Zufall entdeckte ich vor ein paar Jahren eine Fotostrecke von ihr, die sie für Dior in New York im Jahr 2013 angefertigt hat. Diese Porträtserie hatte mich sehr berührt, sie ist sehr sexy, sinnlich und stark. Einige Bilder in der Serie sind Landschaftsfotografien, die aber nicht menschenleer sind.
Das Bild, das mich in der Serie am meisten berührt, ist eigentlich eine Fotografie voller »Fehler«: ein schiefer Horizont, ein mittig platziertes Pärchen, der Mann mit abgeschnittenen Beinen. Das Bild würde in jeder Community und in jedem Fotoklub zerrissen werden. Trotzdem liebe ich diese grobkörnige Schwarz-Weiß-Aufnahme. Es erzählt die Geschichte einer tiefen Liebe. Der Mann trägt die Frau über den nassen Strand, fest in seinen Armen, die Wellen im Hintergrund sind aufgewühlt, der Himmel trist und grau. Der Gesichtsausdruck des Mannes ist voller Gefühl, und er spreizt die Hände, um die Frau fester zu halten. Sie hat die Arme um ihn und ihren Kopf an seine Schulter gelegt. Sie fühlt sich geschützt und geborgen. Seine Fußspuren sind im Sand erkennbar, und gleichzeitig sieht man die nächste Welle herankommen, die diese fortspülen wird.
Ein Bild, das nicht nur viel zwischenmenschliches Gefühl zeigt, sondern auch Veränderung und Vergänglichkeit.

Ich liebe dieses Bild, obwohl es alle Regeln der Fotografie missachtet, einfach weil es eine Geschichte erzählt, die mich träumen lässt.

Dieses Beispiel zeigt für mich, dass das starre Festhalten an Regeln nicht zielführend ist. Es geht dabei um die Geschichte und weniger um fototechnische Perfektion. Sicher ist es richtig, alle bekannten Kompositionsregeln zu verinnerlichen, zu kennen. Allerdings nützt die sture Umsetzung aller Regeln wenig, wenn man nicht sein ureigenstes Bauchgefühl in die Fotografie mit einbringt. Die großartigsten Fotografien wären nie entstanden, wenn der Fotograf stundenlang überlegt hätte, ob er das Motiv nach dieser Regel oder eher nach einer anderen hätte platzieren sollen. Vor Ort, in dem Moment des Geschehens, zählt der gefühlte Augenblick. Und das zeigt dieses Bild.
Gleichzeitig ist das Bild jedoch ebenso ein Beispiel für mich, das auch kommerzielle Bildserien mit gecasteten Schauspielern authentisch sein können. Auftragsarbeiten können genauso berühren, wenn wir – die Fotografen – mit Herz und Seele dabei sind. Wenn aus einem Beruf Leidenschaft wird.

Dies ist der Film zur Kampagen die Nan Goldin für Dior fotografiert hat.

Und es gibt auch dieses Buch

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Bücher zu Nan Goldin




Was ist gute Fotografie? – z.B. Sebastião Salgado

Die Fotografin Erika Koch, die diesen Beitrag geschrieben hat, und ich danke ihr sehr dafür , kenne ich wirklich schon sehr, sehr lange. Wir hatten den gleichen Ausbildungsbetrieb, hier in Düsseldorf. So lange kennen wir uns. Wir hatten uns ein paar Jahre aus den Augen verloren und nun wieder getroffen.


 

Bildschirmfoto-2016-04-03-um-22.18Der Brasilianer Sebastião Salgado, der als Photodokumentarist geführt wird ist für mich einer der ganz grossen, zeitgenössischen Fotografen und Künstler.

Wie Paul Klee sagt: „Kunst bildet nicht ab sondern macht sichtbar.“
So zeigt Salgado in all seinen Arbeiten die klare Haltung eines Künstlers.

Seine Arbeit ist nie voyeuristisch, sondern voller Respekt für sein fotografiertes Gegenüber. Gleich ob er sich mit den Goldgräbern in Brasilien oder den Hungernden in Ruanda beschäftigt. Die Armut das Leid der Schmerz wird nicht ästhetisiert, sondern der Respekt dieser Fotos sind die Augenöffner und der Zugang zu all den schwierigen Themen die er uns aufzeigt. All denen die sich für diesen Fotografen interessieren empfehle ich 2 Dokumente Sebastião Salgado  „Das stille Drama der Fotografie“.

und den Film  von Wim Wenders: „Das Salz der Erde“

Diese beiden Dokumentationen geben für mich am Besten die besondere Haltung dieses Künstlers wieder. Interessant ist für mich, nachdem ich die Ausstellung Genesis, 3 mal sehen konnte, in Madrid, Stockholm und Lissabon, ich feststellen muss das es selbst Profis unterläuft nicht das rechte Maß für das Ausstellungsformat zu finden. Viel zu viel zu dicht gehängt! Auch für dieses grossartige Werk gilt für mich „Weniger ist Mehr „.

Erika Koch am 3.4.2016


 

Bücher von Sebastião Salgado

Was ist gute Fotografie? – z.B. Vivian Maier

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Vivian Dorothea Maier

* 1. Februar 1926 in New York City  – † 21. April 2009 in Chicago.

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Habe mir endlich den Film über diese Frau und Fotografin angesehen und bin tief beeindruckt. Es ist fast unerträglich zu wissen, dass sie niemals erfahren wird, welchen Wert ihre Arbeit hat und was für eine geniale Fotografin sie war.

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Ihre Fotografien erinnern an die Arbeite von Robert Frank, Lisette Model, Helen Levitt oder Diane Arbus. Wenn Vivian Maier zu ihren Lebzeiten jemals ihre Fotografien einer Öffentlichkeit gezeigt hätte, wäre sie sicher ebenso berühmt geworden wie diese.
Mary Ellen Mark sagt in dem Film, dass ein Teil des Puzzel zu fehlen scheint, um sie Vivian Maier zu verstehen.
Über 150 000 Negative hat sie hinterlassen, unglaublich. Ihre Selbstportraits sind schon was besonderes.
Ich bin tief beeindruckt und fast sprachlos angesichts dieses Werkes..

Hier ein paar ihrer grandiosen Fotografien

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Was ist gute Fotografie? – z.B. Sam Abell

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Ulla Keienburg, die heute etwas zu einem Fotografen schreibt, habe ich vor 2 Jahren durch mein Portrait Projekt „Silbergrau – das bin ich“ kennengelernt. Ulla ist viel unterwegs. Sie ist Journalistin für Bild & Wort und Counseler grad. Doch, was mich wirklich neidisch macht ist, sie gibt FotoWorkshops auf  Kreuzfahrtschiffen. Ulla hat mir davon erzählt, dass sie, wenn sie in den USA ist, mitunter Workshops von Fotografen in Woodstock, NY besucht. Und davon erzählt sie uns …

Als ich heute meine Bücher für die anstehende Reise zusammen suchte, meine Kamera und Zubehör vorbereitete, fiel mein Blick wieder auf das Buch:


Sam Abells besonderer Blick auf die Welt hat mich schon lange fasziniert, gerührt. Es war 2010, dass ich an Sam Abells Workshop „The Next Step“ teilnahm, in dem ich gefühlt mehr über Fotografie lernte als je zuvor. Selten habe ich so gerührt, gestärkt, erstaunt und klar die nächsten Schritte vor mir gesehen wie nach diesen zwei Tagen. Es waren nicht seine “Technik” oder seine “Tricks”  als vielmehr die unschlagbare Motivation und der “Inner attitude” des Sam Abell, die mich aufrüttelten. Wenn ich heute über Bildkomposition nachdenke, dann höre ich auch immer noch mal seine Stimme, seine Hinweise, erinnere seine Passion für das, was er tut. Wenn das mal nicht das Wichtigste ist, was ein Mensch haben muss, wenn er etwas gut machen will: Leidenschaft.

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Ich habe Sam Abell den Caspar David Friedrich der Fotografie getauft. Er arbeitet mit Schichten: Backlayer, Expression, Gesture – fotografiert meistens mit der 35 mm – Linse. Und auf seinen Bildern ist immer Leben – die Stilleben “atmen” und seine Aufnahmen von Chaos haben “Ruhe”. Er hat Geduld!0123layerabellbranding

Vielschichtigkeit und Komplexität faszinieren mich eh – und ich lauschte gern den Entstehungsgeschichten seiner Bilder. Er ist in seinen Szenen. “Involvement” nennt er das. Er ist einfach so – involviert, präzise, herzlich, gedankenvoll, wach, aufmerksam, respektvoll.Exmoor

I am deeply grateful for this experience!


Hier Videos zu diesem Fotografen und Leher – bei You tube finden sich noch weitere

 

Was ist gute Fotografie? – Wenn sie mich berührt!

Ich wollte eigentlich schon ins Bett gehen, musste jedoch eben noch nachsehen, was sich auf dieser Festplatte befand. Und ich fand das – eine Fotografie von Imogen Cunningham.
Wie hatte ich mich in dieses Bilder verliebt, als ich es erstmals gesehen habe. Ich fühlte es wieder, just in den Moment, als ich die Datei öffnete.

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(c) Imogen Cunningham

Es ist wohl das, was das Licht mit dem weißen Bettlaken macht, das mich so fasziniert. Ich kann es nicht genau benennen, nur das ich es großartig finde. Wahrscheinlich ist das auch der Grund, warum ich Schwarz-Weiß Fotografin bin, wer weiß.
Imogen Cunningham ist 1883 in Portland, Oregon geboren und in machte bis kurz vor ihrem Tod Fotos. Sie starb mit 93 Jahren am 23. Juni 1976 in San Francisco.

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Auf diesem Foto ist die Fotografin 91 Jahre alt.

 

(c) Judy Dater

Ich hätte sie gerne getroffen. Sie hatte ein Portraitstudio in Seattle und gehörte zu den Gründungsmitgliedern der Gruppe f/64.

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(c) Imogen Cunningham

Blumen gehörten zu ihren bevorzugten Motiven.
Wobei mich diese Fotografie an einen anderen Fotografen erinnert: Robert Mapplethorpe.

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Von ihm stammt ein anderes, meiner absoluten Lieblingsfotografien: Die schwarzen Trauben.
Für mich ist diese Fotografie lange Zeit der Inbegriff von Sinnlichkeit gewesen.

Beim Betrachten dieser beiden Fotografien weiß ich wieder, warum Fotografie mir wichtig ist.

Akt – Teilakt – Sensitiv Portrait

Ich möchte, in Bezug auf meinen fotografischen Stil, etwas Klarheit in diese Begriffe bringen.

„Aktaufnahmen sind ohne Zweifel ein sehr heikles Gebiet, denn nirgends ist die Gefahr, daß aus dem guten Wollen ein entsetzlicher Mißgriff wird, so groß wie beim Aktfoto. Vor einem falschen Hintergrund, in unechter Stellung und Gebärde kann ein unbekleideter Mensch allzu leicht nur «ausgezogen» wirken …“

                                                                                                       Werner Wurst

Wikepedia nennt diese Fotografie eine der ersten Aktfotografien. Sie ist von E. Delacroix und Eugène Durieu (1853).

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Sollte es mich wundern, dass ich ähnliche Rückenakte mache?

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Akt

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Ein Akt ist die Abbildung des nackten menschlichen Körpers. Der Fokus hierbei liegt nicht unbedingt auf den primären Geschlechtsorganen: Brust & Schambereich, doch es geht um Nacktheit.
Durch meine Entscheidung für eine sehr puristische  Schwarz/Weiß-Fotografie, sehe ich für mich nicht die Gefahr, etwas im „Playboy-Stil“ zu fotografieren oder so, das es an die „St.Pauli-Nachrichten“ erinnert.
Mir geht es um eine Aktfotografie mit Niveau.
Was meine ich damit?
Vielleicht eine Aktfotografie, die nicht nur auf die erotische Stimulation des Betrachters ausgerichtet ist?
Um eine Fotografie bei der es u.a. auch um Respekt und Achtung gegenüber der Frau vor meiner Kamera geht? Ich sehe mir jede Frau an, die mit diesem Wunsch zu mir kommt, stelle mich auf sie ein, anstatt ihr meine Visionen von „Nacktheit“  überzustülpen.

