Zwischen 2013 und 2023 habe ich diese Fotografien aufgenommen. Zu unterschiedlichen Zeiten, aus unterschiedlichen Anlässen. Eine gemeinsame Werkgruppe hatte ich dabei nicht im Sinn. Erst jetzt, beim Sichten und Ordnen meines Archivs, wurde mir deutlich, wie eng sie miteinander verbunden sind. Körper und alltägliche Gegenstände begegnen sich in ihren Konturen, ihren Gesten, ihrer Haltung. Was zeitlich auseinanderlag, findet im gemeinsamen Betrachten zusammen.
Unter dem Titel „Form und Haltung“ habe ich diese Fotografien nun zu einer Werkgruppe zusammengestellt. Daraus ist ein kurzer Film entstanden, den ich auf meinem YouTube-Kanal veröffentlicht habe. Die Fotografien folgen aufeinander, begleitet von Musik und wenigen Sätzen über ihre Entstehung und ihre neu entdeckte Verbindung. Diese Erfahrung macht für mich einen wesentlichen Teil der Archivarbeit aus. Während ich datiere, zuordne und beschreibe, verändert sich auch mein Blick auf das eigene Werk. Ich erkenne Verbindungen, die mir beim Fotografieren noch nicht bewusst waren. Eine Aufnahme von 2013 lässt mich eine Fotografie von 2023 anders sehen – und umgekehrt.
Der Film gibt diesen Begegnungen eine zeitliche Form. Für einen Moment bleibt eine Fotografie stehen, dann folgt die nächste. Die vorherige wirkt in der Erinnerung weiter.