Photographieren heißt ja mit Licht zeichnen. Und genau das tue ich als Portraitfotografin, ich lasse das Licht die Person “zeichnen”. Zu analogen Zeiten habe ich mir, für ein IndoorPortrait, ein hohes Fenster gesucht – das war das Licht, das ich mochte, weil es weich und soft das Gesicht der Person modellierte.
Als ich 2011 meine Studio für Portraitfotografie eröffnete, war der Raum, in dem meine Portraits entstanden, ein sehr großer. Er hatte weiße Wände und eine weiße, sehr hohe Decke und einen schwarzen Fußboden. Entsprechend diesen räumlichen Verhältnissen habe ich meine Studioblitzanlage ausgesucht und die dazugehörigen Softboxen. Eine riesengroße, eine kleine und ein Striplight
Dann bin ich umgezogen und mein eigentliches Studio, da wo ich meine Portraits entstehen lasse, ist nun weniger als halb so groß wie der vorherige Raum. Keine Wunder, dass ich mit dem Lichtset, dass ich bis zu diesem Zeitpunkt benutzte, nun nicht mehr zurecht kam.

Es hat einige Zeit gedauert bis ich mich mit dem Raum und seinen Verhältnissen ausgesöhnt habe. Nein, es war ein Kampf, denn ich wollte das, mir bis zu dem Zeitpunkt vertraute Lichtset verwenden, doch genau das klappt nicht. Meine große Softbox, mit der ich sehr gerne arbeite, war einfach zu groß für den kleinen Raum denn ihr Licht wurde von allen Seiten reflextiert, was ich nicht wollte, weil so ein vagabundierendes Licht entstand, das ich nicht kontrollieren konnte. Darum bekam die Softbox ein Wabengitter und somit ich ein weiches, jedoch gerichtetes Licht.
Wenn ich nun einen bestimmten Abstand der Person, die ich vor der Kamera habe, zum grauen Hintergrund und zur Softbox einhielt, hatten meine Fotos genau die Tiefe, die ich wollte und die Person trennt sich noch von dem doch recht dunklen Hintergrund. Licht nimmt im Quadrat ab, das zu wissen ist hilfreich und grau wird zu schwarz. Ich benutzte auch meine runden weißen Aufheller, wenn ich es für nötig erachtetet und war rundum happy. Jedoch nicht immer, manchmal bekam ich das Licht, das ich wollte, einfach nicht hin.

Nun ist es so, dass ich nur dann wachsen kann, wenn ich meine Komfortzone verlasse und mich auf etwas Neues einlasse. Das war der Fall als ich anfing vor weißem Hintergrund zu shooten und als Beleuchtung meine kleine Softbox als hochfrontales Licht einsetzte. Durch die 2 weißen Wände wurde das Licht rundum reflextiert und war dadurch sehr weich. Mir hat das gefallen. Ich arbeite bei Portraits gerne mit einem weichen Licht. Bei meinen Aktshootings arbeite ich mit Streiflicht und setze Lichtkanten. Dadurch entsteht ein grafischer Effekt.

Weiße Aufhellwände einzusetzen, schafft eien tageslicht ähnliches, sehr weiches Licht, so wie ich es mag.
Nun habe ich mir solche Reflektoren auch gekauft. Es sind Kappalinewände. Kappaline gibt es in der Abmessung 3m x 2m. Da größte Problem war der Transport in meine Studio – doch das konnte ich auch erledigen und ich habe begonnen mit diesen Reflektoren zu arbeiten. Ich habe noch nicht alle möglichen Varianten ausprobiert, doch die Ergebnisse gefallen mir ausgesprochen gut. Aus der 3x2m großen Kappalineplatte habe ich mir 2 je 1,50m x 2m zugeschnitten. Ich muss mir noch was einfallen lassen um ihren Stand zu stabilisieren, doch da habe ich schon eine Idee.

Bei dem Shooting mit Andre habe ich mit schwarzem Hintergrund gearbeitet und die weißen Wände rechts und links neben mein Modell positionierte und benutze die kleine Softbox wieder als hochfontales Licht.
Wow, das Ergbenis war ein weicher Verlauf. Nicht unbeding geeignet für einen Mann, doch bei nackter Haut durchaus angenehm, fand ich.
Als nächstes benutzte ich nur eine Wand als Reflektor und meine große Softbox als Hauptlicht – nochmals Wow. Durch die große Fläche wurde das Licht wunderbar weich reflektierte und durch den schwarzen Hintergrund wurde es abgeschnitten, genau im richtigen Maß. Das hatte ich so nicht erwartet – und bin ziemich begeistert.

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