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Auch das sind Aktfotografien

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Teil Akt

Hierbei ist die Brust oder der Po zu sehen.

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Sensitiv – sinnlich – erotisches Portrait

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Boudoir Portrait

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Beim Zusammenstellen der Fotos für diesen Beitrag, ist mir so Einiges, in Bezug auf meinen Stil, bewusst geworden. Darum werde ich mich in der nächsten Zeit intensiv kümmern. Außerdem steht ein Interview für einen Podcast genau zu diesem Thema an.


 

Ich suche immer Modells auf TfP Basis um meinen Stil im Bereich Akt – Teilakt zu konkretisieren.


 

Wenn Sie als Kundin Interesse an so einem Shooting haben, rufen Sie mich an  (0211 97711490) oder schreiben Sie mir und verabreden einen Termin, für ein individuelles Beratungsgespräch mit mir, in meinem Studio.

Was ist gute Fotografie? – z.B. Joel Meyerowitz

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Joel Meyerowitz (* 6. März 1938, New York) wurde in den 1960er Jahren durch seine farbige Street Photography international bekannt. Zusammen mit Stephen Shore, Garry Winogrand und William Eggleston gehört er zu den bedeutendsten Fotografen der „New Colour Photography“. Ich habe ihn im Studium durch diese Portraits kennengelernt.

Hier gibt es ein Interview, in dem er, wie ich finde, wirklich Wichtiges und Richtiges zu sagen hat – zur Fotografie natürlich!.

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Was ist gute Fotografie? – z.B. Annie Leibovitz

Adolf Kluth, der hier seine Meinung zum Thema gute Fotografie schreibt habe ich vor zig Jahren, genau weiß ich es nicht mehr, bei Flicker getroffen und seit dem sind wir befreundet. Ich schätze seinen Humor und seine Bereitschaft, mir bei technischen Problemen zu helfen, sowie seine Art sich ernsthaft mit der Fotografie zu beschäftigen, auch wenn er im Hauptberuf engagiert Lehrer ist. Adolf hat heute Geburtstag.

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Dustin Hoffman by Annie Leibovitz

Ich wähle dieses Portrait von Dustin Hoffman aus, welches die von mir hoch verehrte und bewunderte Annie Leibovitz geschaffen hat. Seine linke Hand steckt im Pulloverärmel wie es Menschen manchmal machen um sich zu wärmen, der Zeigefinger liegt auf der Oberlippe als wolle er uns zum Schweigen ermahnen. Die Augen sind nach recht gerichtet, er schaut also nicht, wie man es bei Portraits oft sieht, in die Kamera.
Über technische Aspekte will ich mich hier nicht auslassen, dafür ist das Eis auf dem ich in dieser Beziehung stehe viel zu dünn. Ich denke, wir können davon ausgehen, dass eine Fotografin, die für ein einziges Bild eine große Studioblitzanlage und einen Konzertflügel ins Schleswig-Holsteinische Wattenmeer zu stellen bereit ist, weiß was sie tut.

Um zu erklären was ich an diesem Bild gut finde, muss ich etwas ausholen und dazu will ich noch ein paar andere Bilder von Annie zeigen. Sie hat nämlich eine ganz besondere Sichtweise auf die Dinge. Diese Sichtweise hat mich schon fasziniert, als ich zum ersten Mal, als zehnjähriger Junge, eines ihrer Bilder gesehen hab. Damals noch, ohne mich für die Fotografin oder gar die Fotografie zu interessieren. Es ging seinerzeit durch Nachrichten und Zeitungen.

Nixon's helicopter leaving the White House in 1972

Nixon war soeben über die Watergate-Affäre gestolpert, nach seiner Abdankung wurde er mit dem Hubschrauber am Weißen Haus abgeholt. Alle anderen Fotografen waren gegangen, nachdem er sich lächelnd und winkend aus der Helikoptertür heraus verabschiedet hatte. Nur Annie ist geblieben und hat diesen Augenblick eingefangen. Es ist der Moment nach dem Moment. Sie hat die Tragweite des Ereignisses viel besser eingefangen, als es die Winkebilder ihrer Kollegen hätten tun können, indem sie ein wenig daran vorbei geschaut hat. Der Ex-Präsident ist weg, und sogleich rollen die Soldaten den roten Teppich, den er nie wieder betreten wird, eilig zusammen.
Irgendwie schafft sie es immer, die von ihr dokumentierten Ereignisse und Personen dadurch besonders gut zu charakterisieren, dass sie sie aus einem ungewöhnlichen Blickwinkel heraus betrachtet.

Mick Jagger

Ein anderes Beispiel: Mick Jagger nach einem Konzert. Nicht während des Konzerts, in Heldenpose ins Mikro brüllend. Das kann sie natürlich auch. Sondern nach dem Konzert, erschöpft, nass geschwitzt, ausgelaugt und verletzlich. Da ist es auch völlig egal, dass die Beleuchtung alles andere als ausgefeilt ist. Besser kann man nicht dokumentieren, wie Mick Jagger sich auf der Bühne verausgabt.

Noch ein Beispiel: Der inzwischen verstorbene New Yorker Künstler Keith Haring, der für das Bild einen ganzen Raum mit seinem unverwechselbaren Stil gestaltete, sich anschließend nackt ausgezogen und von Kopf bis Fuß bemalt hat. Auf dem Foto sieht man ihn kaum. Und doch sieht man mehr von seiner Persönlichkeit, als auf jedem klassischen Portrait. Und das meine ich überhaupt nicht anzüglich!

Artist Keith Haring, camouflaged. Photo by Annie Leibovitz.

Sie gibt diese Szenarien nicht vor. Die von ihr portraitierten Menschen kommen von selbst auf solche Ideen. Dass John Cleese sich für ein Foto von ihr in einen hautengen Jumpsuit gezwängt und kopfüber wie eine Fledermaus an einen Baum gehängt hat, ist kein Zufall. Whoopi Goldberg hat sich aus eigenem Antrieb in die mit Milch gefüllte Badewanne gelegt. John Lennon und Yoko Ono – sie bekleidet, er nackt an sie angekuschelt. Wir alle kennen diese Bilder. Und wer sie nicht kennt, sollte sich was schämen und sich den tollen, im Jahr 1991 bei Schirmer/Mosel erschienenen Bildband besorgen.
Zurück zu Dustin Hoffman: Das Portrait zeigt, so könnte man es vielleicht sagen, den Menschen hinter dem Gesicht. Das ist es, was gute Fotografie ausmacht: Nicht Gesichter fotografieren, sondern den Menschen hinter dem Gesicht zeigen. Nicht einen Augenblick dokumentieren, sondern das Wesen eines Augenblicks festhalten.


 

Weiter Bücher von Annie Leibovitz, die ich empfehlen kann

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Was ist gute Fotografie? – z.B. Pete Souza

Early in the morning on Jan. 21st, President Barack Obama rides the elevator to the Private Residence of the White House after attending 10 inaugural balls and a long day including being sworn in as President at noon on Tuesday, Jan. 20, 2009.
Official White House Photo by Pete Souza

Early in the morning on Jan. 21st, President Barack Obama rides the elevator to the Private Residence of the White House after attending 10 inaugural balls and a long day including being sworn in as President at noon on Tuesday, Jan. 20, 2009. Official White House Photo by Pete Souza

Als vor, nunmehr fast 8 Jahren, Obama Präsident in den USA wurde, habe ich erstmal bei Flickr den offiziellen Fotostream des White House gefunden und den Fotografen Pete Souza entdeckt. Seine Fotos zu sehen haben mir gezeigt, dass es sie noch gibt, diese Art von Fotografie, die Geschichten erzählt und berührt und eine technische Perfektion, die begeistert. Doch nicht nur das, seine Fotografien sind irgendwie intimer, kein Wunder hat er doch 24 Stunden uneingeschränkten Zugang zum Präsidenten könntest du sagen, doch das ist es nicht alleine. Sicher er ist „nah“ dran, doch er entscheidet sich auch gerne einen Schritt zurück zu treten. Ich finde es spannend, wie er seine Aufgabe als offizieller Fotograf versteht.
Da er das schon bei Reagan war, einem Republikaner, und nun bei Obama ist, einem Demokraten, hat es auch nichts mit seiner politischen Einstellung zu tun. Sondern nur mit der Liebe zu seinem Beruf. Sicher, er hat eine gute Ausbildung und nicht den Anspruch „Likes“ zu bekommen, oder Mainstream zu sein, nein, er ist seiner Aufgabe verpflichtet und dem Wunsch, Fotografien zu schaffen, die in Erinnerung bleiben, gerade heute, wo jeden Tag unzählige Fotos entstehen und ins Netz gestellt werden.
Wir werden geradezu damit überschwemmt, ist mein Eindruck. Und all diese Fotos prägen und bilden den Geschmack derer, die sie sich anschauen. Darum ist es heute nötiger als je zu zeigen welche Qualität, welcher visuelle Genuss, möglich ist. Lehn Dich zurück und genieße die Fotografien von Pete Souza.

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Was ist gute Fotografie? – z.B. Robert Lebeck

Ich weiß nicht mehr das Jahr, doch es war auf einem SPD Parteitag hier in Düsseldorf, als ich ihn, Robert Lebeck, das erste und einzige mal persönlich getroffen habe. Er arbeitet, wie er mir sagte, an einem Portrait vom späteren Kanzler Schröder, der Gast auf diesem Parteitag war. Alle anwesenden Fotojournalisten habe ihn nicht erkannt, wahrscheinlich, weil ihr riesengroßes Ego, ihnen den Blick verstellte.
Schade.

Für mich war er immer ein Vorbild. Seine Reportagen, egal zu welchem Thema, haben mich sehr beeindruckt.

Robert Lebeck gilt als einer der bedeutendsten Fotoreporter der deutschen Mediengeschichte, er arbeitete für Zeitungen, Agenturen und Magazine. Besonders verbunden war er schon seit 1966 dem Verlag Gruner + Jahr. Hier arbeitete er nicht nur dem „Stern“ zu, sondern leitete für rund zwei Jahre auch als Chefredakteur das Magazin „Geo“.

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Das ist wohl eines seiner berühmtestes ReportageFotos. Diese Foto eines jungen Afrikaners, der bei den Feierlichkeiten zur Unabhängigkeit des Kongo König Baudouins Degen stahl, ging um die Welt und ist noch heute seine „Visitenkarte“. 1929 geboren, gehört er zu den Fotografen die analog gearbeitet haben.

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Bei Foto TV kann man sich gerade kostenlos einen Film zu ihm ansehen.

Bücher von Robert Lebeck

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Fotografische Stile

Es ist nicht die Kamera, sondern wer dahinter steht.

Darum ist es mir wichtig, neben den Fotografien, auch das Gesicht der Fotografierenden zu zeigen.

martin-parr-540x304Martin Parr
*23. Mai 1952
© Sean Gallup/Getty Images

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Hilla & Bernd Becher
Bernd 20. August 1931  – 22. Juni 2007
Hilla * 2. September 1934
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3. November 1903  – 10. April 1975

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© Walker Evans
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© Bernd & Hilla Becher
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© Martin Parr

Ein Evans„, sage ich vielleicht angesichts einer alten Tankstelle irgendwo in Amerikas tiefem Süden, „ein Becher„, wenn ich im Ruhrgebiet an einem Förderturm oder einem Gasometer vorbeifährt, und wenn im grellen Sonnenschein das Ketchup auf den Pommes frites landet, denke ich an Martin Parr. Will sagen, die Fotografiegeschichte kennt „Bildsprachen“ und „Dialekte“, mit denen wir Eindrücke und Stimmungen verbinden können.

