Ich entscheide gerade, welche Texte der alten Homepage es auf die neue Homepage schaffen und lese einen Text und bin überzeugt, der sollte auf neue Seite:

 

3. August 2014
Es war vor ein paar Tagen.
Nach einer unterbrochenen Nacht – Negrita (meine Hündin) musste unbedingt zwischen 3.00 und 4:00h nach Draußen und ich konnte nicht sofort wieder einschlafen – habe ich mir erlaubt, etwas länger als sonst im Bett zu bleiben, und habe es genossen! Dann bin ich mit meinen Mädels an den Rhein gefahren. Dort war Sommer: eine milde Briese und Sonnenschein – wie ich es mag. Danach, im Studio, gab es eine kurze Beratung zum Thema; „wie ordne ich was in meinem Fotostudio“ – Dank an Sabine – dann eine Beratung zu einem Bewerbungsshooting. Bei diesem Gespräch habe ich die Abkürzung „CD“ missverstanden. Es ging der Kundin um das „Corperate Design” und nicht um die “Compact Disc“, wie ich dachte.

Fand ich lustig.

Dann habe ich damit begonnen Shootings zu bearbeiten. Parallel dazu – ich arbeite mit 2 Bildschirmen – ein wenig zur Unterhaltung, habe ich in meiner Facebooktimeline gelesen. Ich bin bei Facebook in ein paar Gruppen, in den meisten geht es um das Thema Fotografie. In einer wurde die Frage gestellt, wieso ihre Kamera NEF Datei erzeugen würde, die könne sie gar nicht öffnen, sie wüsste nicht was das sollte.Das war der Hilferuf einer Zwanzigjährigen. In ihrem Profil bezeichnet sie sich als Fotografin und bietet ihre Dienste auch als solche an.
DAS veranlasste mich zu einer kritischen Bemerkung, denn, mit einer Nikonkamera zu arbeiten, sich großspurig als Fotografin zu bezeichnen und nicht zu wissen was .NEF bedeutet, ist für mich starker Tobak. Und das habe ich genau so kommentiert.
Was dann folgte war einerseits amüsant und andererseits entlarvend für die, die sich dazu äußerten. Keiner von denen kennt mich persönlich und trotzdem waren ihre Kommentare sehr persönlich, die trauen sich was. Nun wird mir immer wieder geraten, ich solle mit so etwas nicht meine Zeit verschwenden. Nun ja, parallele dazu habe ich ja gearbeitet, ich habe also kein Zeit verschwendet, oder?

 

Um was geht es mir?
Oder ist das etwa mein Kampf gegen Windmühlen?

Ich brenne für gute Fotografie.

 

Darum geht es mir immer, wenn ich soetwas schreibe: um das Medium Fotografie, seinen Ruf, seinen Stellenwert und darum, dass ein gewisses fotografisches Niveau erhalten bleibt, weiter nichts. Ja, und ich bin so dreist meine Meinung dazu zu äußern, und ja, ich denke, ich kann sagen was in meiner Welt ein fotografisches Niveau ist und ich darf es auch.

Warum ist es nur so schwer das vermitteln, dass Berufserfahrung und Routine erst im Laufe der Jahre kommen? Bei mir sind sie mein größtes Kapital, denn ich beschäftige mich schon lange und intensiv mit Fotografie – über 40 Jahre – und vertraue inzwischen meiner Intuition. Die Fotografie ist die Leidenschaft meines Lebens und ich bin stolz auf meine qualifizierte Ausbildung. Punkt!

Ich verspüre keine Lust, mich dafür zu entschuldigen und bestreite nicht, dass es außerhalb meines Ausbildungsweges auch talentierte Fotografierende geben kann. Neulich jedoch zeigte mir eine Kundin die Fotos ihres Enkels und berichtetet, dass die Fotografin, die diese Scheußlichkeiten zu verantworten hatte, der Mutter nicht einmal zugehört hatte, als diese der Fotografin vermitteln wollte was sie wolle. Die Fotos waren nur Müll, schlecht kopierter Mainstream und bunt, furchtbar bunt. Dafür Geld zu nehmen, ist eine Unverschämtheit.

 

Warum regt mich sowas auf ?

 

