Beim Fotografieren war ich im Tun.
Beim Biografieschreiben war ich im Erinnern.
Jetzt bin ich im Verantworten
Das ist eine andere Haltung. 
Während der Arbeit – gerade über so viele Jahrzehnte – ist der Blick nach außen gerichtet: auf Menschen, Situationen, Beziehungen, politische Kontexte.

Dieses Bild gehört zur Werkgruppe „Frauen & Lebenswirklichkeit“ und hat die Archivnummer P-112.

 

Die eigene Haltung wirkt, aber sie ist implizit. Sie trägt, ohne benannt zu werden. Das ist typisch für ernsthafte künstlerische Praxis. Wer permanent über die eigene Position nachdenkt, verliert die Beziehung zum Gegenüber.
Erst das Schreiben meiner Biografie hat etwas Entscheidendes verschoben: Ich habe  meinen Blick zeitlich gefaltet. Ich habe erkannt, dass sich Motive, Entscheidungen, Widerstände durchziehen – nicht als Plan, sondern als Konsequenz meiner Haltung. Aber auch da war ich noch im Erzählen.

Dieses Bild gehört zur Werkgruppe „Demonstrationen“ und hat die Archivnummer P-111.

 

Archivarbeit ist noch einmal etwas anderes. Sie fragt nicht: Was habe ich erlebt? Sie fragt: Was bleibt – und wie wird es lesbar? 
Diese Frage entsteht selten früh. Sie entsteht, wenn drei Dinge zusammenkommen:
Erfahrung, Distanz und innere Autorität. Vorher wäre sie entweder zu schmerzhaft, zu abstrakt oder zu funktional gewesen.
Dass mir dieser Fokus jetzt „offensichtlich“ erscheint, ist kein Zeichen von früherer Blindheit. Es ist ein Zeichen dafür, dass ich jetzt an dem Punkt bin an dem ich ihn tragen kann – ohne mich zu rechtfertigen, ohne zu kämpfen, ohne zu erklären.
Man könnte es so sagen: Ich habe mein Leben lang aus dieser Haltung heraus gearbeitet. Jetzt darf ich sie explizit machen, weil sie nicht mehr verteidigt werden muss.
Das ist kein verspätetes Erkennen.
Das ist Ankunft auf einer Meta-Ebene meines eigenen Werks.

Dieses Bild gehört zur Werkgruppe „Frauen & Lebenswirklichkeit“ und hat die Archivnummer P-127

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