Was bedeutet es, als Frau zu fotografieren?
Gibt es einen weiblichen Blick – und wenn ja, worin zeigt er sich?
In diesem Video spreche ich über Erfahrung, Körperwissen und Perspektive in der Fotografie. Darüber, dass Fotografieren nie nur Technik ist, sondern immer auch Biografie, Körpergeschichte und gesellschaftlicher Kontext. Ein paar Zahlen helfen, die Dimension zu verstehen: Frauen stellen etwa die Hälfte der Weltbevölkerung. In der Fotografiegeschichte sind Fotografinnen historisch deutlich unterrepräsentiert. In vielen Archiven, Sammlungen und Standardwerken liegt ihre Sichtbarkeit ebenfalls häufig unter 20 %. Nicht, weil Frauen nicht fotografiert hätten – sondern weil ihre Arbeiten seltener bewahrt, gezeigt und historisch eingeordnet wurden. Solche Zahlen erzählen von Sichtbarkeit, von Macht über Bilder, von Deutungshoheit. Wenn ich sage, dass ich meinen Körper nicht nur von außen, sondern von innen kenne, dann meine ich: Fotografieren ist Beziehung. Erfahrung formt den Blick. Und jeder Blick ist situiert. Dieses Video ist ein Beitrag zu dieser Perspektive. Nicht als Abgrenzung – sondern als Erweiterung dessen, was Fotografie sein kann.