Lebendige Fotografie lässt Neues entstehen, sie zerstört niemals. Sie verkündet die Würde des Menschen. Lebendige Fotografie ist bereits positiv in ihren Anfängen, sie singt ein Loblied auf das Leben.
Berenice Abbot

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Berenice Abbot
17. Juli 1898  – 9. Dezember 1991
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© Berenice Abbot

Es geht mir um den eigenen fotografische Stil.

Wie komme ich darauf?
Mir gehen die Massen von Fotografien ohne jeglichen persönlichen Stil, die im Netz und auf Homepages zu finden sind, schlicht und einfach immer mehr auf den Keks.
Was ist ein fotografischer Stil?
Stil bezeichnet eine „charakteristisch ausgeprägte Erscheinungsform“.
Bisher bin ich davon ausgegangen, dass jeder Fotografierende seine Fotografien mit einer typischen charakterlichen Ausprägung versieht und sich darum bemüht, seinen Arbeiten eine hohe Wiedererkennbarkeit oder vielleicht sogar ein Alleinstellungsmerkmal zu verpassen.
Doch offensichtlich ist dies immer weniger der Fall.
Heutzutage bietet die Fotografie jedem Amateur die Möglichkeit, ohne großes technisches Wissen (dank Automatikfunktionen), Abbildungen der “Realität” zu machen. Automatische Belichtungsmessungen inkl. Motivprogrammen lassen Bilder zu, die technisch betrachtet durchaus druckreif sind. Diese Bildqualität hat ein Niveau erreicht, von dem Amateure der 70er und 80er Jahre nur geträumt haben und Anfänger orientiert sich meist an den Bildern die sie sehen. Genau hier liegt m. E. eine Ursache für das Fehlen des eigenen Stils, d.h. die Technik dominiert und man orientiert sich zu leicht an den Bildern anderer Fotografierender, weil man glaubt, dass wäre es, was die „Kunden“ sehen wollen. So entsteht eine Inflation der immer gleichen, inhaltsleeren Fotografien.

Die Tatsache, dass eine (im konventionellen Sinn) technisch fehlerhafte Fotografie gefühlsmäßig wirksamer sein kann als ein technisch fehlerloses Bild, wird auf jene schockierend wirken, die naiv genug sind, zu glauben, dass technische Perfektion den wahren Wert eines Fotos ausmacht.
Andreas Feininger

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Andreas Feininger

Fehlt es den Fotografierenden an Erfahrungen oder Werten, haben sie keine Einstellung, keinen Standpunkt zu dem was sie da machen? Fehlt schlicht der Mut seinen Fotografien die eigene charackteristische Ausprägung zu geben. Oder was? Fragen die Fotografierenden sich manchmal:

  • Was sind meine Werte, was treibt mich an im Leben?
  • Was ist mir wichtig, wofür kämpfen ich?
  • Gibt es einen roten Faden in meinem Tun?
  • Welche Botschaft möchte ich vermitteln?

Wann habe ich mich das zuletzt gefragt?

Wer sind oder waren meine Vorbilder?

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Robert Capa
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Henri Cartier-Bresson
© Corbis
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Lee Friedländer
© Avedon

Fotografien haben für mich die Aufgabe Gefühle zu vermitteln. Gefühle verbinden wir mit Ereignissen, daraus entstehen unsere Erinnerung.
Wir leben in einer mediengesteuerten Kultur, in der die Gefahr besteht, dass an die Stelle des eigenen Erlebens, das durch Bilder vermittelte Erlebnis tritt. Ist das wirklich so?
Ich muss nicht wirklich selber erleben wie schrecklich ein Tsunamie oder ein Krieg ist!
Nein!
Mir reichen sehr oft die Bilder zur Information, denn auch sie lösen Gefühle aus, machen betroffen.
Es waren die Fotografien eines Capa’s oder Cartier-Bresson, die mich tief beeindruckt haben und Gefühle auslösten, u.a. eine tiefe Abneigung gegen Krieg und Gewalt. Diese beiden Fotografen hatten auf jeden Fall eine Einstellung zu dem, was sie erlebten und fotografierten, und ihre Fotos haben eine sehr hohe Wiedererkennbarkeit, also haben die beiden einen eigenen fotografischen Stil.

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© Cartier-Bresson
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© Robert Capa

Diane Arbus  – 14. März – 26. Juli 1971 –  z.B. steht für teils einfühlsame, teils schonungslosen Porträts von Exzentrikern und Randfiguren der Gesellschaft. In ihrem Werk stellte sie vorurteilsfrei die Grenzen von Normalität und Ästhetik der Gesellschaft in Frage. Fotografien von Diane Arbus sind immer zu erkennen, denn sie hatte einen eignen Stil.

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© Diane Arbus
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Diane Arbus
© Allan Arbus
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© Diane Arbus

Wie haben die Fotografinnen und Fotografen es geschafft ihren eignen fotografischen Stil zu entwicklen?

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© Lee Friedländer
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© Cartier-Bresson

Auf der Suche nach einer Antwort beginne ich mit Fotografen und Fotografinnen, deren Arbeit – kein Zufall – der Bildjournalismus war. Der Bildjournalismus war auch meine erste Leidenschaft, als ich mit der Fotografie anfing. Die von mir geschätzen bildjournalistischen Arbeiten sind orignär einzigartig, weil sie alle die subjektive Sicht des Fotografierenden wiedergeben, also die Welt auf eine ganz persönliche Weise interpretieren, denn genau darum geht es in der Fotografie: Eine subjektve Interpretation der Welt!

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Gerda Taro & Robert Capa.
© Fred Stein Archive/Getty Images

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© Robert Capa

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© Robert Capa

Margaret Bourke-White atop a steel gargoyle protruding from the 61st story of the Chrysler Building
Life Magazine’s photojournalist Margaret Bourke-White
© Oscar Graubner 1934.
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© Margaret Bourke-White

Ensteht ein eigener Stil bewußt oder unbewußt?
Wer kann das genau sagen?
Heute, als Portraitfotografin, will ich nicht jeden Tag das Rad neu erfinden, weil das nicht geht, darum lasse ich mich gerne durch die Arbeit anderer Fotografinnen und Fotografen inspirieren.
Diese Inspiration fliesst ebenso in meine fotografische Arbeit ein wie andere Aspekte meiner Persönlichkeit: Mein Geschmack, meine Menschenkenntnis, meine Empathie, meine subjektive Sicht, auf die mich umgebende Welt.
Auch, wenn ich um meinen eigenen, unverwechselbaren Stil bemüht bin, gibt es in meinen Arbeiten stilistische Anleihen, das lässt sich wohl nicht vermeiden. Ich bin darum bemüht in meinen Fotografien, eine hohe Wiedererkennbarkeit und vielleicht sogar ein Alleinstellungsmerkmal  zu entwicklen, ob es mir gelingt müssen Andere beurteilen.

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© Beate Knappe
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© Beate Knappe

Ich bin sicher, je reflektierter eine Persönlichkeit ist, um so bewusster werden ihre Lebensumstände in ihre fotografische Arbeit einfließen. Die gewählten Themen werden gezielt ausgewählt und entsprechend der eigenen Sichtweise und Erfahrungen umgesetzt. Bei mir scheint es eher so, dass die unbewußte Verarbeitung von (Lebens-)Themen die Grundlage meines Stils bilden.
Die Entscheidung als Portraitfotografin zu arbeiten, in einem eigenn Fotostudio, war selbstverständlich eine bewusste Entscheidung von mir. Doch, wie ich den Menschen vor meiner Kamera sehe, ist immer eine subjektiv intuitive.

Es ist ebensowenig ein Zufall, dass der Fotograf Fotograf wird, wie es ein Zufall ist, dass ein Löwenbändiger Löwenbändiger wird.

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Dorothea Lange
26. Mai 1895 –11. Oktober 1965

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© Dorothea Lange

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Ellen Auerbach
20. Mai 1906 – 30. Juli 2004
© Andreas Pohlmann
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Sibylle Bergemann
29. August 1941 – 1. November 2010

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© Sibylle Bergemann

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© Ellen Auerbach

Mein Stil als Portaitfotografin:

  • Ich arbeite in Schwarz-Weiß
    und verzichte auf alles, was nicht zu der Person gehört, die vor meiner Kamera steht oder sitzt. Bei meiner
  • Aktfotografie
    kommt es niemals zu einer glitschig-pornografischen Inszenierung, denn auch ohne Kleidung geht es mir immer um ein Portrait der Person vor meiner Kamera.
  • Es geht mir um Stil und Ästhetik.
  • Mein Format ist das Quadrat

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© Beate Knappe

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© Beate Knappe

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© Beate Knappe
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© Beate Knappe

Hier noch einmal alle Namen, der von mir genannten Fotografinnen und Fotografen, es lohnt sich mehr über sie zu erfahren

  • Berenice Abbot
  • Diane Arbus
  • Ellen Auerbach
  • Richard Avedon
  • Hilla & Bernd Becher
  • Sibylle Bergemann
  • Margaret Bourke-White
  • Henri Cartier-Bresson
  • Robert Capa
  • Andreas Feininger
  • Lee Friedländer
  • Dorothea Lange
  • Martin Parr
  • Walker Evans

Beate Knappe

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Die Sache mit der Bildsprache

Vor ein paar Jahren sah ich ein Interview mit Heiner Müller (* 9. Januar 1929, † 30. Dezember 1995 in Berlin) dem deutschsprachigen Dramatiker, Regisseur, Intendant und Präsident der Akademie der Künste Berlin (Ost) im Fernsehen. Heiner Müller erzählte eine Anekdote: Einem Naturvolk in Afrika, das seit vielen Jahren fern ab von jedem westlichen Einfluss lebte, wurden Filme und Fotos gezeigt, u.a. ein Film über die Öffnung eines KZ’s in Deutschland, nach dem 2. Weltkrieg. Die Menschen aus Afrika lachten schallend und konnten sich kaum beruhigen.
Warum sie so reagierten?
Sie hatten es nicht für möglich gehalten das Weiße so dünn sein konnten.
Heiner Müller nahm diese Anekdote als Beispiel dafür, dass Bildsprach nicht universal sein kann und nur im jeweiligen Kulturkreis zu funktionieren scheint.

Daran musste ich denken, als es heute auf FB eine Diskussion um dieses Foto von diesem Blog gab.

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Nun befinden sich alle Beteiligten: die, die das Foto gemacht haben, die, die es veröffentlicht haben und die, die es auf FB gepostet haben im selben Kulturkreis und trotzdem gab es unterschiedliche Ansichten.
Ich z.B. finde es geschmacklos, das tatsächliche Elend auf den Philippinen zu so einem Motiv zu benutzen, um nicht zu sagen zu missbrauchen. Andere fanden, es sei einen Ausdruck von Sarkasmus*, denn „Likes“ auf FB helfen den Opfern dieser Katastrophe nicht, usw. Die Fage für mich ist, wem er gilt, dieser Sarkasmus?

Ich bin überzeugt davob, dass Bildsprache funktioniert, sie zu verstehen setzt nur vorraus, dass die Fähigkeit dazu erlernt worden ist. Im Kunstuntericht unserer Schulen wird das sicher immer noch nicht unterrichtet und so kann es eben doch leicht zu Missverständnissen kommen. Dann komme ich immer mehr zu der Ansicht, dass Humor auch Zielgruppen abhängig ist.

