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Grit – Double mastectomy – beidseitige Mastektomie

Grit ist 42 Jahre alt, liebt Tattoos und zweiteilige Badeanzüge. Sie ist seit 10 Jahren mit Oliver zusammen und von Beruf Sozialpädagogin. Beide leben in Wiesbaden. Im Januar 2016 wurde ihr Leben erschüttert.
Wie das?
Bei einer gynäkologischen Routineuntersuchung wurde in Grit’s linker Brust ein Knoten entdeckt. Da ihre Mutter Röntgenassistentin ist, bekam Grit umgehend einen Termin zur Mammographie. Da Grit auch eine Ausbildung als Arzthelferin hat, konnte sie zusammen mit ihrer Mutter die Bilder beurteilen. Da war etwas zu sehen, das war nicht gut. Der ärztliche Befund lautetet: Ein 2,7 cm großer Knoten. Es folgte die Biopsie und die Bestätigung:

Krebs – Triple negatives Mama-Karzinom mit BRCA1 Gendefekt

 

Nun folgte das Krebs Staging. Damit sind diverse Untersuchungen zur Einschätzung des Ausmaßes des Krebs gemeint. 

Die Kenntnis über das Stadium eines Tumors ist entscheidend für die Therapieplanung und die Prognose bei einer malignen Tumorerkrankung. Das heißt die Heilungschancen können eingeschätzt und eine geeignete Therapie geplant werden. Dafür sind zahlreiche klinische Untersuchungen notwendig.

Grits Staging fand in der Karnevalszeit statt. So kam es vor, dass das medizinische Personal, welches die Untersuchungen durchführte, kostümiert war. Welche groteske Situation!

Inzwischen war es Mai 2016 und es stand fest, Grit kann bei diesem Befund nicht brusterhaltend operiert werden. Sie hat 16 Chemotherapiebehandlungen erhalten.
Sie erzählt von Informationsveranstaltungen der Klinik, bei der Silkonkissen zur Probe “angefasst” werden konnten. Das alles war für Grit Fake und hatte nichts mit ihr zu tun. Sie wollte kein Plastik in ihrem Körper haben, nichts was sie nicht fühlen konnte. Sie war auf der Suche nach einem Weg zurück zu sich selber, zu der Grit, die sie vor der Diagnose und Operation gewesen war. Der war nicht einfach, denn bei allen Beratungsgesprächen war von „Rekonstruktion“, „Wiederaufbau”  oder “Protesen” die Rede. Keiner war offensichtlich bereit, sie auf einem anderen Weg zu begleiten.

Selbstverständlich hätte sie gerne den ehemaligen Zustand wieder, doch da ist die “Luft raus” wie sie sagt, es gibt für sie kein “zurück” mehr.
Da sie bereits vor der Erkrankung ganz viele wunderschöne Tattoos hatte, dachte sie sich, warum das „Kriegsgebiet“ nicht ebenfalls schmücken, etwas machen, das zu ihr passt. Ja, Grit wollte auf ihre Art und Weise damit umgehen, das sie beide Brüste verloren hatte. Keine Protese, kein Silikon, ein Tattoo sollte es werden.
Ihr Mann Oliver erzählt, dass die Narben nur ganz langsam und schlecht geheilt sind, ein Wiederaufbau wäre auch mit schlimmen Schmerzen verbunden gewesen. Sicher, er war geschockt von der Diagnose, er wollte seine Frau nicht verlieren, da schon eher die Brüste. Er musste sich an den Gedanken gewöhnen, musste umdenken, doch es liegt ihm viel daran, sich eine Zukunft mit Grit vorzustellen.

Wie immer bei so einem Shooting, bin ich tief beeindruckt. Grit ist so alt wie meine Tochter und so stark und voller Power. Ich finde sie wunderschön. Sie erzählt mir, dass sie gerne zweiteilige Badeanzüge trägt und wie unmöglich es ist solche mit Oberteilen zu finden, die zu ihrem Oberkörper ohne Brüste passen. Also Oberteile ohne Körbchen. Doch es ist ihr gelungen.

Sieht sie nicht großartig aus? Ich finde schon.

Das ist Grit zusammen mit ihrem Mann Oliver, den sie liebevoll Olli nennt.

Bist du auch betroffen und wagst dich vor meine Kamera um anderen Frauen Mut zu machen?

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