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Als ich gerade eine Würdigung zu Michael Ballhaus las, er wurde am 5.08. 80 Jahre alt (*1935 um 5.55 Uhr in Berlin), fand ich dieses Zitat:

„Jeder Mensch hat das Recht, so schön wie möglich auszusehen.“

Es stammt von diesem genialen Kameramann höchst selbst und ich könnte es auch gesagt haben, oder habe es gesagt und gedacht und handele danach.

Lorbeeren und Preise bekommst du nur für Fotos, die die Grausamkeiten dieser Welt zeigen, nicht für solche, die das Leben feiern, oder einen glücklichen Moment archivieren. Nicht für Fotos, die Menschen glücklich machen, nur für solche, die empören.” So habe ich mich vor ein paar Tagen ziemlich frustriert ausgelassen und nun diesen Satz:

„Jeder Mensch hat das Recht, so schön wie möglich auszusehen.“

Das ist mein Credo: Die Menschen, die in mein Fotostudio kommen, haben ein Recht darauf, auf den Fotos, die ich von Ihnen mache, so schön wie möglich auszusehen, auch, wenn das nicht immer leicht ist, für mich als Fotografin.

„Jeder Mensch hat das Recht, so schön wie möglich auszusehen.“

Und auch, wenn ich mein bestes gebe, kann es sein, dass die Kundin unzufrieden ist. Vielleicht, weil sie z.B. nicht mitbekommen hat, dass sie ein paar Pfunde und ein paar Falten mehr hat als bei dem Shooting vor 5 Jahren? Weil sie sich nicht wirklich auf mich einlässt, obwohl ich sie dazu anhalte? Sie sich immer noch vorstellt, wie sie wohl aussehen mag, oder ein vor dem Spiegel eingeübtes Lächeln für mich bereit hält.So kann das nicht funktionieren.
Ich weiß das.
Ein gutes Portrait ist  m.E., wenn der Betrachter der Fotografie sich angesprochen, sich berührt fühlt. Das kann aber nur gelingen, wenn zwischen der Person vor meiner Kamera und mir ein Kommunikationsband gespannt wird und wir beide darauf achten, dass es nicht reist. Dann ist die Person vor meiner Kamera präsent. Es sind die Kleinigkeiten, wie die Haare fallen, eine Geste, eine Körperspannung, die nicht vorhanden ist, die die Aussage eines Fotos in eine bestimmte Richtung lenken können.

„Jeder Mensch hat das Recht, so schön wie möglich auszusehen.“

Zurück zu Michael Ballhaus, der 2005, mit 70 Jahren, seine Hollywoodkarriere beendete und nach dem Tod seiner ersten Frau Helga, der Mutter seiner beiden ebenfalls in der Filmbranche tätigen Söhne, in seine Heimatstadt Berlin zurückkehrte. Mit seiner jetzigen Ehefrau, der Regisseurin Sherry Hormann, für deren Film „3096 Tage“ er 2013 ein letztes Mal hinter die Kamera trat, lebt er in Zehlendorf. Dass der Meister des magischen Auges sein eigenes Augenlicht aufgrund einer Glaukom-Erkrankung verloren hat, machte Michael Ballhaus vergangenes Jahr öffentlich. Da erschienen unter dem Titel „Bilder im Kopf“ seine kurzweiligen Lebenserinnerungen.