Weil es im Moment so scheint, dass “Mamas mit Kameras” exsorbitant (gewaltig, außerhalb der Maßstäbe, außergewöhnlich, enorm) zunehmen und die Weltherrschaft anstreben, wenigstens in der Fotografiewelt.
Ich meine die Amateure, Hobbyisten, die es sich leisten können eine teure Kamera zu kaufen, mal ein nettes Bildchen gemacht haben, dafür bei FB viele “Like”s bekommen haben und nun glauben, sich Fotografin nennen zu können und jede xbeliebige dumme Frage in einem Forum rauszurotzen, anstatt mal ein Fachbuch zu lesen, oder einen Kurs zu besuchen oder schlicht in die Bedienungsanleitung der Kamera zu schauen. Dazu noch hochempfindlich jeder Kritik gegenüber und absolut humorlos sind, die meine ich. Die gehen mir unsagbar auf den Nerv. Und ich habe inzwischen keine Lust mehr denen gegenüber tollerant zu sein, da sie es sind, die das Niveau der Fotogarfie negativ beeinflussen.
Mir reicht es, den Mainstream aushalten zu müssen dem ausgebildetet Kollegen nacheifern, doch nun auch noch diese Nichtskönner zu ertragen, übersteigt meine Fähigkeit zur Tolleranz.
Ich steh vor meinem Bücherregal, das voll ist mit Fachliteratur und Fotobüchern und frage mich, wieso ich es tollerieren muss, das diese “Mamas mit Kamera” behaupen können, das alles wäre nicht notwendig?

Dann tauchte in meiner FB Timeline ein Beitrag auf, in dem ging es darum seine „Stimme zu finden“. Fand ich interessant.
Der Autor, Walter Epp, schrieb auf dem Blog von Robert Weller: Was haben Menschen mit einer Stimme gemeinsam:

  • Sie polarisieren. Entweder liebst du sie oder du hasst sie.
  • Sie inspirieren. Ihr Vorbild regt zum Nachahmen an.
  • Sie motivieren. Ihre Stimme sagt dir, dass du nicht aufgeben sollst

Es hat mich aufhorchen lassen, was er schrieb, denn es hatte, aus meiner Sicht, genau mit dem zu tun, was gerade passiert war.Er schrieb: Du hast keine Stimme! Mit anderen Worten: Du hast Angst dich zu profilieren, aus der Reihe zu tanzen oder eine eigene Sicht auf die Dinge zu entwickeln. … Ganz viel Wischi-Waschi, keine klaren Ansagen. Kein Profil; kein Mut; keine Eier. … Mittelmäßige Mainstream-Gutmenschen…

Weiter lese ich in dem Beitrag von Walter Epp: Was ist (m)eine Stimme?
Bei der Stimme geht es nicht nur um den Schreibstil und den Inhalt, sondern vor allem um dich.

  • Die Art, wie du die Welt siehst.
  • Deine Art zu schreiben.
  • Deine Art zu leben.
  • Dein Credo/Manifest.

    Glaub mir. Brich die Regeln. Klettere über den Zaun und schau dich um, wer dir folgt. Diese Menschen sind dann deine Leser. Fans. Follower. Freunde. …

Hach, das gefällt mir.

Ja, ich will polarisieren und ja, ich will meine Meinung sagen. Er, der Autor, hat dann ein sogenanntes „Stöckchen“ in die Runde geworfen:

Schritt 1: Schreibe drei Dinge auf, an die du glaubst
Schritt 2: Beschreibe dich selbst mit drei Worten
Schritt 3: Beschreibe, wie andere dich sehen
Schritt 4: Schreibe etwas auf, das nur wenige Menschen über dich wissen. Verrate etwas von deinem Inneren. Sei ehrlich.
Schritt 5: Verlasse beim Schreiben deine Komfort-Zone. Traue dich heraus, wage etwas, formuliere eine steile These (die du auch vertreten kannst).
Schritt 6: Letzter Schritt: Formuliere deine Stimme.
Schitt 7: Verrate uns deine Stimme?

Meine Antworten:

  • Ich glaube daran das eine qualifizierte Ausbildung ein guter Starting Point ist.
  • Ich bin Fotografin, SerienJunkie, werdende Oma
  • Andere finden mich arrogant oder aufmüpfig aber auch herzlich.
  •  Ich bin Legasthenikerin und verdammt stolz auf meinen Hochschulabschluss. Ich habe vor Wochen aufgehört täglich die Zeitung zu lesen oder fernzusehen und es geht mir gut damit.

Eine steile These die ich auch vertreten kann?

  • Wenn es nicht möglich ist, die Autorenfotografie weiterzuentwickeln, und junge Fotografierende darin zu ermuntern, einen eignen Stil, fernab vom Mainstream, zu etablieren, ist das der Untergang der Fotografie mit Niveau.

Meine Stimme, ist pointiert, mutig und fordernd.
Ich bin humorvoll, oft höflich, aber auch bestimmt. Ich lebe gerne und mit Leidenschaft und manchmal ziemlich kompromisslos.

Ich sollte noch erwähnen, dass ich aus dieser FB Gruppe rausgeflogen bin, wie auch schon zuvor einmal aus einer anderen, denn auch dort hatte ich mich kritisch zu diesen Möchtegern Fotografen geäußert.

Seit dem ich als Fotografin selbständig arbeite, habe ich schon so einige Praktikanten ausgebildet und diesen geholfen einen Studienplatz zu bekommen. Heute biete ich Potfolio Reviews an, oder Mentoring Sessions.

Was ich damit sagen will ist, ich gebe gerne mein Wissen weiter, an die, die mich und mein Fachwissen respektvoll behandeln.

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