Es ist fast ein Jahr her – und ich wundere mich gerade darüber, was seitdem alles passiert ist – dass ich hier viele Beiträge zum Thema Portrait und Kritikfähigkeit verfasst habe. Und es ist noch keine Woche her, seitdem der Podcast mit Lars Neumann online ist, in dem er meine Portraits als Metaphern der Persönlichkeit bezeichnet hat.
Mich hat dieser Satz wirklich tief berührt, denn er beschreibt genau das, worum es mir geht, wenn ich eine Person fotografiere.

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Meine Fotografie wird gerne auch als anspruchsvoll, minimalistisch und ausdrucksstark beschrieben.

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Frau mit Maske

Minimalismus zeichnet sich durch Einfachheit und Klarheit aus. Anstatt sich in überflüssigen Details zu verlieren, konzentriert sich der Minimalist auf das Wesentliche.

Ich bin bemüht um eine Komposition der grundlegendsten Elemente, wobei ich darauf achte, dass jedes Element eine wesentliche Rolle spielt. Diese Reduktion erfordert ein tiefes Verständnis dafür, was wirklich wichtig ist und was weggelassen werden kann, ohne die Aussage des Fotos zu verlieren. Die Beschränkung auf das Wesentliche verstärkt die Bedeutung jedes einzelnen Elements und fordert die Betrachter:innen auf, sich intensiv mit dem Foto auseinanderzusetzen.

Trotz der begrenzten Mittel, die die Schwarz-Weiß-Fotografie bietet, bin ich bemüht, Emotionen und Gedanken zu vermitteln. Mein Ziel ist es, zeitlose Portraits zu schaffen. Jedes Detail trägt zur Gesamtwirkung des Fotos bei.

Durch die Konzentration auf das Wesentliche lenke ich den Fokus auf die zentrale Aussage eines Fotos und eröffne gleichzeitig den Betrachter:innen Raum für eigene Interpretationen und Gedanken. In einer Welt, die oft von Überflutung und Hektik geprägt ist, bieten meine Portraits eine Oase der Ruhe und Tiefe, die die Betrachter:innen dazu einladen innezuhalten und die Schönheit der Einfachheit zu genießen.

Diesen Text habe ich in Präsens verfasst, doch wenn ich darüber nachdenke, hätte ich ihn, im Präteritum verfassen müssen, denn er scheint meine Vergangenheit zu beschreiben und nicht meine Gegenwart.

Seit ich den Workshop zu meinem Nervensystem gemacht habe und noch wöchentlich an Folgeveranstaltungen teilnehme, hat sich etwas verändert, ist mein Eindruck. Dann mein Spaß, den ich habe, wenn ich mit der KI Bilder generiere. Da ist irgendetwas ungewöhnlich.
Ich hatte in den letzten Wochen drei Shootings und die habe ich auch zu meiner vollen Zufriedenheit absolviert, doch ich spüre keine Motivation zu weiteren Shootings. Jahrelang habe ich einen Druck gespürt, mich und meine Fähigkeiten zu bewerben, den spüre ich nicht mehr.
Was will ich damit sagen?
Vielleicht einfach nur, dass ich tatsächlich eine Pause brauche und erst einmal nicht wieder fotografieren werde. Vielleicht auch, dass ich schon alles fotografiert habe und es nun genug ist?
Es macht mir gerade keine Angst, das zu schreiben. Es nimmt mir nur etwas den Atem, weil es sowohl zutreffend als auch ungewöhnlich erscheint. Was passiert da gerade mit mir?

Tattoos
Cancer - Brustkrebs

Durch das Bilder generieren mit der KI ist mir bewusst geworden, worauf es jetzt ankommt als Fotografin und das ist Autorenschaft. In dem Zusammenhang ist mir durch die Bemerkung von Lars auch klar geworden, was meine Stärke ist. Und da stellt sich mir die Frage, warum ich nicht genau das jetzt auch praktizieren möchte? In dem Moment, in dem mir mit großer Klarheit die Qualität meiner Arbeit bewusst wird, plane ich sie einzustellen? Hört sich irgendwie paradox an.

Eine Reise ins All zu unternehmen, ist heutzutage nichts wirklich Weltbewegendes mehr. In die eigene Innenwelt einzutauchen – dorthin, wo unsere tiefsten Überzeugungen in Bezug auf das, was möglich ist, verborgen sind –, zählt dagegen zu den wirklich einschneidenden Handlungen. Wenn ich in dem Wissen um das, was ich kann, einfach weitermachen würde, bedeutet das, ich bin in meiner Wohlfühlzone.
Warum will ich das nicht?
Ich will stattdessen kein neues Territorium erschließen, sondern einfach meine Ruhe haben, um wieder in eine gesunde körperliche Verfassung zu kommen, meinen Alltag strukturieren und aufräumen und mein analoges Archiv katalogisieren. Doch das kann ich nur, wenn ich mich darauf voll konzentriere, ist mein Eindruck.
Warum ist es für mich erstrebenswert in eine gesunde körperliche Verfassung zu kommen?
Um älter werden zu können.
Warum will ich “älter” werden?

Das ist wohl die interessanteste Frage.

Bei interessanten Fragen fällt mir das Buch ein: Hendricks, Gay. Lebe dein Leben, bevor es andere für dich tun: Mehr wagen und über sich selbst hinauswachsen.

Der Autor stellt hier die Frage, ob ich bereit bin, mich wohlzufühlen und zuzulassen, dass alles rund läuft in meinem Leben. Der Autor philosophiert auch darüber: »Wie man Erfolg und Wohlbefinden über längere Zeit ertragen kann«

Geht es wirklich darum? Kann ich etwas NICHT ertragen?
Ich weiß es nicht. Ich bin mir jedoch sicher, dass es wichtig ist körperlich in einer gesunden Verfassung zu sein, um älter werden zu können und es sich lohnt älter zu werden. Ich habe doch noch so viel vor, also packen wir es an.

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