Mich macht so ein Elend sprachlos und hilflos. Und so ein Foto mag ja aus einem richtigen Impuls heraus entstanden sein, nämlich zu vermittel, das Likes auf FB nicht helfen

*Der Begriff Sarkasmus bezeichnet beißenden, bitteren Spott und Hohn.

 

Ehedem im Fotoatelier…

Zitate aus meiner Diplomarbeit.

Anzeige aus Photographischen Archiv, 1873, Nr. 273
„Eine junge Dame aus anständiger Familie, welche ein Jahr in einem photographischen Geschäft thätig war, sucht zur weiteren Ausbildung eine Stelle.“
In meiner Arbeit lese ich:
Für Frauen gab es in der Mitte des 19. Jhr., vor der Einrichtung von Fachschulen, nur autodidaktische oder außerschulische Möglichkeiten der Ausbildung. Die damals zahlreich vorhandenen Lehrbücher werden die Grundlage ihres Selbststudiums gewesen sein. Die so ausgebildeten Fotografinnen gaben nicht selten ihre Kenntnisse an andere Frauen weiter, z.B. Emma Plank, die bereits 1866 Schülerinnen des Lette-Vereins ausbildete. Inwieweit die Aussage von Hanny Schwarz über Laura Lasinslzy „sie arbeitete durchweg mit weiblichem Personal“, als frauenpolitisches Engagement gewertet werden kann, ist z. Zt. nicht zu belegen.1873 schlug  Löwy vor, in Wien eine „specielle Schule für Photographie“ einzurichten, zu der auch Frauen zugelassen werden könnten.
1889 wurden im Berliner »Atelier Vogelsang« dreimonatige Kurse für Frauen abgehalten, und auch andere Berlin Atelier-Besitzer erteilten Ende des 19. Jhr. Unterrichtskurse, oder sie nahmen Damen „behufs Ausbildung“ jederzeit in ihren Atelierbetrieb auf.
Solche Kurse werden für Frauen eine besondere Bedeutung gehabt haben, denn 1875 gab es im fotografischen Gewerbe nur 20 gemeldete weibliche Lehrlinge im Vergleich zu 386 männlichen Lehrlingen. 1895 waren es 101 weibliche und 1715 männliche Lehrlinge im Deutschen Reich.

In den neunziger Jahren des 19. Jhr. hatte der örtliche Frauenverein München im Atelier Therese von Anna Dencken und Bertha Eysoldt eine Photographische Lehranstalt für Frauen eingerichtet. Am 12. Januar 1891 eröffnete Breslaus Frauenbildungsverein, zur Förderung der Erwerbfähigkeit des weiblichen Geschlechts eine Photographische Lehranstalt für Damen.

Foto

Auch wenn manche Fotos heute immer noch so aussehen als wenn die Technik von anno dazumal verwendet wurde, die Zeiten von Kopfschrauben und StehHilfen sind lange vorbei.
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Vorbilder – weibliche Identifikationsmodelle

Die  Atelier-Fotografin.
Ein Frauenberuf im 19. Jhr. zwischen Modeerscheinung und Profession.

Das ist der Titel meiner Diplomarbeit, die ich genau vor 18 Jahren – im November 1995 – abgegeben habe.
In lockerer Folge möchte ich an dieser Stelle aus dieser Arbeit zitieren und etwas zu meinen Vorbildern schreiben.

Dies ist das Selbstportrait einer Fotografin – Frances Benjamin Johnston – aus dem Jahre 1896. Es ist sehr provokant, denn sie stellt sich rauchend und Alkohl trinkend dar und sie zeigt ihren Unterock.

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Und dies ist ein Teil meiner Witmung:

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Selbst
1965 – Ein Selbstportrait von mir, mit meiner ersten Kamera, vor dem Spiegel im Schlafzimmer meiner Eltern

Die Fotografie zieht sich wie ein roter Faden durch meine Biographie. Als Kind war ich das Motiv meiner fotografierenden Mutter; später bekam ich eine eigene Kamera und legte 1968 meine Gesellenprüfung als Fotografin ab. Zwanzig Jahre später begann ich Kommunikationsdesign zu studieren. Im gleichen Jahr ist ein Bild von mir Teil der Ausstellung „STERN -Bilder, 40 Jahre Zeitgeschehen – 40 Jahre Fotojournalismus“, und ich nehme an der Ausstellung »Düsseldorfer Fotografinnen« als eine von zwanzig Fotografinnen teil.
Da Namen von Fotografinnen oder Nachrichten über ihr Leben und ihre Arbeiten nicht Gegenstand meiner handwerklichen Berufsausbildung waren, wundert es nicht, daß Fotografen wie Robert Capa und Henri Cartier-Bresson zu den Vorbildern meines beruflichen Selbstverständnisses wurden, um nur zwei von vielen zu nennen.
Beeinflußt durch die neuere deutsche Frauenbewegung – den Begriff ››Frauenbewegung« möchte ich verstanden wissen als Bestrebungen, Initiativen und organisiertes Vorgehen von Frauen zur Durchsetzung ihrer politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Rechte – begab ich mich auf die Suche nach weiblichen Identifikationsmodellen und mußte feststellen, daß Fotografinnen in der herrschenden Fotografie-Geschichtsschreibung nur marginal vorkommen oder nur unzureichend erwähnt werden.
Die einzigen Frauen, die im Zusammenhang mit der Frühgeschichte der Fotografie erwähnt werden, sind die Chinesin Huang Lu und die Deutsche Friederike Wilhelmine von Wunsch.
Letztere gab schon 1839 bekannt, daß sie ein leicht lichtempfindliches Material entwickelt habe, das sich zur Verfertigung von Portraits eignen würde. In der Fotografie-Geschichtsschreihung wird sie für „publizitätswütig“ oder sogar „verrückt“ gehalten, obwohl Wissenschaftler und Erfinder im allgemeinen als Tüftler und Sonderlinge gelten, wird dies Frauen nicht zugestanden.

Zugestehen kann ich, daß es sich beim Verschweigen der Frauen und ihrer Leistungen nicht um ein bewußtes Vorgehen handelt, sondern um gängige Oligatorik der maskulinen Personalpronomina, auch wenn ein Auszug aus einer Bibliograhie der deutschsprachigen Publikationen zum Thema Fotografiegeschichte folgende These plausibel erscheinen läßt:

Das Geschlecht ist das zentrale Strukturelement unserer Kultur und der männliche Blick auf die Welt ist Ausdruck dieser patriarchalen Struktur“ – Brigitte Armbruster,1991 Weiterlesen

Jetzt aber….

…werde ich doch was sagen!

Foto
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Wozu?
Zu dem HandyFoto, das der Opa vom zukünftigen König und seinen Eltern gemacht hat – siehe rechtes Foto.
Warum?
Weil dieses Foto, so spekuliere ich jetzt mal, vermitteln soll, dass die drei eine „ganz normale „Familie sind.
Was aber sowas von nicht zutrifft, niemals sein wird und noch nie gewesen ist.

Das linke Foto zeigt Willam mit seinen Eltern.
Dieses erste offizielle FamilienFoto wurde von einem „richtgen“ Fotografen gemacht:

Antony Armstrong-Jones, 1. Earl of Snowdon.

Geb. * 7. März 1930 in London war dieser britische Fotograf der Ehemann von Prinzessin Margaret (6. Mai 1960 – 24. Mai 1978). Er ist Mitglied im House of Lords.

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Ab 1951 machte er sich mit Aufnahmen gesellschaftlicher Außenseiter einen Namen und fotografierte unter anderem in psychiatrischen Einrichtungen und in Armenvierteln. Die ersten Aufnahmen machte er mit einer Brownie-Box, später arbeitete er mit einer Leica. Er wurde Hoffotograf der königlichen Familie, begleitete Königin Elisabeth II. bei offiziellen Reisen und fertigte zahlreiche Repräsentations-Fotos von Mitgliedern der königlichen Familie an. Diese Aufgaben übernimmt er bis heute und war unter anderem 2007 Fotograf des offiziellen Fotos aus Anlass der Diamanthochzeit von Queen Elizabeth und Prinzgemahl Philip. Seine Porträtaufnahmen von Prinzessin Diana, Salvador Dalí und Marlene Dietrich, waren in Deutschland häufig im „stern“ zu sehen.

princess-margaret-antony-590vl0309111959 erhielt er den Auftrag, Prinzessin Margaret an ihrem 29. Geburtstag zu fotografieren. Die beiden heirateten und am 3. Oktober 1961 wurde ihm von seiner Schwägerin Elisabeth II. die Titel Earl of Snowdon und Viscount Linley verliehen. Auch nach der Scheidung blieb er der Fotograf der königlichen Familie.

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1981 fotografierte er das Coverbild von Greatest Hits, dem meistverkauften Album der britischen Rockband Queen.

41JRqbTWLRLAntony Armstrong-Jones ist ein renomierter Portraitfotograf der sein Handwerk verstand. Der Schwiegervater von William ist es nicht.

Um was geht es mir? Darum, dass mittels einer fotografischen Technik die öffentliche Meinung manipuliert wird – das gefällt mir nicht.

Ruth Bernhard

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* 14. Oktober 1905 bei Berlin; † 18. Dezember 2006 in San Francisco, war eine Fotografin, die 1927 von Deutschland nach New York auswanderte.
1935 traf sie den Fotografen Edward Weston und arbeitete mit ihm. Später eröffnete sie ihr eigenes Fotostudio. 1953 zog sie nach San Francisco, ab 1950 wurde die Aktfotografie ihre Leidenschaft.

Hier einige Beispiele ihrer Arbeit, die mich an den Stil von Weston erinnern.

2 Ruth Bernhard Classic torso with hands 1952
Ruth Bernhard The Triangles 1948

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Überrascht war ich, denn ich hatte schon ähnliche Fots gemacht…

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Und dann sah ich diese Fotos…

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…auch hier stelle ich fest, bereits ähnliche Fotografien gemacht zu haben, ohne die von Ruth Bernhard zu kennen.

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Erotik
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Akt
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Gibt es etwas, das „universal“, im Sinne von „gesamtheitlich, umfassend“ ist und sich von Fotografinnengeneration zu Fotografinnengeneration fortsetzt? Ich finde diesen Gedanken sehr interessant und habe beschlossen, als Nächstes eine Hommage an Ruth Bernhard zu fotografieren.

Mir gefällt auch diese Fotos von Ruth Bernhard sehr.

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In einem Artikel der „Zeit“ lese ich über diese Fotografie:
„Eine ihrer schönsten Arbeiten ist  In the Box – Horizontal von 1962…“

Ich bin gespannt was meine Hommage bringen wird. Auch diese Fotos inspiriert mich.

Ruth Bernhard Veiled Black 1974
Ruth Bernhard Wetsilk 1938

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Fotografie Tipp # 4

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Bevor 1826 durch Joseph Nicéphore Nièpce diese erste Fotografie angefertigt werden konnte, hatte es bereits zahlreiche andere Versuche gegeben, die durch Licht entstandenen Bilder zu fixieren. 1835 erfand der Engländer William Fox Talbot ein Negativ-Positiv-Verfahren und 1837 benutzte Louis Jacques Mandé Daguerre ein Verfahren, das auf der Entwicklung der Fotos mit Hilfe von Quecksilber-Dämpfen und anschließender Fixierung beruhte. Die auf diese Weise hergestellten Bilder, allesamt Unikate auf versilberten Kupferplatten, nannte man Daguerreotypien.
Das Verfahren der Cyanotypie oder auch Eisenblaudruck wurde 1842 von Sir John Herschel entdeckt. Die Cyanotypie, das erste silberlose Verfahren, war das dritte photographische Verfahren (nach der Daguerreotypie und der Talbotypie/Calotypie), welches innerhalb von 2 Jahren (1840 – 1842) entdeckt wurde.

