Erst eine aktuelle Diskussion lässt mich das klarer erkennen: Was bedeutet es eigentlich, etwas zum „Thema“ zu machen? Es schafft Abstand. Es macht aus dem, was mich betrifft, etwas, das ich betrachte.
Und genau das trifft auf meine Arbeit nicht zu.
Meine Fotografien entstehen in Begegnungen, in Nähe, in Situationen, in denen ich mich im Gegenüber wiederfinde – und manchmal auch verliere. Dass Frauen darin immer wieder präsent sind, ist kein Konzept. Es ist das Ergebnis meiner Bemühung, meine eigene Lebenswirklichkeit zu verstehen. Erst im Nachhinein finde ich Worte für meine Erfahrungen – und merke, wie sehr diese Worte sie auch ordnen. Eine Ordnung, die den Bildern fremd ist. Meine Fotografien entstehen vor ihr. Das verändert den Blick auf mein gesamtes Werk.
Meine Autobiografie erzählt mein Leben von innen. Meine jetzige Arbeit liest es in seinen Zusammenhängen – und erkennt, was darin angelegt ist.
Es geht nicht nur darum, Frauen sichtbar zu machen. Es geht darum, von wo aus ich sehe – und was in diesem Prozess sichtbar wird. Und vielleicht liegt ihre Kraft genau darin, dass sie etwas festhalten, das noch nicht vollständig benannt ist. Etwas, das sich zeigt – aber sich von mir bis jetzt nicht ganz in Worte übersetzen lässt.