Beate Knappe

Frau zu sein, ist meine Lebenswirklichkeit. Aus ihr entsteht mein fotografischer Blick auf die Welt.

Das fotografische Lebenswerk von Beate Knappe dokumentiert über sechs Jahrzehnte weibliche Lebenswirklichkeit und gesellschaftlichen Wandels in Deutschland – vom Bildjournalismus der 1970er-Jahre bis zu den Werkgruppen der Gegenwart.

Kurzbiografie

Ich bin 1950 in Wülfrath geboren und fotografiere seit meiner Ausbildung im Jahr 1964. Was als handwerklicher Beruf begann, entwickelte sich zu einem fotografischen Lebenswerk, das inzwischen mehr als sechs Jahrzehnte umfasst.
Nach meiner Gesellenprüfung arbeitete ich zunächst als Fotojournalistin und später als freiberufliche Fotografin. Ich dokumentierte politische und gesellschaftliche Veränderungen, fotografierte für Zeitungen und Magazine und begleitete über viele Jahre die Frauenbewegung, Arbeitskämpfe und das öffentliche Leben in Deutschland.
1995 schloss ich mein Studium Kommunikationsdesign mit einer Diplomarbeit ab: Die Atelier-Fotografin. Ein Frauenberuf im 19. Jahrhundert zwischen Modeerscheinung und Profession.
Von 1997 bis 2008 leitete ich die Bildstelle der Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen. Heute verbinde ich fotografische Praxis, autobiografisches Schreiben und Archivarbeit.

Derzeit erschließe ich mein fotografisches Lebenswerk systematisch. Dabei interessiert mich nicht nur die Ordnung eines Archivs, sondern die Frage, welches Wissen entsteht, wenn eine Fotografin ihr eigenes Werk nach Jahrzehnten selbst untersucht und interpretiert.

Künstlerische Position

Ich fotografiere Frauen nicht als Thema.
Ich fotografiere aus meiner eigenen Lebenswirklichkeit heraus.
Deshalb ziehen sich Frauen durch mein gesamtes Werk – als Demonstrierende, Arbeiterinnen, Mütter, Politikerinnen, Künstlerinnen, Kranke, Liebende und Alte. Meine Fotografien erzählen weniger davon, wie Frauen aussehen, sondern davon, wie sie leben. Meine Arbeit verbindet dokumentarische Fotografie, Portrait und autobiografische Reflexion. Erst heute erkenne ich, wie eng diese unterschiedlichen Werkgruppen miteinander verbunden sind.

Biografie

Jahr Station
1950 geboren in Wülfrath
1964 Beginn der fotografischen Ausbildung
1968 Gesellenprüfung
1975 erste Veröffentlichungen als Fotojournalistin
1977 Geburt meiner Tochter Sarah
1980–1983 Bildredakteurin einer Tageszeitung
1983–1996 Freiberufliche Fotografin
1986–1989 Mitbegründerin des Pressebüros BILDWORT
1995 Diplom Kommunikationsdesign
1997–2008 Leiterin der Bildstelle der Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen
2011–2025 Atelier für Portraitfotografie in Düsseldorf
seit 2025 Erschließung des fotografischen Lebenswerks

Ausgewählte Werkgruppen

  • Anonymous
  • Barrieren – Karrieren 1991
  • Beerdigung Max Reimann
  • BESTANDTEIL 1990
  • Das Göttlich Weibliche
  • Flat & fabulous
  • Frauen in Wülfrath
  • Frauen-Friedensmarsch
  • Frauen. Präsenz. Politisch.
  • Frauenkörper
  • Icklack 1990
  • Immer nur Lächeln- Frauen im Einzelhandel
  • Kirmes Düsseldorf
  • Karneval (Brauchtum) Düsseldorf
  • LKW-Fahrer Alltag
  • Meine Selbsterfahrung ist im Wesentlichen die Erfahrung von Beziehungen … 1993
  • Mit 85 auf die DEMO
  • Moskau Weltfrauenkonferenz 1987
  • Muttertag/8. März
  • Präsenz – Frauen im Umweltministerium Düsseldorf
  • Pressefest
  • Rheinhausen 1988
  • Selbstverständlich. Frauen.
  • Selbstportraits (Beate Knappe)
  • Silbergrau
  • Stillleben
  • USA 1984
  • Wandmaler Düsseldorf/Farbfieber
  • WM der Friseure 1988
  • Wrestling 1988
  • Zagreb 1993