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Anna Atkins, eine Britin, war fasziniert von den Möglichkeiten der Cyanotypie. Es ist ihr Verdienst, dass die Cyanotypie in der Praxis Verbreitung fand und sie war es auch, die 1943 das erste Fotobuch der Welt schrieb: „British Algae“, in dem ihre künstlerischen Arbeiten abgedruckt sind. Diese Arbeit belegt auf eindrucksvolle Weise, das Fotografieren mit Licht zeichnen ist.

Die Fotografie ist heute ein Medium, das in sehr verschiedenen Zusammenhängen eingesetzt wird. Fotografische Bilder können einen primär künstlerischen, oder einen primär kommerziellem Charakter haben. Sie können unter künstlerischen, technischen, ökonomischen und gesellschaftlich-sozialen Aspekten betrachtet werden. Auch in der Medizin findet die Fotografie Anwendung.

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Ich behaupte, wir können uns ein Leben ohne die Fotografie nicht mehr vorstellen. Wir leben mit und in Bildern, in einer bilderüberfluteten Umwelt. Hierfür ist in erster Linie der Journalismus und die Werbung verantwortlich. Ebenso finden Fotografien vielfältige Anwendung in künstlerischen Ausdrucksformen, wie z.B. in Collagen oder in der Mixed Media Art. Fotografien in Büchern oder Magazinen sind ein gutes Mittel um sich für die eigene, kreative Arbeit inspirieren zu lassen und selber zu fotografieren schult den Blick für Komposition und Fläche.

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Auch wenn Kodak schon vor über hundert Jahren behauptetet: „You press the button, we do the rest.“ ist, auch im Zeitalter der digitalen Fotografie, dieser Satz nicht wirklich richtig. Doch eines ist immer noch so, wie zu den Zeiten als die Fotografie erfunden wurde und wird auch immer so bleiben: Alle Fotografien werden mit Licht gemacht und eine gute oder „einfache“ Kamera alleine macht nicht automatisch gute Fotos. Obwohl wunderbare Fotos selbst mit einem Pappkarton, in dem vorne ein winzig kleines Loch ist, gemacht werden können. Diese Kamera heiß Lochkamera oder Pinholecamera. Auch ich habe mit der Pinholkamera experimentiert, die Ergebnisse gibt es hier zu sehen.

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Heute haben wir die digitale Fotografie, deren Vorteil ihre Schnelligkeit und der geringe Materialverbrauch ist. Darum wird sie immer beliebter und die Industrie bemüht sich darum, die Technologie immer weiter zu verbessern. Nach Schätzungen der Gesellschaft für Konsumforschung (GFK) wurden im Jahr 2004 77 Millionen Digitalkameras weltweit verkauft.

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Und dann kamen die Smartphones in unseren Alltag. Ganz ehrlich? Ich hasste diese Telefonknipser, die das, was sie da machten „Fotografieren“ nannten. Doch dann kam das iPhone und meine Meinung änderte sich. Das erste Telefon, mit dem wirklich gute Fotos gemacht werden konnten, war das iPhone. Darum heißt es iPhonography. Die iPhonography ist inzwischen ein Teilbereich der Fotografie, sowie die Makro- oder Unterwasserfotografie z.B.
Natürlich kann mit jedem anderen, gleichwertigen Smartphone, auch fotografiert werden.
Für mich ist die iPhonography eine Methode zur kreativen Entdeckung der Umwelt, des Umfelds und ein Instrument für visuelle Experimente. Mit dem  iPhone können wir überall ein Foto machen, ohne dass wir z.B. bemerkt werden. Mein Fotografiestil ist ja eher puristisch, doch mit dem iPhone fühle ich mich wie ein Maler, der sich zwischen verschiedenen Werkzeugen entscheiden kann, bevor er ein neues Bild schafft. Das heißt, ich liebe es zu experimentieren. Daher biete ich zu diesem Thema auch einen Workshop an.

Dateiformate

JPG (JPEG)
Die Abkürzung JPG (oder auch JPEG) steht für „Joint Photographic Experts Group“. Dieses Bildformat ist nach der Expertengruppe, die es erfunden hat, benannt und wurde 1992 vorgestellt. Es kann bis zu 16,7 Millionen Farben darstellen. Die meisten Digitalkameras speichern standardmäßig in JPG, um möglichst viele Bilder auf der Speicherkarte unterzubringen.Diese Komprimierungsmethode ist aber verlustbehaftet.

TIF (TIFF)

Tagged Image File Format. Für die Archivierung ist dies ein geeignetes, weil unkomprimiertes Format. Das TIF-Format wurde ursprünglich von Aldus (1994 von Adobe übernommen) und von Microsoft für gescannte Rastergrafiken für die Farbseparation entwickelt.

BMP

steht als Abkürzung für: Bitmap, die Dateiendung des Raster-Grafikformats Windows Bitmap. Dies ist der Windows-Standard, und speichert völlig unkomprimiert.

gif

wurde für den Online-Dienst Compuserve entwickelt und besteht aus maximal 256 Farben und eignet sich in erster Linie für Bilder, die nur geringe Farbtiefen aufweisen. GIF Ist neben JPG das im WEB am meisten gebräuchliche Format.

png

Beim PNG (Portable Network Graphics) handelt es sich um ein schon altes, aber neu ins Spiel gebrachtes Grafikformat. Es vereint die Vorzüge vom GIF und JPG. PNG- Grafiken können mit bis zu 48-Bit-Farben abgespeichert und trotzdem verlustfrei komprimiert werden, und das mit einer Qualität von 16 Millionen Farben + 256 Transparenzstufen (GIF gibt nur bis zu 8 Bit wieder). Moderne Browser haben keine Probleme PNG-Grafiken in vollem Umfange darzustellen.

Datenkomprimierung

Datenkomprimierung ist eine Methode, die dazu dient, Speicherplatz zu sparen oder Datenübertragungsraten zu optimieren. Daten, insbesondere Text und Grafiken, enthalten normalerweise wiederkehrende Folgen identischer Informationen. Bei der Datenkomprimierung werden viele Zeichen aus wiederkehrenden Informationen durch wenige Zeichen ersetzt, und nur eine Kopie der wiederkehrenden Daten wird übertragen.

Warum komprimieren

Komprimierte Bilder sind in der Dateigröße reduzierte Bilder, die sich online schneller laden und versenden lassen. Allerdings haben zu stark komprimierte Bilder immer auch den Nachteil, die Qualität einer Fotodatei darunter leidet bei der Komprimierung. So werden z.b. bei der JPG-Komprimierung 8 x 8 Pixel des Bildes Blockweise zusammengefasst und deren Farbtöne vereinheitlicht. Da Kompressionsrate und Bildqualität immer in direktem Zusammenhang stehen, wird beim Speichern des Bildes als JPG-Datei meist ein Schieberegler auftauchen, bei dem sich die Kompressionsrate zugunsten einer besseren Bildqualität zurücknehmen lässt (oder umgekehrt). Du solltest außerdem ein bereits komprimiertes Bild nicht noch einmal komprimieren, weil das die Qualität zusätzlich vermindert. Beim Speichern im JPG-Format lassen sich an der Kamera Format-Optionen auswählen, wie z.B.:

  • Standard-Kodierung
  • Progressiv-Kodierung
  • Standard, optimiert

Bisher erschienen:

Tipp # 1

Tipp # 2

Tipp # 3

Tipp # 4

Tipp # 5

So das war’s für heute, viel Spaß beim Verstehen! Bei Fragen zögere nicht mir diese zu stellen, wenn sie von allgemeinem Interesse sind, werde ich versuchen sie zu beantworten.

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Fotografie Tipp # 3

Die Farben des Lichts! 

Die Farbigkeit des Lichts ist so eine Sache, denn sie ist auf den ersten Blick nicht zu erkennen, es sei denn, es gibt einen Regenbogen, dann sehen wir Farben. Doch warum ist das so? Es sind die Regentropfen die das Licht der Sonne bricht und reflektiert. Das weiße Licht wird in seinen Spektralfarben sichtbar. Das sind die Farben Blau, Grün und Rot. Diese Farben haben Komplementärfarben: Gelb, Purpur und Blaugrün.

Unser Auge ist nicht in der Lage die einzelne Farbe im weißen Licht zu erkennen. Es sieht nur dann Farbe, wenn sie von einem Gegenstand reflektiert werden. Licht und Farben sind elektromagnetischen Wellen, die im Gehirn ausgewertet werden.

Additive Farbmischung

Das Produkt der Additiven Farbmischung wird immer heller, die drei Farben ergeben in der Summe die Farbe Weiß. Bei der Additiven Farbmischung sind es die drei Grundfarben, und bei der Subtraktiven Farbmischung die drei Komplementärfarben.
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Subtraktive Farbmischung

Im Gegensatz dazu steht die Subtraktive Farbmischung, hier bei ergeben drei Farben die Farbe Schwarz.
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Warum das alles wichtig ist

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Es ist wichtig zu wissen, dass Licht nicht immer die gleiche Farb-Wirkung hat, auch wenn unser Auge, uns dies glauben lässt. Am frühen Morgen z.B., abhängig von der Jahreszeit, enthält das Licht mehr Blau-Anteile, am späten Nachmittag, denken wir an den Sonnenuntergang, überwiegen die Rot-Anteile im Licht. Mittags besteht Sonnenlicht aus mehr blaugrünen Anteilen als zu anderen Tageszeiten.
Oder denken wir an Fotos, die bei Kunstlicht gemacht wurden. Glühlampen und Leuchtstoffröhren, haben eine komplett andere Farbe als das Tageslicht, auch, wenn es für unser Auge nicht so aussieht. Es liegt an unserem Gehirn, wenn wir den Farbunterschied verschiedener künstlicher Lichtquellen nicht erkennen, denn, es stellt quasi einen Weißabgleich her, wie unsere Kamera auch.
Die Farbe des Lichts wird auch Farbtemperatur genannt und diese „Temperatur“ des Lichtes  wird gemessen in Grad Kelvin.

Kelvin

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Weißabgleich

Wenn du fotografierst, möchtest du sicher, dass eine weiße Bluse immer auch aussieht wie eine weiße Bluse, egal welche Tageszeit wir gerade haben. Darum hat eine digitale Kamera die Möglichkeit, einen Weißabgleich vorzunehmen.
Bei dem automatischen Weißabgleich (engl. automatic white balance, AWB) sucht sich die digitale Kamera in dem Motiv den Punkt, der ihr weiß erscheint, und passt das gesamte Motiv farblich an. Das funktioniert jedoch nur dann, wenn es im Motiv eine wirklich nahezu weiße Fläche gibt. In der Realität wird sich eine Kamera nur an der hellsten Stelle des Motivs orientieren, die naturgemäß nicht unbedingt weiß ist. Daher versagt dieser vollautomatische Weißabgleich oft bei Aufnahmen im Dämmerlicht. Es gibt jedoch die Möglichkeit, bei der Kamera den Weißabgleich manuell einzustellen.
Im Menü an der  Kamera  gibt es folgende Wahlmöglichkeiten:
• Sonnenschein   • Schatten   • Glühlampen   • Bedeckter Himmel   • Blitz   • Vollautomatisch TTL   (hier sind Fotos gemeint, die mit Blitz gemacht werden)   • Tageslicht   • Kunstlicht   • Neonlicht

Je nach dem Alter der Kamera kann es auch sein, dass der  Weißabgleich im Bereich „Künstliches Licht“ noch mal unterteilt  ist, da Glühbirnen und Leuchtstoffröhren eine unterschiedliche Farbigkeit haben.

So das war’s für heute, viel Spaß beim Verstehen! Bei Fragen zögere nicht mir diese zu stellen, wenn sie von allgemeinem Interesse sind, werde ich versuchen sie zu beantworten.

