Es begann nicht mit einer Erkenntnis. Es begann mit einem Impuls: Ich will eine neue Homepage.
Ich wusste nicht, wie WordPress funktioniert. Erklärungen, die ich nachvollziehen konnte, habe ich nicht gefunden. Also habe ich einfach
angefangen.
Ich habe geklickt, ausprobiert, mich verirrt, wieder angesetzt. Und während ich das tat, hat sich etwas anderes gezeigt: So arbeite ich. Ich verstehe erst, wenn ich im Prozess bin.
Ich lerne nicht durch Erklärungen.
Ich lerne nicht, indem ich etwas verstanden habe und dann anwende.
Ich lerne, indem ich mich ins Tun begebe.
Dinge erschließen sich mir nicht sofort. Arbeiten kann ich erst, wenn ich beginne, sie mir anzueignen.
War das schon immer so?
Ich erinnere mich an einen Workshop.
Ich stand da und konnte die Aufgabe nicht umsetzen.
Ich war hilflos, fühlte mich wie ein Depp.
Heute weiß ich: So kann ich nicht arbeiten. Ich brauche einen Impuls, etwas, das mich berührt. Etwas, zu dem ich in eine Beziehung treten kann. Ich kann nicht von außen beginnen. Ich muss mich hineinbewegen.
Struktur entsteht bei mir im Tun
Die Homepage war online, bevor sie stimmte. Das Menü war alphabetisch sortiert – blöd. Also klickte ich herum und fand die Stelle, an der ich es selbst ordnen kann.
Es war nicht so einfach zu finden. WordPress funktioniert anders, als ich denke.
Das passiert mir wohl öfter. Dinge funktionieren nicht so, dass ich sie sofort verstehe. Arbeiten kann ich erst dann, wenn ich es weitestgehend selbst gestalten kann. Das kenne ich auch aus FileMaker. Der Software, mit der ich mein PrintArchiv organisiere. Mit dem System bin ich gleich in eine Beziehung eingetreten, weil ich es gestalten kann, wie ich es brauche.
Struktur ist für mich kein Anfang.
Struktur ist ein Ergebnis.
Meine Arbeitsweise ist einfach anders.
Ich merke, wie schwer es ist, das zu beschreiben. Von außen wirkt das oft ungeordnet. Aber es ist nicht ungeordnet. Ich wusste das bisher so nicht. Langsam begreife ich es. Das verändert alles.
Beim Fotografieren ist es genauso. Ich gehe nicht los und denke: Welche Technik? Welche Einstellung? Ich gehe los und sehe. Es gibt etwas, das mich berührt, und ich lasse mich darauf ein. Ich bin in einer Beziehung.
Ich habe lange gedacht, ich müsste anders arbeiten. Klarer, strukturierter, erklärbarer. Jetzt sehe ich: Ich beginne nicht mit Wissen. Ich beginne, indem ich mich einnlasse. Und alles, was entsteht, entsteht daraus. Dass ich in die richtige Richtung gehe, merke ich dann, wenn ich Kohärenz spüre.
Meine Bewegungen werden klarer.
Ich höre auf zu suchen.
Das gilt für alles.
Ich arbeite nicht mit Dingen.
Ich arbeite mit Beziehung.
Und alles, was entsteht, entsteht daraus.