Tüten Portrait

Wenn ich fotografiere habe ich ein Anliegen!

Gisèl Freund hat gesagt, dass wir das Foto mit dem Auge machen und nicht mit der Kamera. Heute, oder besser gesagt mit der Digitalen Fotografie, scheint es mir so, als wenn die Technik wichtiger würde als das Anliegen des Fotografierenden. Bei meiner Art zu fotografieren interessieren mich die enormen Möglichkeiten der digitalen Fotografie nur zum Teil. Sie ist für mich hauptsächlich eine Verkürzung des Arbeitsprozesses und nicht Teil des kreativen Prozesses. Mein fotografischer Stil ist entstanden durch die Art, wie ich in der Fotografie sozialisiert worden bin, nämlich durch die analoge Fotografie. Wenn ich z.B., im Kundenauftrag, einen Menschen portraitiere, ist es, i.d.R., mein Anliegen etwas Einmaliges, etwas Besonderes, etwas von Wert zu schaffen. Etwas das blebt, wenn wir nicht mehr sind. Ich möchte meine Kundinnen und Kunden glücklich machen mit meinem Blick auf sie. Ich bin der Überzeugung, soetwas schaffe ich nur mit schwarz-weiß Portraits, wie ich sie mache.

Es kommt – in meiner Welt – weniger auf die hochentwickelte Technik an, sondern auf die Intensionen der Person, die sie benutzt, also mich.
Ich arbeite mit einer Vollformat Kleinbild Digital Kamera. Meine Abzüge sind schwarz-weiß und ein Quadrat. Wenn ich fotografiere sehe ich das Motiv genau so wie der spätere Abzug aussieht: Ich sehe das Motiv bereits in schwarz-weiß. Die Postproduktion meiner Shootings beinhaltet einen ganz bestimmten Workflow um genau diese Portraits zu bekommen, die zuvor in meinem Kopf entstanden sind.

Was ich damit sagen will ist, dass meine Portraits nicht das Ergebnis einer bestimmten Technik sind, sondern was mit meiner Einstellung zur Fotografie und dem daraus entwickelten Stil zu tun haben.

Ganz simple!

Und nun hatte ich die Idee, eine Portraitserie zu kreieren auf der die abgebildeten Personen kein Gesicht haben. Selbstverständlich frage ich mich, ob solche Fotografien noch Portraits sind?
Auf jeden Fall sind es Portraits von mir und ich bin sehr gespannt, was sich entwickeln wird. Bei jedem meiner Anonymous Shootings habe ich neue Erkenntnisse.

Bei jedem meiner Anonymous Shootings habe ich neue Erkenntnisse – habe ich geschrieben, und genau so ist es. Bei den Vorgesprächen für ein Portraitshooting erläutere ich gerne, dass das Portrait das große Ganze ist, doch jedes Detail auf einem Foto mit dem Betrachter kommuniziert.
Wenn ich mir die einzelnen Fotos aus dieser Serie ansehe, wird mir bewusst, dass es diese Details sind, die anstelle des Gesichtes, etwas über die Person auf dem Foto erzählen.

Und somit ist jede Fotografie in dieser Serie ein Portrait und zeigt das, um was es mir in meinen schwarz-weiß Portraits geht: Durch Reduzierung wesentlich zu sein.

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