                                                                                                 

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Fotografie Tipp # 2

Iso – Blende – Zeit

Wenn du auf den Auslöser deiner Kamera drückst, machst du eine Belichtung. Dies ist der Moment, in dem eine bestimmt Menge Licht, in einer bestimmten Zeit auf den Sensor trifft und dort ein Bild erzeugt. Dieses Bild ist eine Kombination aus Empfindlichkeit (ISO), Blende und Belichtungsdauer (Zeit).

Filmempfindlichkeit

ASA = American Standards Association war die Norm, mit der die Filmempfindlichkeit von lichtempfindlichen Filmen angegeben wurde. 1987 wurde sie Teil der ISO 5800-Norm. Es gab z.B. Filme mit 100, 200 oder 400 ASA/ISO. Später gab es auch Filme mit 1600 ISO. Wobei ein Film mit 200 ASA/ISO doppelt so empfindlich ist wie ein 100 ASA/ISO Film und halb so empfindlich wie ein Film mit 400 ASA/ISO.

Der Belichtungsmesser der analogen Kamera benötigte diese Angabe, um die richtige Belichtungszeit zu ermitteln. Als ich meine Lehre als Fotografin begann (1966), war die Lichtempfindlichkeit eines Films von z.B. 400 ASA die Ausnahme, weil die Fotos ein sehr grobes „Korn“ hatten, das lag daran, dass das lichtempfindliche Material eines Films aus Silbersalzen bestand. Jahre später waren Filme mit 400 ASA/ISO die Regel und das „Korn“ war zweitrangig, denn es gab inzwischen spezielle Herstellungsmethoden und neue Filmentwickler, sodass es etwas wie ein grobes „Korn“ nicht mehr gab. In der Gegenwart, ist das „Korn“ kein Thema mehr, doch ISO, also die Lichtempfindlichkeit, spielt auch bei der Digital Kamera eine wichtige Rolle, denn daran orientiert sich die Belichtungsmessung der Kamera – dazu später mehr.

Bei der analogen Fotografie musste ich Filme mit unterschiedlicher ISO Zahl in der Tasche haben, um auf alle Lichtverhältnisse vorbereitet zu sein. Bei einer digitalen Kamera ist es heute möglich, auf ein und denselben Chip, Fotos mit unterschiedlicher ISO Zahl zu belichten. Was natürlich ein weiterer Vorteil der digitalen Fotografie ist. Bei einigen digitalen Kameras wird ISO, also die Lichtempfindlichkeit, abhängig von den tatsächlichen Lichtverhältnissen, automatisch eingestellt.

Im Zusammenhang mit der ISO Zahl ist bei einer Einstellung von über 400 ISO oft von „Rauschen“ die Rede. Dieses Bildrauschen tritt besonders stark in unterbelichteten Bildbereichen auf. Also das saftige Schwarz, was ich eigentlich in solchen Bildbereichen erwarte, hat einige bunte Pixel – das ist das „Rauschen“. Es ist ein technisches Problem und hat mit der Konstruktion des Sensors zu tun, der das Bild in der Kamera erzeugt. In Testberichten zu Digitalkameras ist dies immer auch ein Bewertungskriterium. „Blooming“ ist das Gegenteil von Rauschen und ebenfalls ein Bildfehler, der bei neueren Digitalkameras kaum noch auftritt und das „Überlaufen“ der elektrischen Ladung zwischen den einzelnen Sensoren auf einem CCD-Element beschreibt.

Blende

Die Blende, englisch aperture „Öffnung“, von lateinisch aperire „öffnen“, ist zum einen eine Vorrichtung an der Kamera, mit deren Hilfe der Lichteinfall durch das Objektiv geregelt werden kann. Diese Öffnung ist meist eine aus Lamellen bestehende Irisblende, die eine runde Öffnung ermöglicht und enger oder weiter werden kann – ähnlich der Iris in unserem Auge. Zum anderen ist die Blende eine Verhältniszahl, mit der die Größe dieser runden Öffnung genau bezeichnet wird und die an der Kamera einzustellen ist. Aus der Tatsache, dass sie eine Verhältniszahl ist, erklärt sich, dass je größer die Zahl, umso kleiner der Durchmesser der runden Öffnung ist.

2 – 2,8 – 4 – 5,6 – 8 – 11 – 16 – 22 – 32 – 45 – 64 – 90 – 140 – 200 – 280 – 400

Dies ist die klassische Blendenreihe, die ich in meiner Ausbildung gelernt habe.Die digitale Kamera ist heute in der Lage auch Werte, die zwischen diesen Zahlen liegen, zu verwenden. Ein Begriff, der immer wieder im Zusammenhang mit der Blende genannt wird, ist die Tiefenschärfe.

Sie meint den Bereich, der um den Punkt, auf den du scharf eingestellt hast, auch noch scharf abgebildet wird. Stell dir bitte vor, wie das Licht als Bündel durch die kreisrunde Öffnung des Objektivs fällt. Die Lichtstrahlen am Rand dieser Öffnung sind unschärfer als die in der Mitte. Wenn du nun die Irisblende schließt, also die kreisrunde Öffnung verkleinerst, dann wird auch der Bereich der unscharfen Strahlen kleiner – alles klar? – und dein Foto insgesamt schärfer. Wissen muss du, dass, wenn du die Kamera auf einen bestimmten Punkt scharf gestellt hast, sich der Bereich der Schärfe aufgrund der verwendeten Blende verändert – er dehnt sich aus: 2 Drittel nach hinten und 1 Drittel nach vorne. Je kleiner die Blende, dass heißt je größer die Blendenzahl, um so größer ist der Bereich der Tiefenschärfe rund um den von dir scharf gestellten Punkt. Blende 11 ist z.B. kleiner als Blende 8 oder 5,6.
Die Tiefenschärfe ist ein sehr geeignetes Gestaltungselement. Mit ihr erzeugen wir „Tiefe“ in einem eindimensionalen Foto. Wie ich mit den folgenden Fotos zeigen möchte.

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Schärfe

Dazu ist noch zu sagen, dass digitale Daten, aufgrund der Aufnahmetechnik, nie hundertprozentig scharf sind. Die zur Ermittlung der Farbe und Helligkeit eines Punktes verwendete Interpolation führt zu einer, im Verhältnis zur Pixelmenge des Bildes, zu geringen „Detailmenge“. Daher hat deine digitale Kamera schon in den Standardeinstellungen die Schärfung der Pixel vorgesehen. Mit einer Bearbeitungssoftware kann ein Foto auch nachgeschärft werden.

Belichtungsmessung

Ist bei deiner digitalen Kamera ein sehr umfangreicher Vorgang. Um von einem gewünschten Motiv ein richtig belichtetes Foto zu machen, muss die Helligkeit, die Farbigkeit und der Kontrastumfang des Motivs festgestellt werden. Erst dann ist es deiner Kamera möglich, die richtige Kombination aus Blende und Verschlusszeit (Belichtungszeit) einzustellen. Deine Kamera hat darum einen Belichtungsmesser! Du wirst ihn nicht finden, doch glaube mir, er ist da.

Kontrastumfang oder Dynamikumfang

Dies meint die Differenz zwischen hellen und dunklen Flächen in einem Motiv.
Sicher kennst du solche Fotos aus deiner Praxis: dunkler Acker (Tiefen), oben der helle Himmel (Lichter), z.B. Nur wenige Digitalkameras schaffen es diesen Unterschied in  etwa 10 Lichtwertstufen abzubilden. Das menschliche Auge schafft 14 LW-Stufen differenziert aufnehmen. Analoge Filme etwa 8.

Der Sensor einer digitalen Kamera reagiert ähnlich wie ein Diafilm, in der analogen Fotografie, er kann, nur einen bestimmten Kontrast- oder Helligkeitsumfang aufzeichnen. Tonwerte, die außerhalb dieses Bereiches liegen, werden nur in Schwarz oder Weiß dargestellt.

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Darum kann es passieren, dass die extrem hellen Stellen als weiße, und die extrem dunklen Stellen, als dunkle Flecken auf dem Foto erscheinen und Details in diesen Flächen nicht mehr zu erkennen sind. Das liegt daran, dass die helle Teile des Motivs eine größere Menge Licht reflektieren, als die dunklen Motivanteile, und von den Sensoren der Kamera überproportional berücksichtigt werden.
Die dunklen Motivanteile werden, aufgrund der geringeren Menge von reflektiertem Licht, von den Kamerasensoren schwächer wahrgenommen. Beim Betrachten des Motivs stellt unser Gehirn einen Ausgleich her und wir sehen sowohl das helle, als auch die dunklen Flächen des Motivs deutlich. Das kann der Kamerasensor nicht, er nimmt die unterschiedlich reflektierte Menge an Licht und macht daraus einen Mittelwert.
In der analogen Fotografie habe ich in so einer Situation die Belichtungsmessung mithilfe eines Graukeils vorgenommen, der 18% des einfallenden Lichtes reflektiert, und mit diesen Daten dann meinen Film und das Motiv richtig belichtet. Deine digitale Kamera hat ein Display und kann darum, anders als jede analoge Kamera, gleich nach der Belichtung zeigen, ob das Foto so belichtet wurde, wie es richtig wäre. Hier wird wieder einer der großen Vorteile der digitalen Fotografie augenfällig, denn wir können die Datei einfach löschen, und eine neue Belichtung mit anderen Parametern vornehmen, so lange, bis uns das Ergebnis gefällt. Die Kamerahersteller tragen dem Problem der richtigen Belichtungsmessung Rechnung, indem sie verschiedene Möglichkeiten in digitale Kameras eingebaut haben:

  • Die Spotmessung
  • Die Mehrfeldmessung
  • Die Integralmessung

Bei einer Kamera können diese Messmethoden so bennant werden:

  • Spotmessung
  • Mittenbetonte Messung
  • Matrixmessung

Oder so ähnlich!!!

Spotmessung

Bei der Spotmessung wird die Helligkeit des Bildes an einem einzigen Punkt des Fotos gemessen. Du erhältst also nur aus einem sehr kleinen Teilbereich des Gesamtbildes eine Information über die Helligkeit und den Kontrastumfang! Diese Art der Messung ist dann richtig, wenn du nur einen bestimmten Teil deines Motivs richtig belichtet haben möchtest und dabei in Kauf nimmst, oder es deine Absicht ist, dass die anderen Teile des Motivs entweder dunkler oder heller werden, als sie es sind.

Mehrfeldmessung – mittenbetonte Messung

Weil das Motiv meist in der Mitte liegt, nimmt der Sensor aus diesem Bereich die meisten Informationen, bei der sich die Messpunkte etwa in der Mitte der Bildfläche befinden. Aus diesen Messwerten berechnet die Kamera die Helligkeit und den Kontrastumfang des Bildes.

Integralmessung – Matrixmessung

Bei der Integralmessung wird die Helligkeit des Bildes an sehr vielen Punkten gemessen. Die Kamera ermittelt hierbei einen Durchschnittswert aus allen Messpunkten. Bei der Matrixmessung wird das Bild in mehrere Bereiche aufgeteilt, die separat gemessen werden.
Anhand eines Algorithmus ermittelt die Kamera dann die Kontrasteigenschaften des Motivs und legt Prioritäten fest. Dabei gehen die Kamerahersteller von ihrer Einschätzung der gängigen Fotografiergewohnheiten aus. So ist ein heller Lichtstreifen am oberen Bildrand dann Himmel und erhält geringere Priorität.

