Ich lag im Bett, weil ich mich erholen wollte, und dachte: Eine gute Gelegenheit, mir diesen Film anzusehen, der gerade als bester Film bei den „Oscars“ ausgezeichnet worden ist: One Battle After Another.

Ich wollte wissen, welche Geschichte erzählt wird. Und ich muss ehrlich sagen: Ich habe sie nicht ganz verstanden.

Was ich verstanden habe:
Es gibt Aktivistengruppen, die gegen den Staat kämpfen.
Es geht um Geflüchtete, um Macht, um Strukturen, die im Verborgenen wirken.
Ich habe Organisationen gesehen, Verbindungen, die mehr als kriminell sind.
Ideologien, die sich gegen Menschen richten.
Rassismus nicht als Einzelfall, sondern als Struktur.

Und gleichzeitig blieb vieles für mich unklar.

Vielleicht gehört diese Unklarheit zum Film. Eine Welt, in der sich Machtverhältnisse nicht eindeutig zeigen. In der nicht sofort erkennbar ist, wer handelt, wer gesteuert wird, wer Opfer ist.
Eine Welt, die sich nicht einfach erzählen lässt.

An irgendeiner Stelle habe ich gelesen, dass dieser Film auch als Satire verstanden werden kann. So habe ich ihn nicht gesehen.

Ich habe starke Frauen gesehen.
Präsente Frauen. Selbstbewusste Frauen.
Und gleichzeitig habe ich gesehen, wie sehr sie strukturellen Mächten ausgeliefert sind, die größer sind als sie selbst.

Der Film hat mich an aktuelle Bilder aus den USA erinnert. Und genau das hat mich erschreckt. Nicht, weil er überzeichnet wäre. Sondern weil er es nicht ist.

Weil das, was er zeigt, eine Nähe zu der Wirklichkeit hat, die wir gerade erleben. Vielleicht ist das keine Satire. Vielleicht ist es eine Diagnose.

Ich lag im Bett.
Mein Körper wollte Ruhe.
Und ich sah einen Film, in dem es keine Ruhe gibt.

Der Titel – One Battle After Another – hat zunächst nichts mit mir zu tun, dachte ich.
Ich habe nicht das Gefühl, dass ich gerade eine Schlacht nach der anderen führe.
Im Gegenteil.
Ich habe entschieden, dass ich nicht mehr kämpfen will.
Und dann habe ich gemerkt, dass das so nicht stimmt.

Natürlich kämpfe ich.

Ich kämpfe mit meiner Erinnerung.
Ich kämpfe mit der Sicht auf mein Leben.
Ich kämpfe mit der Deutung meiner eigenen Fotografien.

Ich kämpfe mit der roten Linie, die sich erst jetzt zeigt.
Die sich nicht planen ließ.
Die ich im Nachhinein erkenne.
Es sind Kämpfe, die sich in mir abspielen.
Sie haben nichts mit dem Außen zu tun, das mich umgibt.
Und doch bestimmen sie alles.

Während der Film eine Schlacht nach der anderen zeigt, erkenne ich, dass meine Kämpfe längst an einen anderen Ort gewandert sind. Eine Schlacht nach der anderen.

Ich habe nur den Ort gewechselt.

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