Publikationen

1992 BESTANDTEIL – Stück vom Ganzen – Frauen in Chemnitz/DDR

2020 knappe70 Beate Knappe – Fotografien – mein Leben

2021 Das Göttlich Weibliche

2021 Der Angst die Haare vom Kopf fressen

2023 I can make a rhythm of confusion in your mind

2024 10 Männer

2025     BEATE KNAPPE
Frau. Mutter. Fotografin
Autobiografie

Bibliografisches

  • Hervé, Florence; Wurms, Renate (Hg.): Das Weiberlexikon. Von A bis Z. Dortmund: Weltkreis, 1985; u.a.
  • FotografenWiki (Greven Archiv Digital): Beate Knappe. Letzte Änderung: 09.03.2017.
  • Irrgang, Christina / Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf (Hg.): Düsseldorf und Fotografie. – Ein Bericht über die Fotografie in der Landeshauptstadt Düsseldorf. Düsseldorf, 2022

Selbstportrait 1964

Portrait, das bin ich

Selbstportrait 2021

Preise

1966 1. Preis Fotowettbewerb der ev. Kirche in Wülfrath

1967 1. Preis Titelbild der Schülerzeitung der Handwerkerberufsschule

1985 1. Preis bifota, Berliner Internationalen Fotoausstellung & Sonderpreis der Zeitschrift „Für Dich“.
1989 3. Preis Fotografinnenpreis der Zeitschrift „Emma“

Ausstellungsbeteiligung

1980 Hamburg Frauen hinter der Kamera

1984 Düsseldorf Frauen-Fotografie

1985 Berlin Europäische Fotografen

1986 Düsseldorf Portraits

1987 Düsseldorf Düsseldorfer Fotografinnen

1988 Köln photokina: STERN – Bilder: 40 Jahre Bild-Journalismus in der BRD

1988 Duisburg UNRUHE, der Arbeitskampf bei Krupp

1998 Köln photokina: STERN – Das Bild des Menschen

1998 Hamburg STERN – Bilder: Das Bild des Menschen

1999 Düsseldorf „Große Kunstausstellung“

2024 Oberhausen Schloss ABOUT US: Fotografinnen lichten ab für Frauen statt

2024 Düsseldorf Stadtmuseum Das ist Gesellschaft

2025 Düsseldorf Stadtmuseum Perspektivwechsel – Fotografinnen in Düsseldorf

Einzelausstellungen

1984 Düsseldorf Frauenfriedensmarsch

1986 Düsseldorf Frauenbilder – Menschenbilder

1990 Oberhausen Immer nur lächeln – Frauen im Einzelhandel

1990 Düsseldorf BESTANDTEIL

1992 Chemnitz: BESTANDTEIL

1993 Frankfurt/Oder BESTANDTEIL

1990 – 1994 BESTANDTEIL wurde an 7 weiteren Orten gezeigt.

1996 Düsseldorf „Komm tanz mit mir….“ – Thema: Men-Strip

1999 Düsseldorf – PPS Galerie „My favourites“ – Photographien aus 35 Jahren

2000 Düsseldorf – Stadttor BESTANDTEIL

2005 Chemnitz BESTANDTEIL

2014 Düsseldorf „Silbergrau – das bin ich“

2016 Düsseldorf, Kunstpunkte, „Fuck you cancer“

2019 Düsseldorf, Kunstpunkte, „Portraits“

2020 Düsseldorf, Gerresheimer Bhf knappe70 – Eine Retrospektive

2021 Düsseldorf Park Kultur: knappe70 – Eine Retrospektive &

…der Angst die Haare vom Kopf fressen

2022 Wülfrath Retrospektive knappe70

2024 Düseldorf/UniKlinik …der Angst die Haare vom Kopf fressen

2025 Chemnitz BESTANDTEIL

Wissenschaftliche Rezeption

1995
Diplomarbeit Die Atelier-Fotografin. Ein Frauenberuf im 19. Jahrhundert zwischen Modeerscheinung und Profession (Gesamthochschule Essen).

Die Arbeit wurde bereits in der Fachzeitschrift Fotogeschichte – Heft 60 – 1996 – vorgestellt und gehört zu den frühen wissenschaftlichen Untersuchungen zur Geschichte der Fotografinnen. Fast drei Jahrzehnte später wird sie in der kunsthistorischen Forschung weiterhin rezipiert. In der 2026 veröffentlichten Dissertation Beruf, Blick und Bild. Eine Professionsgeschichte der Fotografin 1890–1940 von Nathalie Dimic wird sie mehrfach als wichtiger Beitrag zur Professionsgeschichte der Fotografinnen herangezogen

Gegenwärtige Arbeit

Heute arbeite ich an der Erschließung meines fotografischen Lebenswerks. Aus mehr als sechs Jahrzehnten Fotografie entsteht ein Werkverzeichnis, das meine Fotografien nicht nur dokumentiert, sondern nach ihren Themen, Zusammenhängen und ihrer Bedeutung befragt.

Mich interessiert dabei eine grundlegende Frage: Welches Wissen entsteht, wenn die Urheberin ihr eigenes fotografisches Lebenswerk selbst erschließt?

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