Histogramm

Was ist das? Bildschirmfoto 2013-08-14 um 11.44.05
Das Histogramm gibt Auskunft über die Hell-Dunkel-Verteilung in einem Bild. Es zeigt die Abstufungen von Schwarz über alle Graustufen bis Weiß an, die in dem Bild vorhanden sind. Richtig belichtete Bilder weisen eine gleichmäßige Verteilung aller Graustufen auf. Ein unter- oder überbelichtetes Bild weist am rechten oder linken Rand Lücken auf (es fehlen Details im Bild). Doch Vorsicht: je nach Aufnahmesituation bei sogenannten „Highkey“ Aufnahmen (z.B. bei Gegenlicht) oder „Lowkey“ Aufnahmen (z.B. Sonnenuntergang) kann dies auch durchaus normal und gewünscht sein.

So das war eine Menge Text, viel Spaß beim Verstehen! Bei Fragen zögere nicht mir diese zu stellen, wenn sie von allgemeinem Interesse sind, werde ich versuchen sie zu beantworten.

                                                                  

Bisher erschienen:

Tipp # 1

Tipp # 2

Tipp # 3

Tipp # 4

Tipp # 5

Fotografie Tipp # 1

An dieser Stelle werde ich versuchen etwas Licht ins Dunkel deines fotografischen Wissens zu bringen und hoffe, ich schaffe es einmal in der Woche etwas zu schreiben, das informativ und hilfreich für dich ist.
Auch ich hasse Gebrauchsanweisungen, doch seit dem es die Digitale Fotografie gibt, muss es leider sein! Darum: bitte lese die Gebrauchsanweisung der Kamera, denn das hilft dabei die Technik der Kamera besser zu verstehen!!

Wichtig!

Du möchtest lernen zu fotografieren?
Dazu ist es m. E. wichtig, geradezu erforderlich, dass du wieder sehen lernst.
Und, dass du spürst, dass das Foto zuerst in deinem Kopf entsteht und die Kamera nur das Werkzeug ist, mit dem du dieses Bild sichtbar machen kannst. Das hört sich kompliziert an, ist es aber nicht.

Ich möchte dich darum eindringlich um Folgendes bitten:
Wenn du fotografierst, siehe dir genau an was du machst, denn ich möchte nicht, dass du meinst, dass du die Aufnahme später am Computer verbessern kannst. Das mag zwar möglich sein, ist aber nicht der richtige Weg zu einem guten Foto. Für mich gilt der Rat, den mein großes Vorbild Robert Capa*, seinen jüngeren Kollegen mit auf den Weg gegeben hat:

Wenn  das Foto nicht gut ist, warst du nicht nah genug dran.


*Robert  Capa ist durch seine Kriegsberichterstattung berühmt geworden.
Für dich heißt das, gehe einfach noch einen Schritt näher an das  Motiv ran – denn dann wird es ein gutes Foto. Und bitte schalte den Blitz an der Kamera ab.

Objektiv

Das Objektiv ist einer der teuersten und wichtigsten Bestandteile einer Kamera. Ohne das Objektiv wäre die Fotografie, wie wir sie meinen, nicht möglich. Die Güte eines Objektivs zeigte sich durch seine Fähigkeit auch feinste Bildeinzelheiten exakt und scharf abzubilden.
Ein Objektiv besteht aus einer Anzahl von Linsen, die nach bestimmten optischen Gesetzen geschliffen, und dann, auf Grundlage ihrer späteren Bestimmung, zusammengesetzt werden. Ein Objektiv ist eine mechanische Einheit, die sich leicht und präzise bewegen lässt, um das Motiv scharf zu stellen.

In der Fotografie bestimmt die Brennweite des verwendeten Objektivs zusammen mit dem Aufnahmeformat, also der Größe des Chips, den Bildwinkel und damit den Bildausschnitt deiner Aufnahme. Ein Objektiv, dessen Brennweite etwa der Diagonalen des Aufnahmeformats (Größe des Chips) entspricht, wird als “Normalobjektiv” bezeichnet. Deine digitale Kamera ist höchstwahrscheinlich mit einem Zoomobjektiv ausgestattet und der Aufnahmechip hat in seiner Größe weder Ähnlichkeit mit dem Aufnahmematerial aus analogen Zeiten oder Aufnahmeformat  einer analogen Kamera. Daher entsprechen die Brennweiten nicht denen, die ich in analogen Zeiten verwendet habe, doch die Bezeichnungen  “Normal”, “Weitwinkel” und “Tele” sind zum Verständnis  dessen, um was es geht, immer noch hilfreich.

Lies bitte in der Gebrauchsanweisung deiner Kamera nach,  was der Hersteller zu den jeweiligen Brennweiten deiner  Kamera für Aussagen macht.

10–30 mm 1:3,5–5,6
So könnte es am äußeren Rand des Objektives deiner Kamera stehen. Nun meine Frage, wer weiß, was das bedeutet?
Die Angabe 10 – 30 mm meint den Brennweitenbereich dieses Objektives und die Angabe 1:3,5–5,6 die jeweils dazugehörige Blende, also Objektivöffnung.

Brennweite und Motiv

Die Wahl der Brennweite entscheidet über die Aussage und Wirkung eines Fotos. Lange Brennweiten holen das Motiv optisch nah ran, kurze Brennweiten können es auch entfernter abbilden, als du es mit deinem Auge siehst. Da der Aufnahmechip in der digitalen Kamera je nach Hersteller unterschiedlich groß ist, gibt es keine einheitliche Angabe der Brennweite und keine Vergleichsmöglichkeit mit den Brennweiten der analogen Fotografie, was für mich verwirrend ist. Da die Größe des Sensors, die Brennweite deiner  Kamera und somit den  Bildausschnitt bestimmt, ist es mir nur möglich, ganz allgemein etwas zu den unterschiedlichen Brennweiten zu sagen.

Normalobjektiv

Ein Normalobjektiv bildet die Motive in ihrer Perspektive wirklichkeitsgetreu  ab, weil es dem Blickwinkel unseres Auges entsprechen soll und eignet sich daher für alle alltäglichen Situationen, weil es diese so abbildet wie du sie siehst.

In analogen Zeiten war das Aufnahmeformat einer Kleinbildkamera 24 x 36 mm und das „Normalobjektiv“ betrug 50 mm.

Weitwinkel

… bedeutet einen großen Bildwinkel und eine hohe Schärfentiefe. Vorder- und Hintergrund des Motivs scheinen weit von einander entfernt zu liegen. Durch die Größe, oder besser die Kleine, des Chips in deiner  Kamera gibt es beim Weitwinkel erheblich Einschränkungen, die aber nicht unbedingt auffallen müssen. Es kann z.B. sein,  dass du einen bestimmten Abstand zum Motiv einhalten musst, damit die Kamera dieses überhaupt scharf abbilden kann.

In analogen Zeiten und auch heute mit meiner Vollformatkamera sind meine Weitwinkelojektive 24 mm und 35 mm.

Teleobjektiv

Vorder- und Hintergrund, scheinen bei dieser Brennweite nah zusammen zuliegen. Diese Brennweite hat eine sehr geringe Tiefenschärfe. Eine lange Brennweite kann größere Entfernungen überbrücken, also weit entfernte Motive optisch an uns ran  holen.

Ein 85 mm Objektiv ist ein Teleobjektiv und meine bevorzugte Portraitbrennweite und ich arbeite mit einer Vollformatkamera, was meint, der Aufnahmechip entspricht dem früheren Kleinbildformat von 24 x 36 mm.

Zoomobjektiv

Ein Zoomobjektiv oder kurz Zoom ist ein Objektiv mit variabler Brennweite. (Daher auch „das Zoom“ und nicht „der Zoom“,  wenn das Objektiv gemeint ist). Die Größe des Arbeitsbereichs eines Zoomobjektivs wird mit dem Zoomfaktor beschrieben. Die technisch korrekte Bezeichnung für derartige Objektive ist pankratisches System (von altgriechisch pan = alles und kratos = Macht, das heißt also: eine „allmächtige“, über alle Vergrößerungen beziehungsweise Brennweiten verfügende optische Konstruktion).
Es wird in optischem und digitalem Zoom unterschieden.
Schau’ bitte in deine Gebrauchsanweisung, was deine Kamera  hat. Beim optischen Zoom wird tatsächlich die Brennweite gewechselt, beim digitalen Zoom nur der Bildausschnitt vergrößert. Hierbei kann es, bei geringer Kameraauflösung, zu Unschärfen  kommen, weil das Motiv durch einen bestimmten Algorithmus nur größer „gerechnet“ wird. Da die neuen Kameras über eine ausreichende  Auflösung, also Pixelmenge verfügen, kann es schon ganz reizvoll sein, bestimmte Motive mittels des digitalen Zooms näher ranzuholen, auch wenn diese insgesamt leichter unscharf  wirken können.

Welche Brennweite hat das Objektiv an deiner  Kamera?
Welche wird vom Hersteller als Normalbrennweite  bezeichnet, siehe bitte in der Gebrauchsanweisung  nach. 

Lichtstärke

Als Lichtstärke bezeichnet man in der Fotografie das Verhältnis der größten wirksamen Blendenöffnung zur Brennweite eines  Objektivs – 1:3,5 z.B. bedeutet die kleinste Blende an diesem Objektiv ist 3,5, was nicht sehr lichtstark ist. Andere Bezeichnungen für die Lichtstärke sind:  maximales Öffnungsverhältnis,  relative Öffnung oder geometrisches Öffnungsverhältnis.
Die Lichtstärke ist neben der Brennweite der wichtigste Kennwert eines Objektivs. In der analogen Fotografie gelangen mit lichtstarken Objektiven eher Motive bei schlechten Lichtverhältnissen. Bei deiner digitalen Kamera hat sich die Wichtigkeit etwas relativiert, da du ja die Lichtempfindlichkeit (ISO) deines Chips  beliebig erhöhen kannst.

Festbrennweite

Ich persönlich bin ein Fan der Festbrennweite und damit arbeite ich auch überwiegend. Dir würde ich empfehlen ebenso zu starten, denn anders lernst du nicht, dass das Bild zuerst in deinem Kopf entstehen muss und die Kamera nur das Werkzeug ist, das dieses Bild sichtbar macht. Ein Zoomobjektiv verleitet m.E. zum „spielen“ mit der Brennweite.

Bisher erschienen:

Tipp # 1

Tipp # 2

Tipp # 3

Tipp # 4

Tipp # 5

Bei Fragen zögere nicht mir diese zu stellen, wenn sie von allgemeinem Interesse sind, werde ich versuchen sie zu beantworten. [contact-form-7 id=“4319″ title=“Contact form 1″]

Fotografie Tipp # 5

Ruhe bewahren – es ist alles viel einfacher als du denkst.
Ich fasse noch einmal zusammen, worum es in den vorherigen Tipps ging:

Abhängig von der Lichtquelle hat das Licht jeweils eine andere Farbe. Die Farbe des Lichtes einer Glühbirne, ist im Vergleich zum Sonnenschein am Mittag, viel gelber, also wärmer. Motive im Schatten sind meistens bläulicher, also kälter. Ebenso die Motive, die du im Winter bei Schnee fotografierst.
In der jeweiligen Situation fällt es nicht auf, da in unserem Gehirn ein “automatischer Weißabgleich” erfolgt. Der Sensor deiner digitalen Kamera hingegen sieht immer die tatsächlichen Farben im vorherrschenden Licht. Der Weißabgleich deiner Kamera sorgt nun dafür, dass die jeweiligen Motive, trotz der Eigenfarbe des vorherrschenden Lichtes, eher neutral aussehen, so wie dein Auge z.B. das Tageslicht wahrnimmt.
In deiner Kamera wird das Licht gemessen, was vom Motiv reflektiert wird. Wenn nun dieses Licht z.B. von einer großflächigen blauen Plakatwand kommt, die auch noch im Sonnenschein steht, kann es passieren, dass die Sensoren deiner Kamera in die Irre geführt werden, hinsichtlich der Farbe, dem Kontrast und der Lichtmenge. Vor allem auch dann, wenn diese großflächige blaue Plakatwand ein wichtiger Teil deines Motives ist. Veränderst du den Anteil der Fläche im Motiv, verändert sich auch die Menge des reflektierten Lichts und die Sensoren deiner Kamera kommen zu immer anderen Ergebnissen, die sich auf die Belichtung auswirken, also das, was passiert, wenn du auf den Auslöser deiner Kamera drückst.
Darum bin ich der Meinung, dass es unter Umständen hilfreich sein kann, wenn du die ISO-Zahl, den Weißabgleich und die Methode für die Belichtungsmessung selber wählen kannst, um ein richtig belichtetes Foto von deinem Motiv zu bekommen.

Es ist nur dann erforderlich, dass du die AUTO-Einstellung deiner Kamera veränderst, wenn deine Fotos nicht so sind, wie du es haben möchtest, oder du von der Norm abweichende Motive fotografieren möchtest. Bist du mit den Ergebnissen der AUTO-Einstellung zufrieden – wirst du sie nicht verändern müssen.
Ich möchte, dass du eine Ahnung davon bekommst, was technisch in deiner Kamera alles so passiert.

Du weißt inzwischen, welche Faktoren deine Kamera kennen muss, um dein Motiv richtig zu belichten: ISO, Blende und Zeit. Heute geht es um die

Belichtungszeit

Der wichtigste Vorgang in der Fotografie ist der Moment, in der die Belichtung erfolgt. Das war schon bei Niépce und Daguerre, den im Geschichtsbuch als Erfinder der Fotografie verzeichneten beiden Herren, der Fall und wird sich auch in Zukunft nicht ändern. Das was sich Belichtungszeit (englisch exposure time) nennt, ist die Zeitspanne, in der Licht auf den Sensor der Kamera fällt und ein Bild aufzeichnet. In diesem Moment werden die Grundlagen für dein Foto gelegt. Das, was in diesem Moment nicht von den Kamerasensoren aufgezeichnet wird, ist auf deinem Foto einfach nicht vorhanden, es sei denn, du “malst” es dazu.

Ich  habe schon etwas zu den verschiedenen Methoden der Belichtungsmessung gesagt. Sie ist die Voraussetzung für jede richtige Belichtung. In der analogen Fotografie gibt es Negativfilme, die aufgrund ihrer Herstellungsart in der Lage sind falsche Belichtungen auszugleichen, bei einem Diafilm hingegen war und ist das nicht möglich, der muss präzise belichtet werden. Ähnlich wie so ein Diafilm verhält es sich der Sensor deiner digitalen Kamera. Im Zusammenhang mit dem Thema Kontrastumfang habe ich über die mögliche Problematik der Belichtung gesprochen.
Die Belichtungszeit kann von Bruchteilen einer Sekunde bis hin zu Stunden reichen. Bei extrem langen Belichtungszeiten, Zeiten von über ca. 5 Sekunden, sprechen wir von einer Langzeitbelichtung. Bei einer Belichtungszeit, die länger als 1/60 Sekunde ist, wird es dir schwer fallen, die Kamera ruhig zu halten und du bekommst ein so genanntes verwackeltes Foto.
Bei Belichtungszeiten die länger als 1/30 Sekunde sind rate ich darum dazu ein Stativ zu benutzen.
Heute gibt es sogenannte Gorillapods.

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Ein GorillaPod ist ein Stativ , das aus flexiblen, biegsame Beinen besteht, wie auf den Fotos zu sehen ist. Qualitativ hochwertige Beingelenke biegen und drehen sich um 360 Grad! So kann das Stativ mit der Kamera an verschiedenen Stellen und Orten  angebracht werden.

Die digitalen Kameras werden immer leichter und da kann es passieren, dass auch bei Belichtungszeiten, die länger als 1/60 Sekunde sind, ein Foto verwackelt wird. Das liegt daran, dass du nicht richtig was in “der Hand“ hast, denn mit einer schweren Kamera ist es leichter die Fotos nicht zu verwackeln, doch du trägst auch schwerer an ihr.

Eine digitale Kamera muss aus der Lichtmenge, der Farbigkeit und dem Kontrast des Motivs in kürzester Zeit ein Foto berechnen. Das ist eine Rechenleistung, die ihren Preis hat. Die korrekte Lichtmenge für eine Aufnahme ergibt sich aus der Belichtungszeit und Blendenöffnung und ist abhängig von der Helligkeit des Motivs und der Empfindlichkeit des Mediums (ISO-Zahl), denn nur eine bestimmte Lichtmenge führt zu einer richtigen Belichtung. Eine zu kurze Belichtungszeit kann zur Unterbelichtung, eine zu lange Belichtungszeit zu Überbelichtung führen. Je besser die Elektronik bei einer digitalen Kamera ist, je besser die Sensoren, die diese Prozesse steuern, um so präziser kann sie das Ergebnis, in immer kürzer werdender Zeit liefern. In der Praxis heißt das, dass eine Kamera, die dann das Foto macht, wenn du auf den Auslöser drückst und nicht erst einen Sekundenbruchteil später, eine recht teure digitale Kamera sein wird. Oder, wenn die Menschen, die du fotografiert hast sagen: “… nun ja so sehe ich eben aus...” dann liegt das wahrscheinlich an diesem Verzögerungsmoment, also an der Zeit, die deine Kamera braucht um aus Lichtmenge, Farbigkeit und dem Kontrast des Motivs ein Foto zu berechnen, nachdem du auf den Auslöser gedrückt hast.
Das ist auch der Grund, warum das, was du fotografieren möchtest, manchmal schon weg ist, wenn du auf den Auslöser drückst. Dieser Verzögerungsmoment ist meist nur der Bruchteil einer Sekunde, doch er ist entscheidend über dein Motiv. Lass dich davon nicht frustrieren und stelle die Kamera, wenn möglich, auf Serienfotos, dann macht sie von deinem Motiv mehr als ein Foto hintereinander. Du kannst dann das Foto aussuchen, das dir am besten gefällt.

Wie bei analogen Kameras üblich, gibt es auch bei digitalen Kameras verschiedene Methoden, um zu einer Belichtung zu gelangen.

Manuell

Hierbei werden die Blende und die Zeit von Hand, also manuell, eingestellt. Halbautomatisch Wird die Belichtungszeit manuell eingestellt und die Blende durch die Kamera in Abhängigkeit von der verfügbaren Lichtmenge und der ISO-Empfindlichkeit gewählt, nennt sich das Blendenautomatik. Das kann auch durch ein A (Aperture) an deiner Kameraeinstellung gekennzeichnet sein. Alternativ gibt es die Zeitautomatik. Hier wird die Blende vorgewählt, also manuell eingestellt und die Zeit von der Kamera gewählt. Das kann auch durch ein S (Shutter-Speed) an deiner Kameraeinstellung gekennzeichnet sein.


Automatisch

Die Kamerahersteller haben eingesehen, dass es nicht leicht ist, mit Blende und Belichtungszeit herumzurechnen. Denn dazu musst du genau wissen, welche Wirkung z.B. eine offene Blende auf Tiefenschärfe und (indirekt) auf die Belichtungszeit hat. Es braucht Routine und Zeit, und verhindert so manchen Schnappschuss. Darum gibt es die Automatikeinstellung, und zusätzlich bei den digitalen Kameras, die Motiv Programme, die nehmen dir die Arbeit ab.

Welches Motivprogramm bietet dir deine Kamera an?

Sport

Dieses Programm sorgt dafür, dass immer die kürzestmöggliche Belichtungszeit gewählt wird. Das bedeutet zumeist, dass die Blende voll geöffnet wird. Erst wenn das zu Überbelichtungen führen würde, wird etwas abgeblendet. Eine kurze Belichtungszeit sorgt z.B. dafür, dass sich bewegende Objekte auf dem Foto scharf abgebildet werden, weil die Bewegung in einem Sekundenbruchteil eingefroren wird. Stell dir spielende Kinder oder rennende Hunde vor, einen Wasserfall oder die Gicht am Meer. Also, dieses Sport-Programm ist nicht nur für ein Foto von Fußballspielenden Männern geeignet, sondern immer dann, wenn sich dein Motiv bewegt.

Nachtprogramm

… bedeutet, die Kamera stellt sich, abhängig von der vorhandenen Lichtmenge, auf eine lange Belichtungszeit ein. Die wird so lang sein, dass du, um damit ein Foto zu machen, ein Stativ brauchst. Mit dieser Einstellung kannst du u.a. ein Feuerwerk gut ins Bild setzen.

Portraitprogramm

… beinhaltet das, dass der Ton der Haut stimmig ist und, dass der Hintergrund nicht scharf abgebildet und, dann wird auch die Gradation auf „weich“ geschaltet und die Schärfung reduziert. Die Einstellung eines Motivprogramms beinhaltet also mehr als nur die Wahl der richtigen Blende oder Belichtungszeit.

Landschaft

Hier wird der Blitz abgeschaltet, die Gradation auf „hart“ gestellt und, damit der Vordergrund auch noch scharf wird, eine kleinere Blende vorgegeben. Bei „Umgebungslicht“ wird die ISO-Einstellung auf den höchsten Wert geschaltet, die Blende voll geöffnet und der Blitz abgeschaltet.

Bei „Museum/Theater“ wird nicht nur auf hohe ISO-Werte gestellt, sondern auch das Auslösegeräusch und der Blitz abgeschaltet.

Was genau so ein Motivprogramm alles beinhaltet, wird hoffentlich in der Gebrauchsanweisung deiner Kamera ausführlich beschrieben.
Ich schlage dir vor, du wählst das Motivprogramm deiner Kamera, das dir gerade am Besten gefällt, und probierst es an einem Motiv deiner Wahl aus. Sollte dir das Ergebnis nicht gefallen, nimmst du das nächste. Notiere dir bitte, welches Motivprogramm du benutzt hast. Dies ist hilfreich, wenn du den erzielten Effekt, nachvollziehen und reproduzieren willst, also weißt, was welches Motivprogramm macht, damit du es in Zukunft gezielt einsetzen kannst.

Wichtig!!!

Formatierung
Ich rate dazu, den Chip in deiner Kamera ab und zu einmal zu formatieren. Der günstigste Zeitpunk dazu ist der, nachdem du die Fotodateien von dem Kamerachip auf den Rechner transportiert hast. Sieh’ bitte in deiner Gebrauchsanweisung nach, wie dort die Formatierung beschrieben wird.

Dateinummerierung
Wenn die Kamera es zulässt, sollte die Einstellung gewählt werden, die die Bilder kontinuierlich durchnummeriert. Sonst gibt es beim Kopieren auf die Festplatte evtl. ein Problem durch gleiche Dateinamen und bereits vorhandene Dateien werden überschrieben und zerstört!

So, das war es für den Moment, wenn es Fragen gibt, so zögere nicht diese zu stellen.

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Tipp # 1

Tipp # 2

Tipp # 3

Tipp # 4

Kreativ sein heißt spielen können – linsenlose Fotografie

Meine Kreativität lebt und nährt sich durch das spielende Kind in mir. Heute habe ich angefangen mein neues Spielzeug zu testen, das „Subjektiv Pancake„.

Bildschirmfoto 2013-07-10 um 09.55.53

Das Subjektiv-Pancake ist voll und ganz für die linsenlose Fotografie konzipiert und vereint vier unterschiedliche SubjektivAufnahmemodule, die in ein flaches Pancake-Gehäuse eingesetzt werden. Jedes Modul mit seiner ganz besonderen Abbildungsart steht für eine eigene Bildsprache.  91Dieses Foto ist damit gemacht und nur unwesentlich bearbeitet.Ich bin gespannt, was ich noch alles damit machen werde.

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